Meisterlich

Wenn die zwei tridreamteam Mitglieder auf Reisen gehen (die eine nach Norden, die andere nach Süden), dann gibt es auch was zu erzählen. Und weil es so gut an kam beim letzten Mal, gibt es hier wieder einen Bericht in Schwarz (auf Weiß) von mir und Karina’s Bericht im unglaublichen Pink (auf Weiß).

Die letzte Woche von Montag – Freitag:
Montag war Regeneration angesagt. Den Tag davor war ich in Zell an der Mosel beim Sprint Triathlon gestartet (750m-  20km- 5km). Das war der reinste Spaß. Wobei man mir ja immer wieder sagt, das würde gar nix bedeutet, weil für mich sowieso immer alles Spaß ist. Ist es ja auch. Durch die Mosel zu schwimmen, mit dem Rad einen Berg hochzujagen (und wieder runter) und dann noch 5 km laut schnaufend zu Laufen das macht nun mal ganz einfach Spaß. Ich war jedenfalls volle Kanne zufrieden mit dem Wettkampf. Den letzten der 5 km konnte ich sogar in einem 4:45er Schnitt laufen. Das war wohl Rekord für mich.
Den Rest der Woche verbrachte ich (wie sollte es anders sein) mit Schwimmen, Laufen und Radfahren. Wobei ich tatsächlich zum Radfahren mein MTB benutzte, ich hatte das Gefühl, es fühlte sich vernachläßigt. Meine Woche war weniger aufregend. Seit dem letzten Samstag lag ich mit einer Erkältung flach. Den ganzen Winter habe ich es geschafft gesund zu bleiben und jetzt das. Also wurde jede freie Minute, zwischendurch „musste“ ich immer noch ein bisschen arbeiten ( selbst und ständig halt ), rumliegend oder schlafend auf der Couch verbracht. Es hat geholfen. Am folgenden Wochenende war ich tatsächlich wieder fit. Naja, die Nase war noch ein bisschen verstopft, aber ansonsten war alles gut.
Samstag stand wieder Schwimmen auf dem Plan und am Nachmittag kam Bergziege Frank zu uns in den Hunsrück. Er und Andi wollten eine schöne MTB Tour machen. Ich bin nicht mitgefahren. Erstens musste ja einer alles fürs Grillen zubereiten und Zweitens wollte ich ja Sonntag in Worms beim Triathlon für die Damenmannschaft starten. Und da sollte man sich am Samstag nicht noch die Beine richtig müde machen. Und Drittens, die beiden haben es bestimmt genossen, das mal keiner redete 😆
Zum Grillen kam dann noch der Grill-Master himself, Karina’s GöGa Torsten. Wir haben lange und lecker gegessen (natürlich wieder viel zu viel :roll: ) und dann noch die Langzeit-Wettkampfplanung der nächsten Jahre besprochen. @Helge: “ Ihr habt eine Langzeitplanung für die nächsten JAHRE ??? besprochen? Davon weiss ich noch gar nichts. Wie sieht die denn aus?“. „Naja, es ging da um die Langdistanz für’s nächste Jahr und da ist für dich ja eh alles klar :-) . Und dann noch um so das ein oder andere Highlight in den nächsten Jahren, da haben wir dich aber fest mit eingeplant 😆
Für´s Verständnis: Ich weilte Samstag und Sonntag mit Julia und ihrer Schwimmtrainerin Janina in Neuwied zu den Rheinlandmeisterschaften im Schwimmen. Da auch wir Alten, netterweise Masters genannt, starten durften, machten Janina und ich das natürlich auch. Und wir konnten eine ganze Menge Medaillen abräumen
(Karina, wenn sie nicht als Legolas unterwegs ist, ist sie der weibliche Michael Phelps, hat 3 mal Gold, 1 mal Silber und 1 mal Bronze 😯 ) und auch einige Bestzeiten erzielen. Bloss gut, dass es ein Freibad war. Ich glaube im Hallenbad wären wir eingegangen :-) . Was gibt es Besseres als ein gesamtes Wochenende in regelmäßigen Abständen ins Wasser zu springen, um sich abzukühlen :-) .

Dann kam der Sonntag und da hieß es wieder ganz früh aufstehen. Naja, das kennen wir ja schon. Andi brachte mich nach Trier, wo alle Mannschaftsstarter sich trafen und gemeinsam mit 2 Vereinsbussen nach Worms reisten.
Andi fuhr nicht mit. Er trainiert ja immer noch! Irgendwie hat der Luxemburg Marathon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Andi trainiert zwar nicht so viel, wie ich trainieren würde wenn ich einen Ultra laufen wollte, aber sagen wir es mal so: die Ruhezeiten seiner Laufschuhe haben sich drastisch verkürzt. 😀 Und so wollte er in Trier einen 30er Lauf machen, wobei die letzten 21 km der HM beim Trierer Stadtlauf sein sollte.
Die Fahrt nach Worms war lustig. Die Gefahr das jemand einschläft wenn ich im Bus mitfahre, besteht eh nicht. Und darfst du das nächste Mal wieder mitfahren? In Worms angekommen mussten noch Startunterlagen abgeholt werden und die 2. Wechselzone (Wechsel von Rad auf Laufen) eingerichtet werden. Dann ging es mit dem Rad zur 1. Wechselzone (Schwimmen auf Rad). Dort war auch der Start. Die Startzeiten waren sehr auseinander gezogen. Die Masters (das sind alle, deren Alter > 40 ist) starteten um 11 Uhr. 11:15 Uhr starteten alle Frauen. Perfekt, eine reine Frauenstartgruppe. Da wird nicht geschlagen und getreten. Wir mögen das nicht. Wir reden lieber darüber 😀 Die Länge der Fingernägel wurde aber nicht kontrolliert oder? Das haben die nämlich bei der Deutschen Meisterschaft im Freiwasser gemacht. Finde ich eine sehr gute Idee.
Wir mussten dann auch, obwohl das Wasser nur 20 Grad hatte, ohne Neo starten. Irgendwas wegen Jugend A Startern oder so. Jedenfalls hatten wir Neoverbot. Was mir aber ja gar nix ausmacht. Unsere 1. Männermannschaft startete erst um 13 Uhr. Bis dahin sollten wir schon im Ziel sein. Die zu bewältigende Strecke: 750m Schwimmen, 22Km Rad und 5km Laufen. Auch das kennen wir ja schon.
Das Schwimmen in einem Hafenbecken im Rhein war nicht berauschend. Sauberes Wasser ist anders, aber sobald der Startschuss gefallen ist, nimmt man das eh nicht mehr wahr. Mein Plan war ganz einfach: dem Distanzname entsprechend verhalten. Sprintdistanz beinhaltet glaube ich nicht ganz zufällig das Wort Sprint. Gib Gummi! Hau rein! Da wo keine Bäume stehen, kannste etwas schneller schwimmen/radeln/laufen. Also Vollgas. Ich kam sehr gut aus dem Wasser und da ich ja keinen Neo ausziehen musste, kam ich relativ gut aus der Wechselzone. Auf der Radstrecke machte mein Rad dann Bekanntschaft mit dem großen Kettenblatt. Ahhhh, das kann man tatsächlich benutzen. Die Strecke flach, aber trotzdem schön. Nicht langweilig, weil doch ein paar Ecken und Kanten. Beim Blick auf die Uhr sah ich plötzlich die Anzeige: Puls zu hoch! 😯
Ja vielen Dank liebe Uhr, aber erzähl mir doch mal was, was ich noch nicht weiß. Klar ist mein Puls zu hoch. Ich rase ja auch wie eine wildgewordene Sau durch die Gegend. :roll:
In der Wechselzone Zwei angekommen suche ich verzweifelt meine Schuhe. Das Problem: Ich hatte mir den Weg genau falsch rum eingeprägt. Ich dachte, ich würde von der anderen Seite ankommen. Und seitenverkehrt umdenken, nee, sorry, aber sowas kann ich gar nicht. Lost in transition area :-)
Aber irgendwann konzentriere ich mich auf das Orange der Schnürung und siehe da, da stehen sie doch, die Laufschuhe.
Und dann laufe ich los und ich habe immer noch voll den Spaß. Ich glaube, der Wettkampf, der Helge keinen Spass macht, muss erst noch erfunden werden. Man kreuzt ständig den Platz auf dem das Ziel ist, wo die Männer unserer Mastermannschaft mich anfeuern. Und Teamkollegin Magdalena sehe ich auch ständig und auch sie ist gut drauf. Ich merke schon während des Laufes das es gut „läuft“. Und als ich im Ziel bin, da lese ich doch tatsächlich, das ich den schnellsten 5 km Lauf ever gelaufen bin 😯 Unter 24 Minuten. (23:49)  Das hatte ich noch nie.  Und den Schnitt vom letzten Km letztes Wochenende hatte ich nun über die 5 km gehalten. Das macht mir Angst :-).
Holla die Waldfee war ich schnell. Also zumindest in meinem langsamen Universum 😆
Nach einer Dusche im Springbrunnen (eine richtige ist leider nicht da) und ein paar frischen Klamotten, geht es an die Strecke die richtig schnellen Jungs anfeuern. Unser Teammitglied Andi Theobald, der das Rennen dann gewinnen kann, zeigt uns was wirklich schnell ist. Oh man, es wird einem ganz schwindelig wenn man die jungen Männer Radfahren und Laufen sieht. Das relativiert die eigene Geschwindigkeit 😀 Wieso? DU bist doch nicht mehr jung, also musst du auch nicht mehr SO schnell sein. Obwohl, wie ich ja gehört habe, bekommen jetzt noch Andere Angst, wo das mit dir noch hinführen wird. Oder besser schwimmen, fahren, laufen wird.
Dann ist Siegerehrung und wir applaudieren laut weil unsere Jungs ganz schön abgeräumt haben. Und dann muss ich aufs Treppchen weil ich doch tatsächlich Vize-Rheinland-Pfalz Meisterin in meiner AK geworden bin.

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Vize-Meister

Naja, gegen Michael-Karina Phelps wirkt meine Ausbeute an Medaillen ja eher mickrig, aber ich arbeite dran 😆

Kommenden Sonntag ist schon der nächste Wettkampf und diesmal ist auch Karina mit dabei. Gott sei Dank „muss“ ich „nur“ Radfahren. Es ist ja schön knackig heiß hier bei uns, was bei so einer Sprintdistanz aber noch geht. Aber die armen Teufel, die am Sonntag in Frankfurt beim Ironman starten haben mein vollstes Mitleid. Frank drücke ich natürlich die Daumen, das 1. kein Neoverbot ist (ich denke aber das wird nicht helfen :-( ) und 2. er der Hitze trotzt und seine Beine frisch sind und alles klappt :-) . Trier hatte tatsächlich heute Mittag den deutschlandweiten Hitzerekord. Auf unserer Terasse waren es 41 Grad – im Schatten wohlgemerkt. Bin heute beim Schwimmtraining mal auf die Wassertemperatur gespannt. Immerhin ist das Nordbad in Trier beheizt :-) :-) :-) .  Und vorhin hatte ich im Hitzewahn DIE Geschäftsidee: ich biete meine klimatisierten Behandlungszimmer in der Mittagspause zur Abkühlung an. Was meint ihr kann ich so für 10min Kühlung verlangen?

Definiere Glück

Die Mitteldistanz in Maxdorf stand am Sonntag an. Somit war die vorherige Trainingswoche nicht gerade umfangreich. Aber Mittwoch wollte ich nochmal zum Lauftraining. 8 x 200 schnell. Und weil ich so einen Spaß hatte, ignorierte ich völlig, das ich ja dieses „schnell“ ganz und gar nicht mehr gewöhnt bin, hatte ich doch in den letzten 5 Monaten gerade mal 1 Tempotraining. Naja, was solls, ich lief die 200ter für meine Verhältnisse wirklich schnell und am Freitag hatte ich dann einen dicken, fetten Muskelkater in den Beinen :roll:
Samstag Morgen war ich noch ne kleine Runde schwimmen und Samstag Nachmittag machten Karina ( ich schreibe meine Eindrücke in pink dazwischen) , Andi und ich uns auf den Weg nach Maxdorf. Andi hatte ja schon Mittwoch beschlossen, nicht in Maxdorf zu starten. Er konzentriert sich jetzt auf den nächsten Ultra Lauf. Er hat am Donnerstag mit dem Training angefangen.
Andi trainiert
Und er chauffierte uns nach Maxdorf und ein bisschen Support vor Ort tut ja auch gut. Das ansich ist auch sowas wie ne Mitteldistanz :-).
Ebenfalls mit angereist waren Hans-Jörg und Maria. Leider erlebte Hans-Jörg eine ziemlich ungemütliche Nacht und konnte uns am Sonntag morgen nur noch mitteilen, das er nicht an den Start gehen kann :-( . Aber die beiden blieben dann auch vor Ort und feuerten uns an.
Das Schwimmen fand leider mit Neo statt. Der Neopren verschleiert quasi schlechte Wasserlage. So das gute Schwimmer im Verhältnis gesehen weniger langsam schwimmen als bessere Schwimmer. Alles klar soweit?
😆
Da haben bestimmt ein paar Leute in der Nacht noch Eiswürfel in den See geworfen. Am Morgen waren es 22,7 Grad und ab 23 Grad gibt es Neoprenverbot.
Also rein in den Neo und rein ins Wasser. 2 km in Form eines M’s durch den See. Ca. 350 Leute. Alle Frauen und alle Liga und Meisterschaftsstarter. Unsere Master – Männers waren auch am Start. Bergziege Frank, DJ Gerd, Haudegen Bernd und Schwimmtrainer Engel.
Jetzt ist es ja so, das wenn man nur mit Frauen startet beim Schwimmen, dann ist alles etwas ruhiger. Irgendwie fehlt uns der Wille andere zu treten und zu schlagen nur um 2 Meter weiter vorne zu schwimmen. Aber die Männer da im See schienen irgendwie alle unterfordert zu sein mit NUR Schwimmen. Ein unglaubliches Gedränge, Geschlage und Geschubse. So als würde jeder getroffene Mitstreiter extra Zeitbonuspunkte einbringen. Und dann kam es zu einer unheimlichen Begegnung im Wasser 😯
Also nur um das vorher mal klar zu stellen: ich bin ein sehr friedliebender Mensch. Ich neige eher nicht zur Gewalttätigkeit. Nein, ich verurteile sie sogar. Die einzige Form von Körperverletzung, die man mir vorwerfen kann, ist Ohrenbluten durch mein endloses Geplapper. Ich liebe es harmonisch und bin der Meinung, man kann fast alles friedlich klären. Fast alles!
Ich schwimme so dahin. Karina war schon an mir vorbei gezogen. Wir hatten vielleicht gerade 200 oder 300m zurückgelegt und das Gedränge war immer noch ziemlich furchtbar. Man bekommt mal hier einen Arm ab und dort ein Bein, eckt mal da an und mal dort, alles nicht schön, aber so ist das nun mal. Doch plötzlich erfasst mich eine Hand von hinten an der linken Schulter. Nein, die berührt mich nicht einfach, die krallt sich an mir fest und zieht mich nach hinten. Und dann schwimmt der Eigentümer der Hand über mich drüber und drückt mich komplett unter Wasser.
Hallo! Geht’s noch? Schlecht geschlafen?
Ich bin ja nicht so der Paniktyp im Wasser. Zum Glück. Ich tauche auf und greife nach dem Bein des Handeigentümers. Und dann bin ich leider nicht mehr Herr über meinen Körper. Ich bin so wütend auf so viel Unfairness, das ich mich einfach kurzentschlossen auf den Handeigentümer stürze. Und ihn einfach unter Wasser drücke.
So Junge, wie hat dir das gefallen?
Er taucht auf und schreit fast, ein Mann mit Bart, ich schätze so um die 45. Er schnappt nach Luft und ich drohe ihm an, das er, falls er mich nochmal berührt, es richtig weh tun wird (ich weiß nicht, was ich damit meinte, soviel Zeit, um mir eine passende Foltermethode auszudenken, war nicht). Er stammelt nur: „irre“ (ich denke, er meinte mich und er weiß gar nicht, wie Recht er hatte 😀 ) und ich kann nicht verhindern, das ich vor lauter Schadenfreude lächel. Der Typ wird wohl erst mal etwas ruhiger weiter schwimmen. Von mir jedenfalls versucht er ganz schnell wegzukommen.
Es tut mir leid, aber ich schwimme lächelnd und zufrieden weiter.
Vielleicht bin ich Gollum? 😯
Danach verläuft das Schwimmen relativ ruhig. Ich stelle mal wieder fest, das die direkte Verbindung zwischen zwei Punkten, in dem Falle Bojen, nicht immer eine Gerade ist. Eher eine Schlangenlinie 😀 Meine GPS Aufzeichnungen vom Schwimmen sehen auch recht spektakulär aus. Nachdem wir uns in Roth in die erste Reihe begeben hatten, wollte ich es jetzt mit der letzten Reihe versuchen. Also habe ich erstmal die Anderen vorraus schwimmen lassen und bin etwas ruhiger hinterher gestartet. Die paar Sekunden, die man dadurch verliert sind nicht schlimm. Ich hatte zwar auch Gedränge, aber lange nicht so, wie es bei Helge war.
Ich bin zufrieden mit dem Schwimmen und treffe auf Karina in der Wechselzone. Wieso braucht Karina in letzter Zeit eigentlich immer so lange in der Wechselzone? Karina? Hast du dir die Haare geföhnt? Noch die Morgenzeitung gelesen?

Nein, habe ich nicht. Aber ich habe sonst schon genug Stress. Da muss ich das nicht auch noch in der Wechselzone haben. Ausserdem musste ich erstmal jede Menge Gras von den Füssen entfernen. Als ich meine Radschuhe endlich anhatte, viel mir ein, dass ich ja noch meine extragepolsterte Radhose drüber ziehen wollte. Ich habe ja noch  nicht soviele Radkilometer dieses Jahr und dann soll es wenigstens bequem sein :-) .  Also Schuhe wieder aus, Hose an, Schuhe wieder an. Ja und dann kam halt gerade Gerd in die Wechselzone. Da ich ihn am Morgen nicht mehr gesehen hatte, musste ich ihm natürlich noch zum Geburtstag gratulieren 😉 . Als Helge dann nach 10km immer noch nicht an mir vorbei war, habe ich mir langsam Sorgen gemacht. Aber am Berg war es dann soweit und ich konnte beruhigt weiterfahren.

Dann geht es auch schon auf die Radstrecke. Die Strecke ist genau richtig für mich. Ein Berg (den man zweimal fährt). 85 km und 1000 HM sollen es sein. Da meine Uhr irgendwie Unsinn anzeigt (warum, erfahre ich erst später), kann ich das alles gar nicht überprüfen. Egal. Ich fahre eine Weile hinter Karina her (Natürlich mit ganz vielen x 10 m Abstand). Wir gehen das beide gemütlich an. Schließlich ist eine Mitteldistanz ja auch ganz schön lang. Dann muss ich eine kurze Pinkelpause einlegen. Und dann geht es auch schon bergauf. Traumhafte Strecke. Ich fahre (natürlich nicht ohne kurzes Schwätzchen) an Karina vorbei. Die hat irgendwie Magenprobleme. Die haben nach einiger Zeit glücklicherweise aufgehört und ich konnte endlich Nahrung zu mir nehmen. Und da ich ja den Berg hochgeschlichen bin, konnte ich in aller Ruhe essen und trinken :-) Ich staune bei vielen, die den Berg hinauf donnern und sich anhören, als würden sie an Keuchhusten leiden, wie die das wohl durchhalten wollen.
Ich treffe auf eine Frau in einem wunderschönen Radshirt. Ich muss es ihr einfach sagen. Das es wunderschön ist. Sie freut sich und teilt mir mit, sie ist ja gar keine Starterin. Sie will nur einfach zum höchsten Punkt hochfahren, um uns alle anzufeuern. Aber sie hatte ja gar keine Ahnung wie anstrengend das ist. Und wir müssen das ja zweimal fahren. Sie kann es sich gar nicht vorstellen. Da diese nette Dame ja nicht zum Rennen gehört, denke ich mir, ist es auch keine Regelwidrigkeit, wenn ich ein Stück mit ihr fahre. Irgendwann verabschiede ich mich und sie verspricht mir, bis zu meiner zweiten Runde ist sie oben und feuert mich an :-)
Viel schneller als gedacht bin ich oben. Dann geht es … hm, naja, irgendwie nicht so runter wie gehofft, eher seeeeehhhhrrrr lang gezogen, Nix mit einfach runter rollen. Eher runter treten. Aber doch sehr schön. Und dann ist man nach ca. 45 km wieder am Berg und fährt wieder hoch. Und da steht wie versprochen die nette Dame und ruft mir zu. Und dann geht es auch schon wieder runter. Da mir so ziemlich viele Rennradkilometer in diesem Jahr fehlen, lies ich es beim Radfahren ruhig angehen. In der zweiten Runde wurde es dann um mich herum etwas einsam. Ab und zu habe ich überlegt, ob ich noch richtig bin. Keiner vor mir zu sehen, keiner hinter mir.
Und dann biegt man irgendwann wieder ab in Richtung Maxdorf. Die letzten 10 km fahre ich extrem ruhig, mit möglichst lockerem Tritt. Es folgt ja noch der 20 km Lauf. Und 20 km bin ich das letzte mal im September gelaufen. Als ich in die Wechselzone fahre, fühle ich mich super. Ich habe die Radfahrt genossen. Und im Moment fühle ich mich noch nach Bäume ausreißen. Mal sehen, wie das wird.
Schnell noch die Sonnencreme auffrischen. Laufschuhe an und los.
2 Runden a 10 km sind zu laufen. Eine Wendepunktstrecke die durch Wald und dann an der Autobahn entlangführt. Romantisch ist anders. Aber meine Beine fühlen sich total frisch an und so genieße ich einfach, egal wo es lang geht. Die Sonne knallt. Aber kurz vor der Wende läuft man durch einen kleinen Ort wo viele Leute stehen und uns unterstürtzen. Gartenduschen, Gartenschläuche, ja sogar Feuerwehrschläuche sind überall aufgedreht und man darf alle paar Meter eine erfrischende Dusche nehmen. Göttlich! Es ist eine Freude. Die Anwohner haben sogar Melonen aufgeschnitten und verteilen diese an die Läufer. Irgendwie ist es wie im Paradies 😀
Auf dem Hinweg zum 1. Wendepunkt begegnen mir Schwimmtrainer Engel (der kann eindeutig mehr als nur schnell schwimmen :-) ), Bergziege Frank (der kann sowieso alles schnell), Haudegen Bernd (schon schwer leidend, er musste leider später aussteigen) und DJ Gerd (der Geburtstag hat, aber auch ein paar muskuläre Probleme, deshalb wirkt er nicht ganz so glücklich). Nach der 5 km Wende kommt mir Karina entgegen. Endlich mal jemand der wirklich glücklich aussieht :-). Bei Km 10 steht Andi und zum Glück hat er ein Notfallgel für mich. Ich habe meine nämlich verloren :roll:
Ich kann es gar nicht richtig glauben, aber mir geht es immer noch gut. Die weltbeste Physiotherapeutin Gabi ruft mir zu, das das noch richtig locker aussieht. Und es sind nur noch 10 km und ich beschließe, das ich auch noch was schneller laufen kann. Und mache das auch. Ich bekomme das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht, sooo gut geht es mir. Wieder begegne ich den anderen. Die sind schon auf dem Rückweg ins Ziel. Frank macht ein tolles Rennen. Gerd leidet ziemlich wegen Schmerzen im Bein, hält aber souverän durch. Ich überhole auf der Lauftrecke jetzt reihenweise Leute. Viele gehen. Ab dem Wendepunkt (km 15) spüre auch ich, das manchmal meine Beine versuchen zu krampfen. Aber es ist nicht so schlimm, das die Lauffreude getrübt wird.
Karina sieht immer noch glücklich aus, und gemeinsam stellen wir fest, das einige männliche Mitstreiter einfach zu weich für solche Wettkämpfe sind 😉
Ich habe das Gefühl dem Ziel entgegen zu fliegen. Die zweiten 10 km sind eindeutig schneller als die ersten. Meine Uhr zeigt zwar immer noch totalen Blödsinn an (Armzüge/100m ❓ ), aber ich weiß, das ich schneller laufe. Und das klingt bekloppt, aber als ich auf das Ziel zulaufe, habe ich gut Lust, einfach noch ne Runde zu laufen 😆 Typisch Helge, total irre, hihi. Muss die Sonne gewesen sein.
Ich mache es natürlich nicht, ich laufe ins Ziel. Glücklich!
Definiere Glück: Schwimmen mit Prügelei, Radfahren mit Berg in traumhafter Ungebung und Laufen bei Hitze an der Autobahn entlang. Bekloppt! Aber genau das habe ich als Glück empfunden 😀 Nachdem auch ich irgendwann mal von der Radstrecke zurück war, lies ich mir diesmal nicht gaaaannnz soviel Zeit in der Wechselzone. Nur ein bisschen :-) . Das Laufen fühlte sich von Anfang an gut an. Ich schaute nicht auf die Uhr sondern lief ganz nach Gefühl. Ich fand schnell meinen Rhythmus und schaffte es tatsächlich die 20km durchzulaufen. Nur an den Verpflegungsstellen bin ich kurz gegangen. Nach so etwa 14km bekam ich Wadenkrämpfe. Ich konzentrierte mich auf meinen Laufstil und lief ganz nach Schwimmtrainer Engels Philosophie „Wenn du Krämpfe hast einfach weiter machen bis sie weg sind“ weiter. Und es hat gut funktioniert. Die zweite Runde war auch bei mir die schnellere. Auf den letzten 5km konnte ich noch einige Mitstreiter einsammeln. Aber noch eine Runde laufen wollte ich ganz bestimmt nicht ;-).

Alles danach kann man ganz kurz zusammen fassen:

1. Andi sucht ganz verzweifelt das von ihm zuvor geparkte Auto. Eigentlich unwichtig, aber für mich sehr unterhaltsam, wirft er mir doch immer Orientierungslosigkeit vor 😆 DAS war der Knaller schlechthin. Ich habe mich schlapp gelacht, ihm aber gerne mein Rad geliehen, um suchend die Gegend abzufahren. Wir haben natürlich auch Anwohner gefragt, denn den Strassennamen hatte er sich ja gemerkt. Aber die wussten auch nicht, wo wir hin mussten. Aber Dank Handy und GPS tauchte es dann doch wieder auf. Vielen lieben Dank an Andi fürs Fahren.
Er ist definitiv ein Schatz :-)

2. Meine Uhr lügt diesmal bestimmt nicht. Ich habe laut Uhr 19000 Kalorien verbraucht. Bei der Suche nach einer Erklärung finde ich heraus, was ich eigentlich auch schon vorher wusste: Ich bin geschwommen. Erst 2 km, dann 85km und dann 20 km. Die gaaaaaanze Strecke bin ich geschwommen. Und das noch ziemlich schnell. Oder kennt ihr jemanden, der für 107 km Schwimmen nur 5 Stunden und 55 Minuten braucht?
Eben. Ganz klar das ich soviel Energie verbraucht habe 😀
Meine Uhr und ich. Wir sind schon ein seltsames Team. Der zweite große Lacher des Tages. Ich glaube es liegt aber nur an Helges Rechts-Links-Problem. Denn die Lap Taste ist  links und die Stop/Start Taste ist rechts. Aber wir werden das nochmal gemeinsam üben.

3. Verbrauchte Energie muss ja wieder zugeführt werden. Also überfallen wir auf der Heimfahrt noch einen MC Donald. Und das tut richtig gut
Das haben wir uns verdient. Egal ob Schwimmer, Triathlet oder Supporter  :-) Überfallen ist gut. Das Tablett war im Gegensatz zu den Tabletts anderer Gäste dort ziemlich übersichtlich...

4. Karina ist 3. der Rheinland Pfalz Meisterschaften in ihrer Altersklasse geworden 😎

Auch Spaß muss belohnt werden :-)

Auch Spaß muss belohnt werden :-)

Treffsicher wie Legolas

Legolas ist der Elb aus „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“.
Legolas „funktioniert“. Wenn man ihn braucht, dann trifft er mit Pfeil und Bogen einfach alles.
Aber fangen wir mal etwas weiter vorn an.
Am Mittwoch letzte Woche war ich wieder im Fitnessstudio. Das ist ja irgendwie zur Normalität geworden. Mir gefällt es dort ziemlich gut und mir tut es auch gut. Außerdem komm ich dort halt gut hin. Nämlich ohne Auto. Ich fahre mit dem Rad vom Hunsrück runter zur Mosel. Dort ca. 10 km und dann wieder etwas hoch. 20 km insgesamt. Das Aufwärmprogramm kann ich mir natürlich sparen 😆
Dann trainiere ich ordentlich meine Rumpfmuskulatur und zum Cool-Down (oder sagt man Abkühlen 😕 ) geht es dann wieder zurück in den Hunsrück. 20km. Ich bin zwar immer noch ziemlich erhitzt, wenn ich nach den letzten 6 km bergauf oben ankomme, aber vielleicht bekomme ich auch irgendwann raus, wie man den Berg ohne Anstrengung fährt 😆
Am Samstag waren wir dann das 1. Mal für dieses Jahr im See schwimmen. Mit Neo. Leider ist es vorbei mit gemütlich nebeneinander her schwimmen. Entweder bin ich total langsam, oder aber Karina total schnell geworden. Letzteres hört sich natürlich besser an. Jedenfalls ist es mir unmöglich, an ihr dran zu bleiben. Und ganz ehrlich: ich habe mich tatsächlich angestrengt. 😯
Am Abend hatten wir dann zum Grillen eingeladen, und alle, die bei den Worten „Kleine Radtour durch den Hunsrück“ kein Muffensausen hatten, kamen vor dem Grillen noch in den Genuß von eben dieser Radtour. Also Frank, Kessie, Karina, Diana und ich fuhren hoch Richtung Hermeskeil, dann wieder runter nach Drohnecken und dann einen wirklich sehr schönen Autofreien Anstieg zum Erbeskopf. 60 km und knapp 1200 Hm. Das wird wohl eine meiner neuen Lieblingsstrecken. :-)

Auf dem Erbeskopf

Auf dem Erbeskopf

Später am Abend fuhr ich mit Karina (mit dem Auto) noch Julia abholen. Sie war mit ihrer Schwimmtrainerin und einigen Mitstreitern beim Westerwaldschwimmfest gewesen.
Karina und ich kamen in den Genuss, alle Stories des Tages brühwarm erzählt zu bekommen. Und es gab viele Stories. Und es gab auch jede Menge Erfolge. Julia belegte den 2. Platz auf der 100m Freistil Strecke und den 5. Platz holten die Mädels beim Staffelschwimmen.
Als wir wieder zurück waren, war mir klar, wieso Karina so gut mit meinem ständigen Geplapper klar kommt. Sie ist es ganz einfach von Julia gewöhnt.
Und Karina weiß jetzt warum Andi ständig schlecht ist, wenn ich Auto fahre.
😆

Und Sonntag ging Karina mal wieder fremd. Wenn sie nicht bei irgendeinem Schwimmwettkampf oder Triathlon an den Start geht, tritt sie mit Pfeil und Bogen an. Diesmal bei den Landesverbandmeisterschaften im Bogenschießen und Sie gewann (nach vorheriger Ansage) den 2. Platz.
Legolas halt. Anlegen, Zielen, Treffen.
Falls ich irgendwann mal in die große Schlacht um Mittelerde ziehen muss, kommt Karina (alias Legolas) mit. 😀

Silber für Legolas

Silber für Legolas

Meinereiner übte sich derweil in den Sportarten, wo man weniger Treffsicherheit braucht (im Bogenschießen würde ich mich wahrscheinlich nur selbst verletzten statt irgendeine Scheibe zu treffen :roll: ). Heißt, ich war mit DJ Gerd, Frank, Maria und vielen vielen anderen Radfahren durch die wunderschöne luxemburgische Landschaft. Traumhafte Alleen, das romantische Müllertal und andere verträumte Gegenden. 122 Km. Mit zwei Kaffeepausen :-) und jeder Menge Spaß.
Auch diese Runde wird wohl eine meiner neuen Lieblingsrunden werden.


Jetzt bleiben uns noch 7 Tage bis zur Mitteldistanz in Maxdorf. Alle Zeichen stehen auf Neoprenverbot beim Schwimmen. Für Karina und mich egal, für die meisten männlichen Mitstreiter ein Albtraum. Ein Albtraum könnte allerdings die HItze werden.
Aber Legolas und Meinereiner bekommen das schon hin 😉