Wieder zurück…

Hallo zusammen,

nun bin ich auch wieder da. Nach dem Abenteuer Roth folgte nun das Abenteuer Kenia. Wir sind ziemliche Afrika Fans und waren jetzt zum vierten Mal dort. Nach einer Woche Safari gab es noch 4 Tage Hotel und Strand. Ich bin sogar an 3 Tagen jeweils 1 Stunde im Pool geschwommen. Möchte gerne wissen, was die Leute auf ihren Liegen da so dachten. Obwohl so viele Gäste gab es gar nicht. Leider bleiben seit den Überfällen, Anschlägen und Ebola die Touristen aus. Was sehr schade ist. In einem der Zeltcamps waren wir sogar die einzigen Gäste. Wir fühlten uns die ganze Zeit sicher. Helge und Andi wollten uns ja in eine 4wöchige Ebola-Quarantäne schicken, bevor wir uns wieder treffen. Aber völlig unnötig ihr Lieben, denn zum einen wurden alle Flüge aus Westafrika nach Nairobi gestrichen und zweitens sind wir völlig unbeschadet durch die Kontrolle am Frankfurter Flughafen gekommen :-) .Bis zum Oktober werde ich nur nach Lust und Laune sporteln. Vielleicht werde ich auch an der Wintersaison im Bogenschiessen teilnehmen. Denn vorerst steht nichts Größeres an. Helge hat ja schon geschrieben, dass wir im nächsten Jahr den Inferno Triathon mit Frank und Andi als 2er Teams bestreiten wollen. Also dann. Ich bin zurück. Weiter gehts. Hier gibt es noch ein paar Fotos :-) .

Der himmlische Berglauf

Eine tolle Woche in den schweizer Alpen liegt hinter uns.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
Letzten Sonntag machten der Andi und ich uns auf den Weg nach Mürren in der Schweiz. Die Berge! Die Berge sind so wahnsinnig schön, das ich gar nicht aufhören kann, hinzuschauen. Der Andi musste schon einiges aushalten, weil ich eine Woche lang aller 5 Minuten eben genau diese Schönheit der Berge lauthals bekunden musste :lol:
In den letzten Wochen hatten die Berge sehr schlechtes Wetter zu bieten. Regen satt und Kälte. Letzte Woche aber gab es eine Auszeit. Wir reisten im Sonnenschein an.

20140817_180851

Angekommen

Montag: Streckenbegehung der letzten 8 KM des HM. Steil, steiler, und noch steiler gehts da hinauf zum Schilthorn. Das steilste Stück heißt Kanonenrohr und dort komme ich nur mit Anlauf rauf :lol:

Dienstag: besuchten wir Trainer Marc und Tanja auf dem Campingplatz. Marc , der den Inferno Triathlon schon 10 mal gewonnen hat, startete am Samstag beim Inferno Triathlon in der 2er Staffel.

Mittwoch: Ich wollte endlich auf den Kamm. Der Kamm hatte es mir angetan.

2013-08-12 11.12.29

Man sieht diesen Bergkamm von der Seilbahn aus

Also kletterten wir auf 2400 meter hoch, lernten Murmeltiere kennen und hatten unterwegs echt Probleme bei dichtem Nebel den Weg zu finden. Als wir dann oben waren und über diesen Kamm wanderten, musste ich feststellen, das ein Kamm oder Grat eben auch sehr sehr schmal sein kann :roll:
30 cm und auf beiden Seiten Abgrund :shock:
Andi konnte sich nur über den typisch weiblichen Enthusiasmus amüsieren.
“Oh wie schön, ein Grat, wie toll, ich will da hin!”
“Oh Shit, ein Grat! Hilfe, Abgrund! Oh Gott, Hilfe, ein Grat!”
Ich habs überlebt (grad so :lol: ) und bin auf diesem Grat von oben nach unten gelaufen und dann haben wir uns an den Abstieg gemacht.

Donnerstag: Wir hatten uns mit Tanja, der charmanten Bergführerin, verabredet, um Rennrad zu fahren. Halt ganz so wie auf Gran Canaria. Leider wurde Tanja krank und so vereinbarten wir, nur am späten Nachmittag eine kleine Runde zu drehen.
Andi und ich fuhren etwas eher los. Später kam Tanja dann dazu. So legten wir lockere 40 Km bergauf und bergab (was anderes gibt es dort nicht :-) ) zurück und am Abend gab es noch ein Treffen mit meiner Schwester, die mit ein paar Freunden dort angereist war.

über den Wolken

über den Wolken

Freitag: Essen, Seilbahn fahren, Fotos machen, Essen, Schlafen, Fun Triathlon in Mürren anschauen, Freunde treffen, Essen, Schlafen … mehr war an diesem Tag nicht los :grin:

Blick von der Terrasse

Blick von der Terrasse


Samstag
: Wettkampftag. Andi, Heike und ich machten uns auf den Weg ins Tal zum Start des HM. Heike war letztes Jahr schon dabei und hatte sich das ganze Spektakel aus der Nähe angesehen und da Heike schon fast ein alter Marathonhase ist und außerdem auch gerne in den Bergen wandert, wollte sie dann dieses Jahr auch dort starten. Ziel war das Finishershirt.
Ich war ganz guter Dinge, es sollte ein schöner, lockerer (sofern das bei diesem HM möglich ist) Landschaftslauf werden. Ich wollte laufen wie ich mich fühlte, kein Stress, keine Zeit. Das Wetter allerdings sollte zumindest oben auf dem Berg alles andere als schön sein. Nebelig und kalt (bis -5 Grad, wie uns am Start mitgeteilt wurde).
Der Start. Andi war bald nicht mehr zu sehen. Und für mich fühlte sich alles nicht gut an. Vielleicht hätte ich das eine oder andere Zeichen eher deuten müssen, aber es ging mir ja gut, ich vermutete hinter dem leichten Schnupfen der Tage davor oder den leichten Magenproblemen am Morgen nichts Ernstes. Auch ignorierte ich, das ich von Anfang an einen Puls hatte, der definitiv nicht zur Geschwindigkeit passte. Jedenfalls hatte ich nach ca. 6 Km ein Ohr komplett zu. Ein unschönes Gefühlt, aber schlimmer noch ist es wenn beide Ohren zu gehen. So geschehen bei Km 9. Da hat man ja so das Gefühl, das man im eigenen Kopf gefangen ist :shock:
Schrecklich!
Kaugummi und Fruchtgummi kauen half nix, meine Nase, meine Ohren und mein ganzer Kopf waren einfach nur zu. Als ich erste Gleichgewichtsstörungen bemerkte, schickte ich Heike los und ging eine Weile. Irgendwann trabte ich wieder an, es war aber klar, das ich nur bis Mürren, wo meine Schwester wartete, laufen würde. Man muss ja schon ein bisschen bekloppt sein, um so einen Lauf zu machen, aber körperlich sollte man sich doch bester Gesundheit erfreuen um bei Nebel und Kälte noch 8 Km und 1300 HM zu überwinden. Und gesund war ich nun wirklich nicht. Also schnell zur lieben Schwester, ein paar trockene Sachen anziehen und dann gemeinsam mit ihr zur Seilbahn, um die anderen auf dem Schilthorn zu empfangen.

Oben ging ich erstmal meinen Kleiderbeutel holen und zog alles an, was ich dabei hatte. Es war einfach nur ungemütlich windig und kalt. Ich meldete mich dort oben auch ordnungsgemäß ab, nicht das man irgendwann noch ein Rettungsteam losschickt, um mich zu suchen.
Andi hatte letztes Jahr 4:15 gebraucht für die Strecke. Dieses Mal wollte er die 4 Stunden knacken. Er war ohne Uhr unterwegs und irgendwie war mir klar, wenn er mal läuft ohne zu zögern, dann wird das gut :-)
So wartete ich schon nach 3:40 oben an den letzten Stufen. Und siehe da, nach 3:41 kommt der Andi. Stolz wie Oskar, noch total frisch sah er aus, und gefreut hat er sich wie ein Honigkuchenpferd. Und das, obwohl er noch nicht mal die Zeit wusste. Als ich die ihm sagte, wollte er es erst mal nicht glauben. Und irgendwann, nach Realisierung, manifestierte sich ein dickes breites Grinsen in seinem Gesicht. Andi, die alte Bergziege, hat sich selbst so richtig überrascht :grin:
Und nicht viel später kam Heike, anscheinend auch eine Bergziege :lol:
Nach 3:56 kam sie oben an unter unserem Jubel und holte sich das lang ersehnte Finishershirt.
Hammer, die beiden.
Abends waren wir noch alle zusammen essen. Meine Ohren waren immer noch zu und ich fühlte mich auch nicht mehr wirklich gesund, aber alles nur halb so wild.
Trainer Marc gewann an dem Tag mit seiner Teamkollegin die Teamwertung beim Triathlon und zumindest bis Abends hielt das Wetter so, das die ganze Veranstaltung stattfinden konnte. 1 Tag später hätte das Ganze ganz anders ausgesehen.

Sonntag:
Es regnete, und es war kalt ohne Ende. Wenn der dichte Nebel mal den Blick auf die Berge frei gab, dann sah man, das Schnee gefallen war. Das Schilthorn war weiß.
Ich war etwas traurig, weil es wieder heim ging, weg von den Bergen. Aber wenigstens sah ich die Berge nicht, das machte es einfacher :-(
Ich war ein bisschen kränklich, verschnupft und so, aber zumindest den Ohren ging es besser. Und Andi, der noch immer an ein Honigkuchenpferd erinnerte, fühlte sich so wohl, das er mich den ganzen langen Weg nach Hause fuhr.
Es war ein toller Urlaub. Und auch, wenn ich nur 13 km mit 800 HM zurückgelegt habe beim Halbmarathon, die Entscheidung den Lauf zu beenden war keineswegs schwer gefallen. Es gab nämlich keine andere Option. Zumindest keine kluge :-)
Außerdem kommen wir ja wieder. Nächstes Jahr wollen wir uns an die Zweierstaffel des Inferno Triathlons wagen. Da wollen dann auch Karina und Frank wieder mit dabei sein.
Und wenn ich irgendwann ganz den Verstand verloren habe, mache ich den Inferno mal im Ganzen. 2017!. 3,1 Km Schwimmen , 97Km Rennrad mit 2145 HM, 30 Km MTB mit 1180 HM und am Schluss noch den himmlichen Berglauf. Alles am Stück. So ist mal der Plan :lol:
Noch Fragen?

Es lebe der Sport

Ein bisschen mehr als 3 Wochen ist es nun her, das wir in Roth gestartet sind. Und mir kommt es vor, als wäre es schon Monate her. Aber immer noch fühle ich mich irgendwie unbesiegbar :cool:
Ich habe 10 Tage nix gemacht, außer halt Schwimmen nach Lust und Laune, aber ansonsten war Essen und Faulenzen angesagt. Beides zu gleichen Teilen. 10 Tage, dann hat mein Körper nach Bewegung geschrien. Also man kann mir erzählen was man will, von wegen wie gesund es ist, so lange Sport zu machen und bla bla bla …. Was muss man sich nur alles anhören, wenn man länger als 1 Stunde Sport am Stück macht.
Fakt ist, wir sind definitiv NICHT dafür gemacht, 8 Stunden auf einem Stuhl zu sitzen und dann auf der Couch zu liegen. Nein!!!! Mir hat in all den anstrengenden Wochen nicht halb so viel weh getan, wie nach 10 Tagen Pause. Da hilft nur Sport. Wir sind gemacht für Bewegung ohne Ende.

Von der ganzen Heulerei und Aufregung habe ich mich auch wieder verabschiedet. Ist schon erstaunlich was so Gefühle mit einem anstellen können.
Nach 10 Tagen habe ich also mein Rad geschnappt und bin nach Platten gefahren, wo ein Volkslauf über 10 Km statt fand. Der Andi wollte dort starten und Kassandra wollte ihren 1. 10er dort laufen. Da darf Frau/Mama ja nicht fehlen zum Anfeuern. Der Andi kam dann auch mal wieder einfach so mit einer neuen Bestzeit ins Ziel (ist ja völlig klar so am Freitag Nachmittag nach der Arbeit bei brütender Hitze :roll: ) und ich lief dann Kassandra entgegen, um den letzten Km mit ihr gemeinsam zu laufen. Sie hat ihren 1 10er ganz locker in 1.04 gemeistert, und ich weiß jetzt schon, das wird nicht der letzte gewesen sein :-)

Papa und Töchterchen

Papa und Töchterchen

Mir bekam das Radfahren und Laufen richtig gut und da auch kein Druck, keine Aufregung und Angst mehr im Spiel ist, radelt und läuft es sich auch wieder völlig unbeschwert und mit Leichtigkeit. Und so habe ich das Training so mehr oder weniger wieder aufgenommen. Nicht weil ein Plan das so sagt, sondern weil es einfach Spaß macht. Und ganz besonderen Spaß habe ich momentan an den Einheiten, wo man sich die Lungen heiß atmet. Tempo also. Tempo war ja weniger ein Thema in den letzten Wochen der Vorbereitung auf den Ironman. Und nun genieße ich es. Mit Tempo die Berge hoch radeln oder laufen. Am liebsten im Wald. Mit MTB und Crosslaufschuhen.
Die Saison ist ja auch noch nicht zu Ende. In gut zwei Wochen wartet der HM beim Inferno in der Schweiz auf mich. Der teuflische Berglauf, wie er so schön heißt. 21 Km und 2100 HM. Da brennen die Lungen schon beim Blick nach oben :lol:
Die ersten 13 Km sind dabei noch sehr “geschmeidig”. Da geht es von 795 auf 1640 Meter hoch. Das sind also nur 845 HM. Auf den letzten 8 Km dann aber fängt der Spaß erst richtig an. Es geht auf 2970 Meter hoch auf’s Schildhorn. Also nochmal gut 1300 HM. Und das Ganze vor einer wahrlich traumhaften Kulisse. Keine Ahnung warum man ihn den “teuflischen” Berglauf nennt. Ich empfinde ihn eher als göttlich :grin:
Der Andi und ich gehen dort an den Start. Wir waren schon letztes Jahr dort und haben uns so zusagen verliebt. In die Berge, die Leute und eben in diesen Lauf.
2 Wochen später starte ich dann nochmal bei der Mitteldistanz in Köln. 1.9 Km Schwimmen, 90 Km Rad und 21 Km laufen so zum Abschluss der Triathlonsaison. In Köln habe ich die Mitteldistanz schon mal gemacht. Eine Radstrecke zum Fürchten. Flach wie mein Schreibtisch. Und Flach kann ich gar nicht. Aber es sind ja nur 90 Km und dient nur der Unterhaltung, und können muss ich dieses Jahr eh nix mehr. Nur noch genießen :-)
Der Andi macht in Köln die Kurzdistanz. Er trainiert ja wieder auf einen Marathon.
Also alles beim Alten. Wir schwimmen und radeln und laufen.
Und die Pläne für nächstes Jahr sind auch schon am garen.
Es lebe der Sport.

Was kommt jetzt?

Da ich erst einmal meine Sehnenverletzung ausheilen lassen muss, gibt es für mich in den nächsten Wochen kein Lauftraining und kein Radtraining. Nur Schwimmen und…?

Nachdem ich vor 4 Jahren meinen Bogen gut verpackt in die Ecke gestellt habe, holte ich ihn diese Woche wieder hervor. Ich hatte versprochen, wenn ich mal eine Langdistanz geschafft habe, fange ich wieder mit dem Bogenschiessen an. Am Freitag habe ich das Versprechen eingelöst. Es hat Spass gemacht und verlernt habe ich es auch nicht, wie mir bescheinigt wurde ;-). Wettkampfmäßig werde ich aber im Bogensport nicht zurückkehren. Dafür macht mit Triathlon im Moment zuviel Spass. Aber ab und zu als Ausgleich, kann ich es mir vorstellen. Da ich den Rest des Jahres noch nicht verplant habe, werde ich mich wohl öfters mal wieder auf dem Schießplatz sehen lassen.

Ausserdem waren wir an diesem Wochenende auf einer Familienfeier und mussten auf der Fahrt dorthin an Roth vorbei.

IMG_4295Auf dem Rückweg ist GöGa extra von der Autobahn runter und wir sind den Solarer Berg mit dem Auto gefahren, in umgekehrter Richtung ;-) . Ohne die vielen Menschen habe ich ihn erst gar nicht erkannt. Ein bisschen Shopping musste auch noch sein:

IMG_4296 So im Alltag geht man ganz gut mit ihnen. Ob man damit Laufen kann, muss ich später herausfinden. Ich werde berichten :-) .

 

Das war Roth 2014

Die Worte in dieser Farbe sind von Karina.
Die Worte in dieser Farbe sind von Helge.

FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS FOTOS

Vor dem Rennen

OH man war ich im Arsc….. Völlig durch den Wind! Wie gegen die Tür gerannt! Samstag war mir einfach nur nach Heulen. Mit jeder vergehenden Stunde wurde klarer: ES WIRD HEIß WERDEN. Das es ein langer Tag werden würde, stand ja schon länger fest. Aber bei den Temperaturen erschien mir eine Langdistanz völlig unmöglich. Ich verlor mit jeder Stunde den Glauben an das Happy End. Beim Rad Checkin ging ich mit Karina und Frank noch kurz die Wege ab. Schwimmausstieg -> Wechselbeutel -> Wechselzelt -> Rad …. Einfach Wege abgehen und einprägen. Weil da liegen 4000 Wechselbeutel und da stehen 4000 Räder. Wahnsinn. Ich kam mir so klein und unscheinbar vor in der Menge. Und wollte schon wieder heulen.
Ich bekam gefühlte 1 Million Emails, SMS, WhatsApp Nachrichten und andere Benachrichtigungen. Es gab so vielen Leute, die an uns dachten. Die Daumen drückten. Glück wünschten. Der Druck wurde mit jedem Wunsch gefühlt schlimmer.
Die Nacht zum Sonntag fiel aus. Schlaf, wo bist du nur gewesen?  Meine Gedanken rasten durchs Triathlonuniversum. Jeder Versuch, an was anderes zu denken, scheiterte nach 2 Sekunden. Um 3 Uhr klingelt zum Glück der Wecker. Frühstück und ab mit Karina und Frank in die Wechselzone. Die Stimmung, die über der aufwachenden Wechselzone neben dem Kanal liegt, macht alles noch schlimmer. Es ist so unglaublich großartig, das mir einfach die Tränen kommen. Beim Abschied von Andi musst ich schon wieder heulen. Ich will einfach nur schreiend weglaufen. Ich will weg von diesem Ort wo ich so gerne sein will. Versteht das jemand?
Wir sitzen im Rasen und lassen Gedanken und Blicke schweifen. Alles wie im Traum, nur weniger real. Und wir warten zusammen mit Gabi, Peter und anderen darauf, das es los geht. Es ist kaum auszuhalten. Wie eine Zerreißprobe.
Peter, der vor uns startet wird herzlich verabschiedet, dann verabschieden wir uns von Frank, der nach uns startet.
Und auf geht es zum Start. Gleich geht es los. Zurück geht nicht mehr. Jetzt soll es also geschehen.

Kurzfristig hatten wir beschlossen, doch schon Freitag Früh loszufahren. Wir trafen auf einem Parkplatz dann noch unsere Supporter Kessie, Gerd, Hans-Jörg, Inge, Markus, Edith und Carmen, die auch startete.  Mit 4 Autos machten wir uns dann auf den Weg und kamen relativ zügig voran, so dass wir noch ganz entspannt unsere Startunterlagen abholen konnten. Die Nudelparty nahmen wir dann auch noch mit. Es waren unglaublich viele Menschen dort. Aber alles funktionierte reibungslos. Am Samstag Morgen durfte man im Kanal Testschwimmen. Das wollte ich nutzen, um die Orientierung, Sicht usw. zu testen.  So sind Helges GöGa Andi, Kessie, Hans-Jörg, Gerd und ich noch vor dem eigentlichen Frühstück los. Ja, auch die Supporter wollten sich etwas sportlich betätigen. Es sollte der heisseste Tag der Woche werden und das haben wir um 6:30 Uhr morgens schon gemerkt. Trotzdem zwängten wir uns in die Neoprenanzüge und schwammen so 40min. Das Wasser war ziemlich warm und leider auch voller Gras, da die Böschung am Ufer für die Zuschauer abgemäht wurde und natürlich alles im Wasser landete. Das machte das Schwimmen ziemlich unangehm, wenn man ständig irgendwelche Grashalme zwischen den Zähnen entfernen musste :-) . Aber da nach dem Testschwimmen die Schleusen wieder geöffnet wurden und der Schiffsverkehr wieder lief, sollte das Wasser am Sonntag dann wieder vom Heu befreit und hoffentlich etwas kühler sein. Danach ging es wieder zurück ins Hotel, wo es dann erstmal richtiges Frühstück gab. Danach fuhren wir alle nach Roth zum Zielbereich, um etwas über die Messe zu schlendern, den ein oder anderen Einkauf zu tätigen, viele Bekannte zu treffen und weitere riesige Berge von Kohlenhydraten zu verdrücken. Wieder zurück im Hotel bereitete ich mein Rad und den Laufbeutel vor, denn die mussten ja noch heute eingecheckt werden. Nach einem kurzen Schläfchen fuhren wir mit den Rädern die 18km zum Schwimmstart. Ein letzter Materialtest ergab, dass sich meine Schaltung irgendwie komisch anhörte. Sie funktionierte, aber irgendwas klapperte. Nach ein paar Kilometern war es wieder weg. Das sich die Beine etwas schwer anfühlten, ist glaube ich am Tag vor dem Wettkampf normal. Das ist bestimmt nur Kopfsache. Die Radabgabe ging Ruckzuck. Die Wechselzone war riesig. Unsere Männer holten uns dann ab und dann ging es (natürlich nach einer weiteren Dusche – es war echt unertäglich heiss ) auf in eine Pizzeria. Dort trafen wir dann auch auf Luis, Nicole und Volker, die uns auch unbedingt unterstützen wollten und das obwohl Nicole erst vor kurzem eine Fuss-OP hatte und noch nicht so gut gehen kann. Es gab dann noch für jeden ein orangenes Shirt. So konnten wir unsere Unterstützer schon von weitem am Strassenrand erkennen. Es hervorragend funktioniert. Nach dem Packen des Radbeutels und des AfterRace Beutels versuchte ich irgendwie zu schlafen. Naja, hat nicht wirklich funktioniert.  Aber das hatte uns Marc ja schon prophezeit. Dazu kam noch die Hitze. Nach vielleicht 2 Stunden Schlaf klingelte der Wecker um 3 Uhr. Ich war sofort hellwach. Aufregung? Nein. Anspannung? Ja. Dass das Frühstück nicht sehr ausgiebig war, kann sich jeder vorstellen. Aber wir hatten vorsorglich noch was zu Essen eingepackt, was wir dann vor dem Schwimmen noch zu uns nehmen wollten. Gegen 4 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Schwimmstart. Es war noch ziemlich wenig los. Aber wir konnten ja eh nicht gut schlafen, also können wir auch zeitig am Start sein. Ein anderer Grund war aber auch, dass die Männer sonst mit dem Auto nicht mehr weggkommen wären. Sie fuhren wieder das Auto nach Roth und machten sich von dort mit den Rädern auf den Weg an die Strecke. Wir legten letzte Hand an unsere Räder, platzierten den Radwechselbeutel und setzten uns dann ins Gras, um dem ganzen Treiben zuzuschauen und die ganzen Eindrücke aufzunehmen. Nachdem wir unsere Neo´s anhatten, nahm uns die weltbeste Physiotherapeutin  Gabi quasi an die Hand und ging mit uns zum Schwimmstart. Angeblich hatte das Wasser 21,9 Grad – gefühlt waren es 25 Grad. Gabi “zwang” uns ganz nach vorne in die erste Startreihe. Das habe ich beim Schwimmen noch nie gemacht, weil ich immer Angst habe überschwommen oder verprügelt zu werden. Ich hatte aber gar keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, denn plötzlich hieß es nur noch 1 min bis zum Start.

Schwimmen

Startschuss! Endlich. Wir sind ziemlich weit vorne. Gabi ist schräg vor mir. Karina direkt neben mir. Das ist wie im Training. Jetzt kann nix mehr schief gehen. Ich fühle mich endlich wieder gut. Weil jetzt kann ich endlich vorwärts. Karina neben mir ist immer gut zu erkennen, da wir die gleiche, ziemlich auffällige Schwimmbrille haben.
Nach dem der anfängliche Stress vom Start sich gelegt hat, suche ich mir Füße zum Folgen. Ich brauche für die innere Ruhe und die Konzentration etwas, dem ich mit den Augen folgen kann. Ich habe meine Füße also gefunden und folge der sehr angenehm schwimmenden Schwimmerin.
Irgendwann ist Karina plötzlich weg. Ob sie nach vorn oder hinten verschwunden ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, ich werde sie irgendwann wieder sehen :-)
Das Schwimmen klappt sehr gut. Ich empfinde es als kurzweilig und problemlos. Den Füßen kann ich bis ca. 500 m vor dem Austieg folgen, dann gibt die Besitzerin der Füße richtig Gas. Ich entschließe, einfach locker weiter zu schwimmen. Es gibt keinen Grund zur Eile. Der Weg ist noch lang.
Plötzlich bin ich auch schon da und werde aus dem Wasser gezogen. Na gut, das das Schwimmen nicht schwer wird, war zu erwarten, aber es ist ein gutes Gefühl, Teil 1 erledigt zu haben :-)
In der Wechselzone lasse ich mir Zeit. Brötchen essen, Radklamotten anziehen, zur Toilette gehen … ich verstehe gar nicht, warum die alle so rumhetzten dort :lol:
So treffe ich auch Karina wieder. Sie ist zwar etwas langsamer geschwommen, aber beim Wechsel kann sie alles etwas schneller als ich.
Damit können wir quasi fast gleichzeitig auf die Radstrecke.

Und dann ging es auch schon los. Keine Zeit mehr, noch über irgendwas nachzudenken oder Aufregung aufkommen zu lassen. Da in unserer Startgruppe nur Frauen waren, gab es nicht ganz soviel Prügelei, wie bei gemischten Startgruppen. Ich kam ganz gut weg und versuchte, die erste paar hundert Meter neben Helge zu bleiben. Es gibt einem ein gutes sicheres Gefühl, ein bekannstes Gesicht neben sich zu wissen. Im Training hatten wir das ja schon ausprobiert. Uns war klar, dass das nicht die ganzen 3,8km funtionieren würde, aber um ins Rennen zu kommen, war es perfekt. Irgendwann liess ich Helge dann ziehen und versuchte meinen eigenen Rhythmus zu finden. Das Feld zog sich auseinander und e sgab mehr Platz. Ich konnte dann tatsächlich in die 3er Atmung übergehen und bemühte mich ruhig und gleichmäßig zu schwimmen und mich nicht schon völlig zu verausgaben. Auf die 2-3 Minuten kommt es auch nicht an, denn der Tag sollte noch lang werden. Also hiess es, Kräfte sparen. Die Orientierung war einfach, einfach nur geradeaus schwimmen, um die Boje, wieder geradeaus zurück, um eine weitere Boje, geradeaus weiter bis zum Ausstieg. Und dann war das Schwimmen plötzlich vorbei. Wechselbeutel geschnappt und ab ins Wechselzelt zum umziehen und vor allen um reichlich Sonnencreme aufzutragen. Ich fühlte mich super, lange nicht so erschöpft, wie nach dem Schwimmen im Kraichgau. Am Bike noch die Riegel und das Rosinenbrötchen :-)  ins Trikot verfrachtet und weiter ging es. Die Schwimmzeit war ziemlich genau so, wie ich es mir vorher ausgrechnet hatte: 1:16:16h.

Radfahren

Erst mal orientieren und warm fahren. Das warm fahren ist bei mir ganz wichtig. Heißt, die ersten 5 km mal ohne Auflieger locker treten. Nur keine Hektik. Heute ist nicht der richtige Tag für Experimente.
Der Plan ist, alle 10 Km mit kleinen Happen Essen versorgen. Hohe Trittfrequenz und ruhiges Tempo. So wie Isabell. Isabell fährt ein angenehmes Tempo und so fahre ich immer hinter Isabell (natürlich mit dem entspechendem Abstand). Es ist so wie bei den ganzen Trainingseinheiten mit Karina. Sie immer vorne und ich mit Abstand dahinter. Wie im Training. Alles ist gut. Meine Augen folgen also der Ersatz-Karina und ich folge meinen Augen. Ganz einfach. Ich habe keine Uhr und kein Tacho, ich weiß überhaupt nichts über Zeiten oder Geschwindigkeiten. Und das ist gut so. Ich genieße die Fahrt.
Die Strecke ist irgendwie sehr flach. Zu flach für mein Empfinden. Aber die Stimmung ist der Hammer. Und die Hitze ist es ebenfalls. Einfach Hammer wie heiß einem werden kann. Ich habe zum Glück mein Langarm-Shirt an. Die Arme kann man immer wieder schön nass machen und dann hat man lange Kühlung. Bei jeder Verpflegungsstation (aller 20 Km) also Wasser auffüllen, 1 mal Dusche über Kopf und Arme und ordentlich trinken. Das passt.
Beim 1. und einzigen “Berg” sehe ich Nicole, Volker und Luis. Was eine Freude :-)
Das tut so gut zu sehen, das man nicht alleine ist.
Dann kommt irgendwann der Solarer Berg. Und mir bleibt ehrlich die Luft weg. Wenn man es nicht erlebt hat, dann kann man es nicht verstehen. Man fährt in eine unglaublich laute Menschenmenge hinein. Man kann nicht schnell fahren, wir fahren ca. 20 Athleten hintereinander aufgereiht wie an einer Kette durch die Massen. Und ich, ich muss schon wieder mit den Tränen kämpfen. Plötzlich berührt mich eine mir unbekannte Frau von der Seite und ruft mir zu: Helge, ganz liebe Grüße von der Natalie. Oh man, Engel Natalie hat tatsächlich einen Weg gefunden, mich hautnah anzufeuern. Das macht den Kampf gegen die Tränen ziemlich aussichtlos.
Nicht weit hinter dem Solarer Berg komme ich an Gerd, Markus, Inge, Kessie und Hans-Jörg vorbei. Sie sind so großartig. Das kann man nicht beschreiben. Und wenig später stehen Andi und Torsten da. Und geben alles. Alle sind da. Ich habe alle gesehen. Und schon gehts auf die zweite Runde.
Meine Beine sind immer noch locker und gut und bisher verlief alles nach Plan. Weiter auf dem Plan steht bei KM 90 eine Pinkelpause. Nur ganz kurz im Wald.
Und ab KM 100 so rum verlasse ich für den Rest der Strecke fast komplett den Auflieger. Ganz einfach aus Sicherheitsgründen. Aufliegerfahren verusacht bei mir Krämpfe beim Laufen. Und das will und kann ich mir nicht leisten heute. Außerdem fahre ich ja eh am liebsten einfach Rennrad :-)
Durch meine Pause habe ich Ersatz-Karina verloren. Zum Glück ist die Radstrecke voll mit Radfahrern. Ich suche und finde wieder eine Ersatz-Karina. Es geht jetzt etwas langsamer voran. Auf diesen langen flachen Strecken ist das aufrechte Fahren eher etwas ungünstig. Aber wichtig ist einfach, das die Beine gut und locker bleiben. Da steht ja noch ein Lauf an. Der längste meines Lebens.
So fahre ich immer weiter und versuche den Gedanken an den Marathon zu verdrängen. Das klingt nach … zu viel. Also nehme ich mir erstmal vor, einen HM zu laufen. Weil das kann ich ja.
Dann komme ich zur vorletzten Verpflegungsstation. Und da ist Pumpe. Das Wasser ist leer. Die rufen uns das schon von weitem zu. Wasser ist leer, Nachschub kommt gleich. Gut, ich könnte jetzt fluchend weiter fahren wie einige andere, oder aber einfach mal eine Pause machen. Wie ebenfalls einige andere. Der Tag ist lang und die Sonne brennt heiß, was spricht da gegen einen Platz im Schatten zum Ausruhen?
Nix. Und außerdem, meine 3 Flaschen sind komplett leer. Ohne Wasser weiter fahren, wäre sportlicher Selbstmord. Das geht nicht bei diesen Temperaturen. Also setze ich mich zu den anderen Fahrern in den Schatten und lerne viele lustige Leute kennen. Z.B. Ingo. Ingo macht das schon zum 5. mal, aber so langsam war er noch nie. Er sagt, er hat das Gefühl zu verdampfen. Ich finde es cool wie entspannt die meisten das ganze sehen. Der eine versichert den sich ständig entschuldigenden Helfern, das das nicht schlimm ist mit dem Wasser. Man hatte nicht bedacht, das es so heiß würde, das sich alle erstmal das Wasser literweise über den Körper zur Kühlung kippen.
Irgendwann sehen wir einen Traktor mit großem Wasserfass über die Felder anfahren. Ok, das heißt, die Pause ist vorbei. Sobald der Traktor ran ist, fangen wir mit “duschen” und Flaschen auffüllen an. Irgendwie hat es keiner eilig. Aber irgendwann verabschieden wir uns und gehen dann doch auf die letzten 40 KM der Radstrecke.
Leider ist Ersatz-Karina weg. Aber die paar KM schaffe ich auch alleine :-)
Beim Ankommen in der Wechselzone sind meine Beine zwar müde, aber keinesfalls erledigt. Ich habe also Teil 2 geschafft und innerlich wappne ich mich für das, was jetzt kommt. Ein Halbmarathon :-)
Also Radklamotten aus und Sonnencreme überall hin und nochmal was trinken und los gehts.

Sobald ich auf dem Rad sass, schnappte ich mir das Rosinenbrötchen. Ich hätte gerne gewusst, was die Leute dachten als ich da so Brötchen futternd an ihnen vorbei gefahren bin :-) . Der Radpart machte mir im Vorfeld ein klitzekleines bisschen Sorgen, da es im Kraichgau überhaupt nicht lief. Deshalb hatte ich beim Tacho die Tempoangabe abgeklebt. Nur die Kilometeranzeige lies ich stehen, da ich ca. alle 15km was essen wollte und am Starssenrand nur volle 10km angezeigt wurden. So bin ich also ganz nach Gefühl gefahren. Die ersten 30km sind relativ flach und gut zum einrollen, bevor bei km 40 der Kalvarienberg in Greding kam. Dort standen dann auch Luis, Nicole und Volker. Dank der Shirts sah ich sie, bevor sie mich sahen :-) . Es tat total gut. Als nächstes wartete dann der Solarer Berg. Ich bog um die Ecke und sah: Keine Strasse mehr da – nur Menschenmassen. Wahnsinn! Es war tatsächlich so, dass die Leute erst kurz vor einem die Gasse frei machen. Ein bisschen taten mir die Fahrer hinter mir leid, weil sie nicht überholen konnten und ich ja nun wirklich nicht sehr schnell am “Berg” bin. Aber da musste sie halt durch. Oben angekommen brauchte ich ein bisschen, um wieder Luft zu bekommen. Denn man wird schon ganz schön gepusht und überpaced ein bisschen. Aber das war es wert. An der nächsten kleineren Steigung im Bereich des Schwimmstartes standen dann unsere anderen Supporter. Kessie hatte sogar ein Plakat für uns gebastelt! Neu motiviert ging es dann in die zweite Radrunde. Im nöchsten Ort standen dann Andi und Torsten, um uns anzufeuern. Es hat unglaublich geholfen unsere Leute an der Strecke zu sehen. Wieder beim Kalvarienberg angekommen, erwischte ich Luis, Nicole und Volker gerade bei der Mittagssiesta, hihi. Sie hatten noch gar nicht mit mir gerechnet. So war es diesmal umgekehrt, indem ich sie angefeuert habe, nicht schlapp zu machen :-) . Die Anderen standen diesmal oben am Solarer Berg. Diesmal warn nicht mehr ganz soviele Zuschauer und es war mehr Platz zum Überholen. Und so konnte ich etwas langsamer hoch fahren, immer im Hinterkopf, dass ja noch ein Marathon folgen sollte. Zum Wetter bleibt zu sagen, es war fast unerträglich. Ich habe viele gesehen, die am Strassenrand im Schatten sassen und aufgegeben hatten. Ame Ende hiess es, jeder 5. Teilnehmer wäre ausgestiegen. Ich nahm an jeder Verpflegungsstation eine neue Isoflasche und versuchte mir soviel Wasser wie möglich über zu schütten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was das für eine Hitze das unter so einem Aerohelm sein muss. Ich habe ja schon gedacht. mein Schädel explodiert gleich und mein Körper verglüht. Ab Km 130 konnte ich nur noch trinken, feste Nahrung habe ich nicht mehr herunter bekommen und auch die Gels konnte ich nicht mehr schlucken. Salztabletten habe ich auch reichlich eingenommen. An der letzten Verpflegungsstation vor dem Wechsel zu Laufen rief uns ein Helfer zu, dass das Wasser alle ist. Echt jetzt. Ein bisschen Wasser hatte ich noch in meiner Aeroflasche. Ich brauchte aber dringend welches zum Kopf kühlen. Also nochmal eine neue Isoflsche gegriffen und gedacht, sind ja nur noch 20km. Das bekomme ich noch irgendwie hin. Als ich an der letzten Station der Verpflegungsstelle ankam, war wohl gerade die Wasserlieferung eingetroffen. Ich also schnell eine Flasche gegriffen und versucht den Körper zu kühlen. Die letzten Kilometer konnte man nochmal gut rollen und die Beine lockern für den anschliessenden Marathon. In der Wechselzone angekommen, konnte ich es nicht galuben, tatsächlich 180km gefahren zu sein. Wie schnell ich war, erfuhr ich erst am Abend nach dem Zieleinlauf. Es lief anscheinend besser als im Vorfeld gedacht und im Verlauf des Radfahrens gefühlt. Ich hatte mir vorher so ca. 7 Stunden ausgerechnet. Das ich aber schon nach 6:17:28h zum Wechsel kam, hätte ich nie für möglich gehalten. Die letzten Kilometer bin ich nicht mehr Auflieger gefahren sondern aufrecht, da ich festgestellt hatte, dass der Rücken dann beim Laufstart nicht so Probleme macht. Nach mehreren Stunden Auflieger fahren mag das mein Rücken in meinem Alter nicht ganz so. Im Wechselzelt zog ich mich dann um. Weisses Shirt und weisse Armlinge sollten mir Helfen beim Laufen den Körper zu kühlen. Die Hüfte hielt auch. Der letzte Abschnitt konnte in Angriff genommen werden.

Laufen

Ich fühle mich erstaunlich gut. Aber Vorsicht! Der Weg ist weit. Also sage ich immer wieder vor mich hin: kleine Schritte, langsam, ganz langsam. Es geht gut. Einen HM sollte ich schaffen. Um alles danach, mache ich mir später Gedanken.
Mein Bauch fühlt sich nicht richtig gut an. Es rumpelt und pumpelt dadrin wie verrückt. Aber Ignoranz soll helfen.
Ich laufe an Luis, Nicole und Volker vorbei. Und später an den anderen. Andi reicht mir Salzstangen. Aller 2 KM gibt es Verpflegung. Immer Kopf und Arme kühlen. Ich nehme auch reichlich Wasser und Cola zum trinken. Gels nur noch die eigenen. Die von Aktiv3 haben wirklich die Konsistenz von Wasser. Man kann die wirklich gut runter schlucken.
Bei Km 7 oder 8 spricht mich plötzlich Karina an. Ich habe sie überholt, ohne es zu bemerken :shock: . Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, das Karina in schwarz starten wollte, nun aber in weiß gekleidet war :lol:
Karina ist ganz erstaunt, mich zu sehen. Sie denkt, ich bin vor ihr. Wahrscheinlich ist  sie aber an mir vorbei gefahren, als ich auf Wasser gewartet habe. Ein paar KM später sehe ich Gabi. Ich sehe auch Pjotr, Peter und Marco und Frank natürlich. Keinem ist kalt, soviel ist mal sicher. Beim Überqueren der Zeitmessmatte am 1. Wendepunkt muss ich an die Leute denken, die zu Hause am Computer unser Rennen verfolgen. Immer wenn ich eine solche Matte überquere wissen sie, das es weiter geht. Das ist wichtig.
Ich lerne wiedermal viele Leute kennen. Ich kanns nicht lassen. Ich muss halt quatschen. Da auf meinem Anzug hinten ganz groß mein Name steht, kann mich jeder auch sofort mit Namen ansprechen. Und viele meinen, das der Name nicht zur Figur passt :lol:
Irgendwann stelle ich fest, das meine Brille weg ist. Sie saß oben auf der Kappe, weil sie inzwischen so verklebt und schmutzig war, das ich sie nicht mehr aufsetzen konnte. Ich hatte sie wohl bei der letzten Verpflegungsstation runtergerissen, als ich mit Schwämmen meinen Kopf kühlen wollte. Ok, also zurück zur Verpflegungstation. “Brille, wer hat eine orangefarbene Brille gefunden? “. “Hier, hier ist sie!”. Der Helfer kommt mir entgegen gesprintet. Ich bedanke mich sehr höflich für soviel Fleiß und drehe wieder um. Ich laufe wieder auf die Lände zu, da wo alle anderen stehen, und ich freue mich über die Zurufe und den lauten Jubel. Und der HM war geschafft. Zeit für neue Ziele. Ganz einfach. Ich laufe jetzt immer 2 Km von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation und das Ganze 10 mal. Gesagt, getan.
Bei Km 26 ist Schluss! Die Stimmung hat sich verändert. Nein, nicht meine oder die der Zuschauer. Die Wetter-Stimmung. Dicke Wolken bedecken den Himmel. Und irgendetwas drückt mit aller Macht gegen meinen Schädel. Und gegen meinen Bauch. Ich kann keinen Tropfen Wasser zu mir nehmen. Nix. Mir wird sowas von übel. Ich beginne zu frieren und zu zittern. Ich muss gehen! Sonst lande ich auf dem Boden wie einige andere. Das wäre das Aus. Das geht gar nicht. Das darf und kann ich nicht riskieren. Nach 2 Km Gehen muss ich sehr schnell an den Wegrand und dann lasse ich mir die Cola und die Gels der letzten Stunden nochmal ordentlich durch den Kopf gehen.
Und dann wird weiter maschiert.
Ich entschuldige mich innerlich bei meinem Körper, das ich ihm grad das bisschen wieder weggenommen habe, was er so dringend braucht. Und verspreche ihm reichlich Essen und Schonung nach dem Ziel.
Und siehe da, es wird besser. An der Verpflegungsstation kurz vor Km 30 geht wieder Wasser. Puh. Ein Glück. Und Cola. Und ein paar Meter später laufe ich wieder los. Meinem Magen geht es besser und der Regen hat eingesetzt und der Druck aus dem Kopf ist weg. Na also.
Ich laufe wieder!
“Solange der Geist willig ist, wird sich der Körper fügen.”
Es geht zurück zur Lände. Wo die anderen warten. Ich laufe nicht mehr ganz so locker, aber es geht gut. Ich nehme immer nur kleine Schlucke Wasser und Cola. Ja nix riskieren. Ich fühle mich langsam richtig leer, was wahrscheinlich auch der Tatsache entspricht, aber Gel oder anderes geht jetzt nicht. Weil das einzige Gel das ich jetzt vertragen würde, hab ich nicht mehr. Also muss ich warten bis zur Lände. Und dieser Weg wird immer länger. Meine Kraft hat mich scheinbar nun ganz verlassen. Aus irgendeinem Grund setze ich aber einen Fuß vor den anderen. Und irgendwann komme ich bei den anderen an und es ist wie das Erreichen einer Oase. Sie feuern mich an und Andi gibt mir ein Gel und Gerd läuft ein Stück mit mir.
“Ein einziger Freund, der an dich glaubt, kann der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg sein.”
KM 36 und es bleiben nur noch 6. Ich weiß nicht, ob es das Gel ist, oder der Gedanke an nur noch 6 Km oder die Freunde, die an mich glauben, jedenfalls es läuft wieder ein bisschen lockerer. Km 37 verpasse ich irgendwie, und an KM 38 kommt die einzige wirkliche mentale Krise. Komisch, aber einer ruft mir zu: Nur noch 4 Km und ich sacke förmlich innerlich zusammen. 4Km? Sooo weit? Wie soll das denn gehen? Km 38 – 39 ist der einzig schlimme KM im ganzen Rennen. So kurz vor dem Ziel und mein Mut verläßt mich. Interessanterweise habe ich nie, also wirklich nie im ganzen Rennen an Aufgeben gedacht. Dieser Gedanke war mir sowas was fern. Und auch jetzt geht es nur um die innere Disskussion Laufen oder Gehen. Ich bleibe am Laufen, wobei es “sich vorwärts schleppen” wohl eher trifft.
“Wenn unsere Gedanken uns gefangenhalten, dann ist es doch nur naheliegend, das sie uns auch befreien können”
Dieser Spruch hängt über meinem Schreibtisch. Und er kommt mir plötzlich in den Kopf. NUR noch 3 KM. 3 von 226. Das ist ein Katzensprung. So müde kann man gar nicht sein um jetzt noch mit dem Laufen aufzuhören.
Und so laufe ich wieder befreit weiter und genieße das jetzt kommende große Fest. Ein amerikanischer Mitstreiter tanzt zur Musik über den Rother Marktplatz und seiner Aufforderung: let’s dance together! folge ich. Unsere Tanzbewegungen sind eher nur Armbewegungen. Aber die Leute feiern mit uns und mein Mittänzer erzählt mir, das es sein großer Traum war, einmal ein Ironman zu sein und das er es gar nicht glauben kann, das er es geschafft hat. Alles was jetzt kommt ist nur noch Genuss. Wieso ich eben noch so leer und platt war weiß ich nicht mehr. Ich fühle mich gut und laufe wie im Traum durch die immer enger werdenden Zuschauerspaliere. Die Leute feiern uns wie Helden. Ich laufe ins Stadion ein und kann das alles nicht realisieren. Ich höre meinen Namen: Helge Orlt finished ihre erste Langdistanz. Welcome to the finish line. Ich laufe ins Ziel und bin fassungslos. Ich bekomme meine Finishermedaille und auf der Brücke über den kleinen Teich, hin zur Zielverpflegung, stehe ich am Geländer und heule und schluchze ohne Ende. Mit einem breiten Lachen im Gesicht.

Für den Marathon hatte ich mir Gels in Flaschen abgefüllt. Ich hatte noch kurz überlegt, den Laufgürtel im Beutel zu lassen, da ich ja auf der Radstrecke schon Probleme mit der Gelaufnahme hatte. Und auch beim Laufen, habe ich sie nicht angerührt und den Gürtel bei km 20 dann Torsten in die Hand gedrückt. Ich habe direkt von Anfang an zu Cola gegriffen. Nach ca. 3km kam ich gut ins Laufen. Diesmal hatte ich meine Uhr dabei, damit ich das Tempo kontrollieren kann. Denn die Gefahr zu schnell loszulaufen ist sehr groß. Man lässt sich dann einfach zu sehr mitreißen. Ich habe nicht ständig auf die Uhr geschaut, sondern nur ab und zu, wenn ich das Gefühl hatte, dass es zu gut lief. Meist war ich dann zu schnell und ich habe bewusst langamer gemacht. An jedem Verpflegungstand hiess es wieder, soviel Wasser überschütten wie es nur ging. Die Schwämme habe ich auch überall am Körper verteilt. Getrunken habe ich die 42km lang tatsächlich nur Cola. Iso habe ich nicht mehr runtergeschluckt, sondern einfach eine Zeitlang im Mund behalten und dann wieder ausgespuckt. In der Hoffnung über die Mundschleimhaut auch noch was aufzunehmen. Weiterhin habe ich regelmäßg Salztabletten genommen. Es gab zwar auch Hühnerbrühe, salziges Wasser, Salzgurken, Tuc-Cracker und und und. Aber ich wollte meinem Magen keine weiteren Experimente zumuten, da ich auf den ersten 15km jedes Dixie aufsuchen musste, was irgendwo stand. Wahrscheinlich durch das ganze Iso auf der Radsrtecke. Danch war aber nichts mehr und ich konnte gut durchlaufen. An den wenigen kleinen Anstiegen bin ich gegangen, um Kräfte zu sparen und Krämpfe zu vermeiden. An den Verpflegungspunkten bin ich logischerweise auch gegangen. Aber dazwischen bin ich tatsächlich gelaufen. Ohne Probleme. Kein Hüftzwicken. Nichts. Mental wurde es etwas schwierig auf den langen geraden am Kanal lang. Man kann die Läuferschlange kilometerweit sehen. Bei km 22 fing es dann an zu regnen. Ich habe mich noch nie so sehr über Regen beim Laufen gefreut, wie in diesem Moment. Er kühlte nicht wirklich. Aber wenigstens war die Sonner verschwunden. Die einzige Sorge war, dass ich mir in den nassen Schuhen Blasen laufe. Zumal ein Großteil der Wege unbefestigt war und ich schon das ein oder andere Steinchen im Schuh spürte. Ich wollte sie aber nicht aussziehen, weil ich Angst hatte  beim Bücken einen Krampf zu bekommen. Also lief ich einfach weiter. Wieder an der Lände angekommen standen nochmal unsere Männer und Freunde. Jetzt waren es nur noch 7km bis zum Ziel. Jetzt konnte nichts mehr passieren. Tatsächlich waren die letzten Kilometer die Schnellsten. Es gab noch eine letzte Schleife durch Roth und dann fing plötzlich auch schon der rote Teppich an. Ab da machte ich nochmal schön langsam, um das Ganze richtig zu geniessen. So wie ich es wollte konnte ich lächelnd und bei klarem Verstand, hihi, durch das Ziel laufen und meine Medaille aus den Händen von Profi Pete Jacobs in Empfang nehmen. Auch die Marathonzeit war etwas schneller als ich mir erhofft hatte. Somit kann ich für mich von einem perfektem Rennen sprechen. Im Ziel hatte ich nur noch Gänsehaut und natürlich ich auch ein paar Tränchen verdrückt.

Nach dem Rennen

In Mitten der vielen Athleten im Versorgungszelt finde ich einen Platz zum Sitzen. Erst mal setzen. Ich treffe auf Uwe, der ebenfalls seine 1. Langdistanz gefinished hat. Er fragt nach meiner Zeit und ich stelle fest, das ich daran noch gar keinen Gedanken verschwendet habe. Ich weiß meine Zeit nicht. Gefühlt waren es 100 Stunden. Die Realität, so vermute ich, wird etwas weniger sein :-)
Irgendwann erfahre ich dann auch meine Zeit: 12:46 und es haut mich um. Ich war mir sicher mindestens 14 Stunden unterwegs gewesen zu sein.
Karina kommt und dann auch Frank. Wir feiern uns und unsere 1. Langdistanz. Wir sind total platt und total glücklich. Das Lächeln im Gesicht scheint sich festzubrennen.
In der Wechselzone beim Rad- Checkout versagt dann langsam aber sicher mein Kreislauf. Ich habe seit dem Zieleinlauf nichts getrunken, geschweige denn gegessen. Es geht einfach nicht. Und nun sagt mein Körper: Mädel, es geht einfach nicht :lol:
Ich muss mich setzen und dann lege ich mich auf eine Bank. Frank checkt mein Rad aus und will Andi holen. Ein Helfer kommt und bringt mir eine Cola. Ich trinke ganz langsam Schluck für Schluck und dann geht es wieder. Als Andi kommt kann ich sogar schon wieder sitzen und gleich auch wieder gehen, So können wir also den Heimweg antreten. Ich kann nicht schlafen, mein Körper brennt, Er ist wohl noch immer unterwegs. Aber diesmal stört es nicht.
Ich kann es immer noch nicht fassen. Nur ganz langsam verstehe ich, was wir da heute erreicht haben.
Schlaflos glücklich starre ich an die Decke und grinse so vor mich hin :-)

Als ich im Zelt der Zielverpflegung ankam, sah ich schon direkt Helge sitzen und sie sah gut aus. Wir lagen uns in den Armen und konnten es kaum glauben. Wir hatten es tatsächlich geschafft. Wir konnten noch aufrecht gehen und hatten auch keinerlei Krämpfe, wie so viele andere Teilnehmer. Da wir total durchnässt waren, machten wir und zuerst mal auf den Weg zu den Kleidungsbeuteln, um uns umzuziehen. Das dauerte ein bisschen, denn so ganz gelenking waren wir nicht mehr. Die nassen Kompressionsstrümpfe auszubekommen war schon eine etwas schwierige Angelegenheit :-) . Irgendwann hatten wir es aber geschafft uns in die trockene Kleidung zu bekommen.Dann konnten wir dann noch Gabi und Peter in die Arme schliessen. Peter wurde sogar Deutscher Vizemeister in seiner Altersklasse. Jetzt beginnt für ihn die Vorbereitung auf Hawaii. Wahnsinn. Kurz danach traf auch Frank ein und wir waren wieder vollzählig. Auch er war noch ganz eingenommen von den Eindrücken und der Erschöpfung. Ihm ging es aber auch gut. Gerne hätte ich etwas von der tollen Zielverpflegung gegessen. Aber ich konnte einfach nicht. Schon allein der Geruch machte meinem Magen Probleme. Und dabei gab es so leckere Sachen. Ich merkte so langsam, wie mein Körper anfing zu zittern. Schnell griff ich mir ein paar Becher Cola und suchte mir einen Platz, um mich zu setzen. Nach einer Weile ging es mir dann besser. Aber Essen konnte ich immer noch nicht. Frank und Helge auch nicht. Länger warten wollten wir dann auch nicht und so sind wir dann raus zum vereinbarten Treffpunkt. Wir holten uns unsere verdienten Glückwünsche ab, machten schnell noch ein paar Fotos für die Daheimgebliebenen und liefen Richtung zweite Wechselzone, um die Räder abzuholen. Im Vorfeld war eine weitere Sorge meinerseits: Bin ich danach noch in der Lage bis zur Wechselzone, die ca. 500m vom Ziel entfernt ist, zu gehen? Und schaffe ich es bis 23 Uhr mein Rad auszuchecken? Ich machte mir keine Sorgen die Langdistanz zu schaffen, sondern eher Sorgen um den Zustand danach. Aber alles unbegründet :-) Das Gehen dorthin tat meinem Kreislauf ganz gut und es ging mit zusehens besser. Übrigens immer noch mit ner Cola in der Hand. Soviel wie an diesem Tag hatte ich im ganzen letzten Jahr nicht davon getrunken. Das Rad und die anderen Wechselbeutel waren schnell gefunden. Und dann wartete ich auf Frank und Helge. Und wartete. Warum es so lange dauerte schreibt Helge lieber selbst ;-) . Das Feuerwerk und die grandiose Stimmung im Zielstadion hatten wir im letzten Jahr als Zuschauer erlebt. Deshalb verzichteten wir darauf, nochmal zurück zu gehen und machten uns direkt auf den Weg ins Hotel. Ich schaffte es gerade noch so unter die Dusche und dann fiel ich ins Bett. Und dann? War ich wach. Aber sowas von wach. Adrenalin, Cola und gefühlt immer noch mindestens 25 Grad in der Nacht waren wohl zuviel. Ausserdem hatte ich das Gefühl, ich verglühe gleich. Letztendlich habe ich nur 2 Stunden geschlafen. Das Frühstück war dann die erste feste Nahrung, die ich wieder zu mir nehmen konnte. Es war aber eher Vernunftessen als Hunger. Das Kauen tat sogar richtig weh. Wir verabschiedeten uns zeitig von den Anderen, da wir noch unsere Tochter bei Schwager und Schwägerin abholen “mussten”. Sie hatte die 3 Tage dort verbracht. Für sie wäre das zuviel und zu anstrengend gewesen. Denn unsere Männer hatten mit uns genug zu tun :-). So konnte sie 3 Tage mit ihrer kleinen Cousine verbringen.  Ein klitzekleines bisschen Belohnungsshopping im Outlet dort musste auch noch sein. Den Lindt-Laden habe ich quasi leer gekauft, hihi. Der obligatorische Stopp in einem Fastfoodrestaurant durfte auch nicht fehlen. Hatte ich doch die letzten Monate darauf genauso verzichtet wie auf Cola.  Den Rest der Autofahrt verbrachte ich mit dem Kopf vor der Kühlung und mit abnormalem Essverhalten. Gummibärchen wechselten sich mit Würstchen, Schokolade und Tuc-Keksen ab. Inzwischen hat sich das aber Gott sei Dank wieder normalisiert :-) . Das Schlafen klappt auch wieder. Auch sonst gibt es keine größeren Nachwehen. Klar, ein bisschen Muskelkater. Aber ich konnte und kann die Treppen normal vorwärts runter gehen. Ich habe keine Blasen an den Füssen und keine Zehennägel ,die sich eventuell verabschieden könnten. Meine Mitarbeiterinnen hatten schon anbgeboten, mich auf einem Stuhl durch die Praxis zu rollen :-) . Das war sehr zu ihrme Leidwesen nicht nötig :-) . Also, habe ich wohl alles richtig gemacht. Und nun? Mache ich erstmal gar nichts. Sportliche Ziele gibt es dieses Jahr keine mehr. Klar werde ich weiterhin trainieren. Vielleicht lasse ich mich auch mal wieder auf dem Bogensportplatz blicken. Ich werde es einfach auf mich zukommen lassen. Worauf ich mich jetzt freue? Am Wochenende ausschlafen zu können und dann in Ruhe mit der Familie zu frühstücken.

Danke

Wenn in einer Beziehung einer so viel Zeit für Training benötigt, dann bleiben zwangsläufig mehr Aufgaben an dem anderen hängen. Andi hat gekocht und hat mich durch die Gegend gefahren. Gerade am Montag nach dem Rennen, als auch er total müde war, ist er die ganze Strecke alleine gefahren. Ohne seine Unterstützung hätte ich das nicht machen können. Vielen vielen Dank dafür mein Schatz. Ohne dich kann ich nicht sein was ich bin.
Dank an Karina und Frank, weil sie die Trainingseinheiten bereichert haben. Alleine wäre es sicher weniger schön gewesen.
Die mitgereisten Supporter (Nicole, Luis, Volker, Hans-Jörg, Gerd, Kessie, Inge, Markus, Torsten und Andi) haben einen ebenso anstrengenden Tag in der Hitze hinter sich wie wir. Ich weiß das, weil ich war letztes Jahr auch dabei. Vielen Dank für eure Unterstützung. Besonderen Dank an Luis. Ich glaube, er ist 10 Jahre alt (bin mir nicht sicher) und hat den ganzen Tag mit durchgehalten und uns lauthals angefeuert. Außerdem war es Luis, der mir 4 Tage vorher versicherte: Du schaffst das locker! Luis, du bist mein Held :-)

Danke natürlich auch an all die Blogger und Freunde, die geschrieben und unterstützt haben, die Daumen gedrückt und online verfolgt haben. Auch an meine beiden Töchter Kassandra und Paula, die mitgefiebert haben und meine Familie.
Danke an alle, die an mich gedacht haben.
Danke natürlich an Trainer Marc. “Train smart not hard” war sein Motto für uns. Und hat gepasst wie die Faust aufs Auge :-) . Was man mit einem sinnvollen Trainingsplan alles erreichen kann ist wirklich unglaublich.
Vielen Dank an Tanja, die uns so charmant und witzig über die Berge von Gran Canaria begleitet hat. Das war ein sehr wichtiger Teil unserer Vorbereitung.
Und noch einen ganz dicken Dank an Natalie. Fürs Trösten, Mut zusprechen, Anfeuern und vieles mehr. Du bist und bleibst ganz einfach ein Engel.

An aller-aller-erster Stelle Danke ich meinem Schatz Torsten, der sich die letzten Monate wie alleinerziehend gefühlt haben muss. Danke für die bedingungslose Unterstützung. Dafür, dass wenn wir von den Trainingseinheiten kamen, das Essen fertig war, für das Hin und Her fahren, für das Aushalten meiner Launen und der des Kindes ;-) und und und… 

Danke an Julia, die öfters mal alleine bleiben “musste”, weil Mama stundenlang Rad fahren war und Papa noch arbeitete. Obwohl, ein bisschen hat sie diese Freiheit auch genossen ;-) .

Danke an meine Eltern. Obwohl meine Mama gesagt hat, als ich ihr von meinen Plänen erzählt habe: “Kind, dass verbiete ich  dir!” :-) . Danke an meinen Bruder ( der inzwischen auch laufenderweise wettkampfmäßig unterwegs ist ) samt Family. 

Danke an Helge und Frank, dass wir nach so vielen Stunden, die wir aufeinander gehockt haben immer noch befreundet sind :-) . Sind wir doch noch, oder?

Danke an Marc für die perfekte Vorbereitung auf ein für mich perfekt gelaufenes Rennen.

Danke an alle Freunde, Trainingskollegen und Blogger. Ich kann die vielen Namen nicht alle aufzählen, denn der Speicherplatz des Blogs ist begrenzt und ich habe Angst,  irgend jemanden in der Aufzählung zu vergessen. Danke an alle, die an uns geglaubt haben, die mit uns zusammen bei Wind und Wetter trainiert haben, vor Ort waren, virtuell an uns dachten und mitfieberten.

Und jetzt für die Statisiker unter den Lesern. Seit dem Trainingsstart am 1.11.2013 bin ich 175km geschwommen, 4358km Rad gefahren, 499km gelaufen und habe 25km im Wasser mit Aquajogging hinter mich gebracht.

 

 

…to cross the finish line

Meine Kollegen in Amerika haben gefragt, was ich mir vorgenommen habe. Für Roth. Für die erste Langdistanz.
Meine Anwort: I just want to cross the finish line.

Das Ziel ist die Ziellinie.
Nun sagt sich das so einfach. Es sind nur schlappe 3,8 Km im Wasser, 180 Km auf dem Rad und dann grad mal noch ein Marathon. Das müsste doch zu schaffen sein, oder?

Iron(wo)man! Das ist das Ziel. Zeiten spielen keine Rolle. Deshalb gehe ich auch ohne Uhr und ohne Tacho an den Start. Ich möchte mich nicht nach einer Zeitvorgabe richten. So frei nach dem Motto: Wir haben den vollen Preis bezahlt, da können wir auch den ganzen Tag nutzen :-) .
So sagt die weltbeste Physiotherapeutin. Sie wid sicherlich nicht den ganzen Tag brauchen. Sie wird lang im Ziel sein wenn wir eintrudeln. Aber Hauptsache ist ja, das wir dort ankommen. Aufgeben ist keine Option. DJ Gerd sagt immer: Aufgeben kannste bei der Post :lol:
Es war ein langer Weg bis hierher. Die Idee, die Anmeldung, der Start ins Training. Seit 01.11. trainieren wir jetzt speziell für diesen einen Tag unter Anleitung von Marc. Wahnsinn! Fast 4000 KM mit dem Rennrad, über 1000 KM mit dem MTB, 850 gelaufene KM, 235 geschwommene KM und und 67 Stunden Rumpfstabi. Sind wir nicht schon ein kleines bisschen Iron(wo)man weil wir bis hierher durchgehalten haben? Naja, andere würden bekloppt dazu sagen und einen Arzt empfehlen.

Wir haben uns monatelang durch den Schlamm mit dem MTB die Berge hoch geschraubt (was ein Spaß). Haben bei unzähligen Rumpfstabi-Stunden unsere Fettpölsterchen in Muskeln umgewandelt (naja, nicht alle :-) ), sind stundenland unsere Bahnen geschwommen, haben 2 Wochen auf Grand Canaria unsere Grenzen neu definiert, sind die Berge rauf und runter gelaufen, bei jedem Wetter, egal ob Lust oder nicht, haben es einfach durch gezogen.
Ich habe in den letzten Monaten Tonnen von Gemüse und Obst gegessen. Überhaupt habe ich Tonnen von allem gegessen. Das vorwiegende Gefühl in den letzten Wochen war Hunger. Hunger auf alles, selbst auf Dinge, die ich vorher nicht gegessen habe. Einmal rannte ich mit der Pfanne sogar der Katze hinterher … :-D
Zweifel? Hatte ich bisher keine. Trainiert habe ich ja genug, oder? Seien wir mal ganz ehrlich, das ich in Roth nicht einen neuen Weltrekord aufstelle, liegt nicht am fehlenden Training, sondern am fehlenden Talent. :roll:
Trainer Marc hat uns gut vorbereitet, soviel ist mal sicher. Und vorgestern gab es noch letzte Instruktionen von ihm. Und beruhigende Worte. Und Tips. Er hat, so scheint es, mehr Vertrauen in uns, als wir selbst. Hat auf jeden Fall sehr gut getan. Der “Segen” vom Trainer :-) .

Für mich wars bis hierher ja ziemlich leicht. Mir blieb bisher alle Krankheit erspart. Ich war nicht verletzt, hatte keine großen Ausfälle, noch nicht mal nen Schnupfen.
Und doch habe ich Muffesaußen! Puls im Ruhezustand: 140
Panik! So, das ich sogar einen Traum hatte.
Ich träume sonst nie. Ehrlich, ich bin der Typ Mensch, der sich hinlegt, einschläft und einfach nach 8 Stunden wieder aufwacht. Ohne wach zu werden, ohne Träume. Aber letzte Woche war das anders.
Ich träumte ich laufe einen 40 Km Lauf. Es ist Sonntag, eine Woche vor Roth und ich laufe diesen Lauf und überlege, ob es denn ratsam ist, eine Woche vor Roth so weit zu laufen. Ob der Trainer das gut findet? Das überlege ich während dessen ich laufe und ich ringe mit mir, ob ich nun weiterlaufen soll, oder nicht. Ich bin bei Km 16. Da wache ich auf. Und ein unaufhörlicher Strom von sinnlosen Gedanken überfällt mich. :shock:
Wie um Himmels Willen, komme ich auf den Gedanken, einen Ironman finishen zu können?
Was hatte ich nur geraucht, als ich mich dazu entschlossen habe?
Diese Geschichte ist einfach eine Nummer zu groß für meinen jugendlichen Leichtsinn. Man kann mit Spaß und Leichtigkeit ja fast alles meistern, aber einen Ironman?
Dann musste ich an Karina denken. Daran, das sie es weit schwerer hatte als ich. Sie wusste lange nicht, ob sie das wirklich durch ziehen kann. Sie konnte Wochenlang nur im Wasser trainieren. Und hat doch einfach weiter gemacht. Das ist auf jeden Fall schon mal sehr Iron(wo)man-verdächtig :-)

Nun denn: aus der Nummer komme ich jetzt eh nicht mehr raus. Es ist fast soweit und dann wird sich zeigen, was wir gelernt haben. Ich muss das nun hinter mich bringen. Zum Glück gehe ich nicht alleine an den Start. Es werden jede Menge wahnsinnige Sportler aus der Region an den Start gehen. Da ist zum Beipiel die weltbeste Physiotherapeutin Gabi. Ja, sie kann nicht nur mit Wunderhänden alles wieder gerade biegen, sie kann auch Ironman :-D und das ganz schön schnell. Mit dabei ist auch Carmen. Carmen kann laufen wie der Wind. Wahnsinn. Und Peter, der sich schon auf Lanzerote sein Ticket für Haweii sichern konnte und dieses Jahr noch den Ironman aller Ironman macht. Das wird dann also der 3. Ironman in diesem Jahr (und mich halten einige für verrückt, unglaublich :roll: ). Und dann sind dann noch Erich und Pjotr und Marco, alles schnelle Granaten. Die sind alle längst geduscht und ausgeschlafen, wenn wir ins Ziel kommen. :grin:
Und natürlich Frank. Genau wie Karina und ich ein Rookie auf dieser Distanz.
Wir drei haben so toll zusammen trainiert. Das hat so manche lange Einheit sehr kurzweilig gemacht. Aber jetzt müssen wir alleine ins Rennen gehen. Jeder für sich die Schlacht mit der Hitze und den vielen Km und sich selbst schlagen.
Aber irgendwie weiß man ja, das die anderen auch da sind. Das ist schon mal gut.
Und viele Freunde werden an der Strecke stehen. Es ist irre, wer alles mitfährt. Das tut so gut zu wissen, das man unterstützt wird. Das ist wirklich Klasse. Und wieviele Leute uns mental unterstützen. Zeiten online verfolgen oder einfach nur gedanklich bei uns sein wollen. Das haut mich echt um!
Alleine deswegen müssen wir das durchhalten.

Torsten hat es gestern ungefähr so ausgedrückt: Ihr schwimmt zu eurem Rad, fahrt zu euren Laufschuhen und lauft dann ins Ziel.
Ganz einfach. :lol:

Ich wünsche uns allen gute Beine und gutes Krisenmanagement (Krisen werden kommen) und keine technischen Pannen. Und natürlich richtig viel Spaß.
Und dann:
Welcome to the finish line

Hallo zusammen: Helge spricht mir aus der Seele und ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen :-) Viele Grüße Karina

Einmal schnell bitte

Ich werde paranoid. Die vorletzte Trainingswoche vor Roth und ich sehe rot.
Irgendwie tun mir die Beine weh. Und der Zahn und ich bin müde. Und kraftlos und überhaupt.
Es steht nicht viel auf dem Plan. Die Laufeinheit am Mittwoch verlagerte ich vorsichtshalber zu Karina ins Wasser. Aquajogging ist auch mal wieder schön. Anschließend ging es direkt noch zur weltbesten Physiotherapeutin. Mein hinterer Oberschenkel Muskel vom linken Bein hatte vorletzte Woche versagt, aber es ist schon alles wieder gut. Aber besser nochmal ordentlich massieren lassen.
Dann wäre da noch der Zahn. Hatte ich bis Donnerstag noch an Phantomschmerzen geglaubt, wird mir beim Mittagessen klar, das selbst ICH nicht über solch eine Einbildungskraft verfüge. Ich leide beim Essen. Und das geht gar nicht.
Zum Glück kenne ich da ein gute Zahnärztin :-)
Also erzähle ich Karina mein ganzen Leid und bekomme noch schnell einen Termin für Freitag morgen.
Schnell ist dann auch ein freiliegender Nerv unter irgendeiner Füllung ausgemacht. Und der muss weg, Oder wie auch immer, jedenfalls heißt das Zauberwort: Wurzelbehandlung :shock:
Das an sich hört sich ja schon schrecklich an, als Karina dann aber von Betäubungsspritzen redet, rollen sich mir die Fußnägel hoch. Panik ist im Anflug.
Ich bitte darum, dieses Wurzelgedönsdingsbumsda ohne Betäubung zu machen, worauf mich Karina nebst Helferin geschockt anschauen.
Ohne Betäubung? Das geht nicht, das tut weh,
Besser weh tun, als sterben, und Spritzen sind definitv ein Grund für mich zu sterben :lol:
So gibt es also die Wurzelbehandlung ohne Betäubung und ich hatte zwischendurch das Gefühl, das Zahnärztin und Helferin mehr leiden als ich. Ich übte mich einfach eine Stunde lang in Schmerz-Ignoranz und Karina bestätigte mir dann auch, das Roth auch nicht mehr weh tun könnte als das. Hoffen wir mal, das sie Recht hat.
Der Zahn jedenfalls sagt nix mehr. Alles perfekt. Problem gelöst.

Die Müdigkeit scheint auch verflogen zu sein. Wobei ich heute ja auch keinen Sport mache. Ruhetag :-) .
Ein ganzer Sonntag ohne Sport, was ein Wahnsinn. Karina musste heute morgen nochmal ran. Sie hatte das Radeln und Laufen gestern ausfallen lassen und hat die Einheit heute morgen dann nachgeholt. Ich hatte das gestern schon mit Frank gemacht. Ich glaube Frank war auch müde. Unser Schnitt für die 60 Km Rad war jedenfalls unterirdisch. Laufen ging dann etwas besser. Aber vom Gefühl ist es eher so, als wäre eine Langdistanz nicht zu schaffen.
Und am Abend sind wir dann nach Morbach gefahren. Nicht ins Kino, oder zum Essen, oder Konzert oder was man halt alles so machen kann, nein, wir sind zum Wettkampf gefahren. :lol:
Verrückt. Kassandra wollte einen Wettkampf mit mir machen. Karina war gern mit dabei. Beim Swim & Run in Morbach gingen Kassandra, Karina und ich beim Einzel an den Start. 300 m Schwimmen und 3000 m Laufen. Und wenns geht, schnell bitte. Also nicht das es irgendeine Rolle spielte, aber ich hatte ja schon 4 Stunden Training hinter mir. Und Andi, der anschließend noch mit Karina eine Staffel machte, ebenfalls.
Naja, 300 m Schwimmen sind schnell vorbei. Karina, schnell wie der Wind, war als 1. Frau aus dem Wasser. Ich als 3. Kassandra als Brustschwimmerin brauchte etwas länger.
Es sind ja nur 3 Km. Aber warum muss man die so schnell laufen? Andi und Torsten standen an der Strecke und bemängelten meine fehlende Geschwindigkeit. :roll:
Die können gut lachen, stehen da rum … Na gut, dann lauf ich halt schneller. Hinter mir kamen auch Leute, die sahen nach schnell laufen aus. In Runde 2 überholte ich Karina. Sie sagte nur: Ich bin zu alt für diese kurzen schnellen Dinger.  Ja, genau das dachte ich auch.
Zum Glück sind die kurzen Dinger ja schnell vorbei. Als 2. Frau kam ich ins Ziel und gewann sogar einen Gutschein. Kassandra beendete auch sehr erfolgreich ihren ersten Multisport Wettkampf und hatte sichtlich Spaß gehabt.
Bei der Staffel mussten wir zum Glück nur Schwimmen. 3 x 100 m. Dazwischen musste der Läufer immer 1000 m Laufen. Da mein Staffelpartner abgesagt hatte, wollte ich erst nicht starten, aber es fand sich ein Staffelläufer, dessen Schwimmer fehlte, So ging ich dann doch nochmal ins Wasser.
War ein echt lustiger Wettkampf. Außer, wenn ich 100 m Schwimmen musste :lol: Das war die Hölle. Man man, ich war völlig kraftlos.
Andi lief trotz seiner 4 Stunden Einheit am Morgen total schnell und Karina schwamm sowieso schnell. So konnten die beiden sich den 2. Platz sichern. Mein schneller Läufer und ich toter Fisch kamen immerhin noch auf Platz 3 :-)

Im Anschluss kochten Karina, Torsten, Andi und ich bei uns zu Hause noch was leckeres und der Kamin wurde auch aktiviert (es war einfach total kalt gestern) und so hatten wir noch einen schönen Abend :-)
Und jetzt ist es noch 1 Woche.

2 lange Einheiten an einem Wochenende

Nachdem dem üblichen Training unter der Woche ( Schwimmen, ein bisschen Laufen und eine kurze intensive Rad + Laufeinheit ) stand am Samstag wieder eine lange Einheit auf dem Plan. Eigentlich kann man schon sagen eine weitere Mitteldistanz :-) . Wir trafen uns also mit Frank 9 Uhr morgens in Riol am See und stürzten uns für 2km Schwimmen in die Fluten. Aufgrund des Windes gab es sogar Wellen und Strömung. Bloss gut, dass wir in 2 Wochen das Freiwasserschwimmen beenden, denn die Algen im See werden immer größer. Sie tun ja nichts, aber irgendwie finde ich den Anblick in dem trüben Wasser gruselig. Helge geht es genauso ;-) . Danach ging es aufs Rad. 120km sah der Plan vor. Einen Teil der nassen Sachen vom Schwimmen tauschten wir gegen Trockene, denn der Wind war doch recht frisch. Naja, eigentlich hätten wir uns das sparen können. Denn kaum sassen wir auf dem Rad fing es auch schon an zu nieseln. Kurze Zeit später ging der Niesel dann in richtigen Dauerregen über. Diesmal hatte ich meine Regenjacke rechtzeitig an, aber ab einer gewissen Regendauer ist die dann auch durch. Und immer wenn wir dachten, jetzt wird es weniger oder hört auf, fing es nochmal richtig an zu schütten. Da wir keine Lust hatten wieder flach an der Mosel entlang zu brettern ;-) ging es diesmal über den Feller Berg nach Waldrach und dann über den Ruwerradweg nach Hermeskeil. Als wir bei Kilometer 60 am Wendepunkt ankamen hatten wir tatsächlich schon 750 Höhenmeter . Der Radweg hat bis Hermeskeil eine stetige Steigung von vielleicht 1-2%, aber man hat die ganze Zeit das Gefühl irgendwer hält das Rad hinten fest :-) . Zurück konnten wir es dann allerdings so richtig schön rollen lassen. Und noch viel schöner war, dass wir überall freie Fahrt hatten. Wer geht schon bei dem Wetter vor die Tür? Wieder am See angekommen wartete auch schon Andi, der Frank beim abschliessenden Lauf begleiten wollte. Kaum hatten wir die Räder im Auto verstaut, hörte der Regen auch auf :-) . Helge und Frank sollten 22km und ich maximal 15km laufen. So langsam wurde es auch wärmer. Das merkten wir vor allem auf der ersten Hälfte, wo wir Rückenwind hatten. Vom Gefühl her stand die Luft. Auf dem Rückweg dann versuchte ich immer ganz links an den Weinbergen oder Mauern zu laufen, in der Hoffnung, dass dort der Wind nicht ganz so stark ist. Am Startpunkt angekommen wartete ich noch auf die Anderen, die ein paar Minuten nach mir eintrafen. Andi hatten lecker Nudelsalat und Würstchen mitgebracht, die wir dankbar vertilgten. Nach über 7 Stunden freute ich mich nur noch auf ein heisses Bad und die Couch. Naja die Couch musste dann noch kurz warten, denn erst wollte noch eine Waschmaschinenladung nasser dreckiger Sportsachen bearbeitet werden. Und auch beim Rad wollte ich nicht warten, bis der ganze Matsch + Schleim von tausenden Nacktschnecken  angetrocknet war. Also den Kärcher nochmal rausgeholt, wie zu schönsten MTB Zeiten. Aber dann, nach einer weiteren Kohlenhydrataufnahme, konnte ich endlich die Füsse hochlegen.

Für Sonntag hatte der Coach einen Ruhetag eingeplant. Also eigentlich hatte er gesagt, wir sollten uns den Tag mit dem besseren Wetter für die lange Einheit aussuchen. Ich hoffe Jens, du weisst es zu würdigen, dass wir am Samstag stundenlang im Regen trainiert haben, um dich am Sonntag beim Ironman in Frankfurt anzufeuern ;-) . Das hiess, wieder früh aufstehen, einigermaßen gemütlich frühstücken, Kind zu einer Freundin bringen und dann die ganze Bagage einsammeln und ab nach Frankfurt. Pünktlich als die ersten Profis auf die Laufstrecke gingen, kamen wir an. Perfektes Timing. Wir fanden auch ein nettes schattiges Plätzchen mit einem Cafe gegenüber und machten es uns gemütlich. Naja eigentlich haben wir stundenlang gestanden, durchgeklatscht und angefeuert.

IMGP6587

Ein bisschen nachdenklich wurden wir dann, als die Athleten kamen, denen man angesehen hat, wie sehr sie leiden. Da habe ich mir geschworen, in Roth auf der Laufstrecke immer zu lächeln. Egal, wie schlecht es mir geht. Vielleicht sollte ich mir das auf den Arm oder den Handrücken schreiben. Nachdem wir unseren letzten Vereinsathleten auf seine finalen 2km geschickt hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Die 2. lange Wochenendeinheit haben wir somit auch erfolgreich beendet.  Wir wurden gestern öfters gefragt, ob wir uns das wirklich antun wollen. Und JA, DAS wollen wir.

Win-Win Situation und 2 Tage Dusche

Noch 3 Wochen. Dann ist Schluss mit lustig! :lol:
Aber noch gibt es jede Menge Fun. Training bis zum Abwinken und mit allen Schikanen, die es halt so gibt beim Training im Freien.
Donnerstag haben Karina und ich die Zeit, in der ganz Deutschland vor dem Bildschirm saß und zuschaute, wie 22 Leute sich um einen Ball gestritten haben (warum gibt man denn nicht jedem Spieler einen Ball, so teuer können die Dinger doch gar nicht sein :???: ), genutzt, um 1 Stunde laufen und anschließend 1 Stunde schwimmen zu gehen. Ja, Karina läuft wieder und es klappt sehr gut. Sie hat auch überhaupt keinen Bock mehr auf Aquajoggen. Was man ihr definitiv nicht verdenken kann.
Gestern hatten wir dann 3000 m Schwimmen und 100 Km Rad auf dem Plan stehen.
Zuerst waren wir im Nordbad zum Schwimmtraining. 200m Einschwimmen, 5 X 200 schnell, 500 locker, 5 x 200 schnell und dann nochmal 300 locker. Karina hat mich völlig fertig gemacht. Also sie ist wie ein junger Gott geschwommen oder ich wie ein toter Fisch :lol:
Jedenfalls konnte ich nur 6 x 200 dran bleiben. Dann lies ich sie ziehen :roll:
Nach dem Schwimmen gab es bei Karina ein kurzes Frühstück. Und dann ging es ab auf’s Rad und los Richtung Luxemburg. Pünktlich mit uns startete auch der Regen. Erst leicht und gut zu ertragen, dann mal wieder etwas stärker. Richtig schlimm wurde es erst, als wir bemerkten, das es eigentlich gar nicht so schlimm ist und der Fahrtwind alles schnell wieder trocknet :lol:
Da kam dann der richtig böse und dauerhafte Regenguss. Und Karina fiel auch irgendwann auf (nach ca. 2 1/2 Stunden im Regen), das sie ihre mitgeführte Regenjacke noch gar nicht an hatte :-P
Naja, da wir wissen, das Regen auch in Roth passieren kann, ertrugen wir es mit Fassung. Und es war auch nicht wirklich kalt. Und die Tour war trotzdem toll und lustig.
Aber froh unter der heißen Dusche zu stehen waren wir dann doch.
Torsten bereitet uns ein perfektes Sportler Essen zu (was würden wir nur ohne unsere GöGa’s machen !?).

Spaß trotz Dauerregen

Spaß trotz Dauerregen

Und Abends kam dann noch Andi und wir gingen zusammen zur Geburtstagsparty. Der Mann der weltbesten Physiotherapeutin hatte zum runden Geburtstag geladen.
Ein toller Tag und eine tolle Party.
Heute hatte ich 30 Km auf dem Plan stehen. So weit bin ich noch ….. Na, ihr wisst schon.
Gleichzeitig war auch Trierer Stadtlauf. Warum also nicht diesen nutzen? Ok, ich fand sogar ein “Opfer” :grin:
Lennart hatte bei seinem ersten und bisher letzten HM vor ein paar Wochen einen wirklich schlechten Tag erwischt. Er hatte in Freiburg ziemlich gelitten und wagte sich nicht so recht an einen zweiten HM. Aber mit dem Wissen, das wir einen schönen lockeren Lauf machen, entschloss er sich also, mit mir zusammen den HM anzugehen.
Andi wollte meine HM Zeit von St Wendel angehen, um die familieninterne HM-Laufkrone wieder zu erlangen :-)
So fuhren wir heute morgen nach Trier. 9 Km vor Trier stieg ich aus und lief los. Es sollten ja 30 km werden. Am Start traf ich dann auch Lennart. Wir einigten uns auf ein Anfangstempo so um die 6:20. Dann liefen wir los. Wir liefen und redeten über den Sport, Wettkämpfe, was uns so antreibt und das Leben, das Universum …. :lol:
Jedenfalls bin ich selten so kurzweilig 21 Km gelaufen. Natürlich durfte das Ganze nicht trocken stattfinden. Und so gabs nach der gestrigen Dusche auf dem Rad noch eine ordentliche Dusche beim Lauf heute. Aber beim Laufen ist das Wasser von oben zumindest mal nicht wirklich gefährlich und unserem Lauf hat es kein bisschen geschadet :-)
Auf der 2. Runde zogen wir dann das Tempo an und zum Schluss konnten wir nochmal richtig Gas geben. Lennart merkte, das ein HM richtig Spaß machen kann. Er konnte seine Bestzeit wirklich wirklich locker um 5 Minuten verbessern (da geht noch ganz viel mehr) und ich lief ohne es wirklich zu merken tatsächlich 30 Km. Das war ein Gewinn für uns beide.
Und es hat richtig Spaß gemacht :-)
Danke Lennart für deine Begleitung.

Sieht nach Spaß aus, oder?

Sieht nach Spaß aus, oder?

Andi verpasste die familieninterne Laufkrone um 10 Sekunden :-| . Aber der nächste HM kommt bestimmt und seine bisherige Bestzeit hat er mal locker um 7 Minuten verbessert.
Karina verzichtete auf 2 1/2 Stunden Aquajogging und ging stattdessen 18,5 Km Laufen. Und das wohl auch ohne größere Probleme. Also auch da scheint alles auf dem richtigen Weg zu sein.
Noch 3 Wochen. Dann ist Schluss mit lustig :wink: