Girls Power…

…war heute angesagt. Aber immer schön der Reihe nach. Nachdem wir von unserer Karnevalsflucht wieder zurück waren, nutzte ich den freien Fastnachtsdienstag, um endlich mal bei einem Lauf die Spikes zu testen. Dem Kind passen sie nicht mehr, bei mir sitzen sie wie angegossen. Am Samstag stand der letzte Crosslauf der Serie auf dem Programm. Dieses Jahr nun wollte ich dort in besagten Spikes laufen, da es dort immer extrem matschig ist und viel über Wiesen gelaufen wird. Der Testlauf verlief gut, auch wenn ich nach 7km schon die ein oder andere Verspannung in der Fussohle merkte. Die Dinger haben halt Null-Dämfung. Aber super Grip. Das muss ich sagen :-) . Mein Hauptaugenmerk lag aber darauf, nicht über meine eigenen Füsse zu stolpern. Das hat bis auf ein, zwei kleine Hakler auch gut geklappt. Am Abend stand dann noch das Vereinsschwimmen an. Nachdem Helge ja immer das Gefühl hat, ich würde auf unserer Bahn alles in Grund und Boden schwimmen, habe ich mir eine sogenannte Widerstandshose zugelegt ;-) .

IMG_6003Es gibt die sogar in Orange ;-) . Und ich muss sagen, man muss ganz schön dagegen anschwimmen. Ich bin die ersten sechs 400er mit der Hose geschwommen und habe sie für den Siebten 400er ausgezogen – Wahnsinn. Man hat das Gefühl, dass man durch das Wasser schwebt. Und nein, ich werde nicht auf die “Elite-Bahn” wechseln, sondern schön auf Helges Bahn bleiben. Jetzt wo ich gebremst schwimme, hihi.  Mittwoch Abend gab es wieder Bahntraining mit Coach Marc. Wir sind 1200m-1000m-800m-600m-500m-400m-200m gelaufen, mit 200m Trabpause dazwischen. Das Tempo steigerte sich von Intervall zu Intervall. Als ich zu Beginn das Programm hörte, sagte ich spontan, dass ich aber am nächsten Morgen um 8 Uhr in der Praxis sein müsse und ich eigentlich nicht die ganze Nacht im Stadion verbringen wollte ;-) . Tatsächlich lief es besser als gedacht und die anderen waren mir diesmal nur etwa 400m voraus. Jetzt weiß ich übrigens auch, wie sich Tempo 3:30min/km anfühlt. Das bin ich nämlich auf den letzten 200m gelaufen. Die Geschichte dahinter ist, dass Helge und ich bei irgendeinem Triathlon mal auf die Laufstrecke “gehen” wollen und unseren Männern am Rand zurufen: “Ich laufe mal 3:30 an und gucke dann, was noch so geht.” :-) . Diesen Spruch hatte Helge nämlich beim Liga-Teamtriathlon in Hachenburg bei einer Mannschaft gehört. Jetzt warten wir auf diese Gelegenheit :-) . Donnerstag gab es wieder Schwimmtraining und Freitag Ruhetag. Samstag nach dem Schwimmtraining bin ich noch mit dem Kind in die Praxis einer Freundin gefahren, da wir noch ein ärztliches Attest für das Kind brauchten. Dies ist erforderlich, damit sie bei Schwimmwettkämpfen starten darf. Wir habe uns allerdings nicht ins Wartezimmer gesetzt, um den ganzen Viren dort zu entgehen ;-). Ich hoffe mal, dass wir nicht kontaminiert wurden. Nach einem schnellen Mittagessen machte ich mich dann auf den Weg zum Crosslauf. Natürlich waren die Spikes im Gepäck. Und wie erwartet, wurde es eine wahre Schlammschlacht und eine mentale Herausforderung für mich. Denn als ich am Start stand, hatte ich nur 43 weitere “Mitstreiter”. Im letzten Jahr waren es noch 84! Nach dem Start haben die mir auf den ersten 100m schon mal gleich 50m abgenommen. So fand ich mich schon nach der ersten von drei Runden mutterseelenallein auf der Strecke wieder. Jetzt hieß es, den Kopf überlisten. Vor mir Keiner und hinter mir Keiner zu sehen. Auf der letzten Runde habe ich nur gehofft, daß sie nicht schon den Zielbogen abgebaut haben. Was mich am Laufen gehalten hat? Ich wollte diesmal unbedingt alle 4 Läufe dieser Serie machen. Die Jahre davor hat es nie geklappt, weil ich entweder krank war oder Notdienst hatte. Irgendwann durfte ich dann auch ins Ziel abbiegen. Obwohl es gefühlt total schwer ging, bin ich  fast die gleiche Zeit gelaufen wie im letzten Jahr. Und für das Nächste lege ich mir 12mm Spikenägel zu, obwohl es schon ganz gut mit den 9er Nägeln ging. Meine Garmin zeigt doch tatsächlich vom Trainingeffekt her an, dass ich quasi im Verbesserungsmodus gelaufen bin. Ich dachte, daß da mindestens “überlastend” stehen muss, denn ich bin echt am Anschlag gelaufen. Gefühlt jedenfalls. Oder hat Helge etwa heimlich ihre lügende Uhr gegen meine Uhr ausgetauscht? Nach der heutigen MTB Tour bin ich mir sicher, daß ich Helges Uhr habe ;-) . Nachdem ja supertolles sonniges Wetter gemeldet war, beschlossen wir, die weltbeste Physiotherapeutin Gaby auf ihrer 4stündigen MTB Tour zeitweise zu begleiten. Jetzt werden einige denken: “4 Stunden”? Ja, Gaby bereitet sich auf den Ironman Lanzarote vor und da müssen ja irgendwie jetzt schon Kilometer und Höhenmeter gesammelt werden. Wir trafen dann im Weisshauswald auf Gaby, die noch Kessie im Schlepptau hatte. Es wurde also eine schöne Mädels Runde – Girls Power halt.

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Nach etwa 1 Stunde waren wir wieder am Ausgangspunkt und warteten kurz auf den Andi. Der hatte nämlich heute zusammen mit Frank Triathlon-Kampfrichter Prüfung. Natürlich haben Beide bestanden. Andi stieg also mit seiner neuen Kampfrichterweste aus dem Auto und benutzte gleich mal seine neue Thrillerpfeife und wedelte wild mit der schwarzen (Zeitstrafe), gelben (Verwarnung) und roten (Du bist raus!) Karte herum. Sehr zur Verwunderung der anwesenden Sonntagsspaziergänger um uns herum. Und das waren micht Wenige :-) .  Helge handelte noch eine weitere halbe (!) Stunde mit Andi aus, der dann erstmal ins Tankparadies gefahren ist. Aus der halben wurde dann doch noch mal eine ganze Stunde. Das Wetter war einfach zu schön. Nach 2 Stunden war bei mir aber dann der Akku leer. Und was sagt meine Uhr beim Trainingseffekt? 2.5! Das liegt genau zwischen “erhaltend” und “verbessernd”. Jetzt bin ich definitv davon überzeugt, dass Helge die Uhren heimlich getauscht hat :-). Aber die “Strafe” dafür folgte, hihi. Denn Andi legt auch zu Hause seine neue Kampfrichterweste nicht ab. Helge hat mir vorhin geschrieben, sie wird gerade im 5min Takt disqualifiziert usw. Seinen ersten Einsatz hat er in Zell/Mosel. Gut das ich da nicht starte, hihi, bei so übermotivierten Kampfrichtern.

Eure Stimme für…

Jutta Weyand. Als ich 1997 nach Trier zog und so den Verein wechseln musste ( damals noch für den Bogensport ) lernte ich Jutta als Trainerin kennen. Viele Jahre trainierte sie mich, bis ich mich für eine Pause entschied, um dem Triathlon zu fröhnen ;-) . Da ich auch eine Trainerlizenz besitze, habe ich mit ihr zusammen das Kinder- und Jugendtraining geleitet. Zeitweise waren wir auch für den Jugendkader des Gebietes Süd des Rheinischen Schützenbundes verantwortlich. Das bedeutete, dass Jutta neben dem normalen Trainingsbetrieb viele Wochenenden im Jahr unterwegs ist, um Schützen zu betreuen oder sich fortzubilden. Erst nach und nach bekam ich mit, dass sie noch viele andere ehrenamtliche Aktivitäten ausübte. “Nebenbei” ist sie auch noch Vorsitzende des Musikvereins “Concordia” in Konz und gibt diverse Unterrichtsstunden. Inzwischen trainiert unsere Tochter bei ihr Bogenschiessen und lernt bei ihr Querflöte und Saxophon ( immer schon das Kind auslasten, damit ja keine Langeweile aufkommt oder so ) und spielt mit Jutta zusammen im Orchester. Das ist nur ein Bruchteil von dem, was sie macht. Ohne Menschen wie Jutta, würde hier vieles nicht funktionieren. Deshalb habe ich sie bei der Aktion “Respekt” des Trierischen Volksfreundes vorgeschlagen. Denn es wird einfach mal Zeit, dass dieses Arbeit gewürdigt wird. Also öffentlich. Denn wir wissen, was wir an ihr haben und sagen und zeigen ihr das immer wieder.

Abstimmen könnt ihr hier: Aktion “Respekt”

 

Gedächtnis

Ich vergesse ja immer alles. Ich glaube ich habe Alzheimer. Schon von Geburt an. Andi nennt es Lochfraß im Hirn.
Mir kann man jede Art von Geheimnis anvertrauen. Selbst unter schlimmster Folter würde ich nichts verraten, ganz einfach, weil ich es längst vergessen hätte. Nur eine Art von Gedächtnis funktioniert bei mir perfekt. Das Schmerzgedächtnis. :roll:
Letzten Sonntag startete ich nach 4 Wochen Laufpause den ersten Versuch. Die Wade ist sicher längst wieder gut. Eigentlich war ja gar nichts gewesen. Aber genau dieses “eigentlich” spukt in meinem Kopf. Und ich weiß auch, das ich nicht einfach so los laufen kann. Ich brauche Ablenkung. Ich muss mich selbst austricksen. Ansonsten erinnert sich eben dieses Schmerzgedächtnis ganz genau an den Schmerz. Selbst wenn er gar nicht da ist.
Also arbeite ich mit allen Mitteln. Ungeplant, aber wirklich passend wie die Faust aufs Auge, kam da mein Sturz zwei Tage vorher mit dem MTB auf steinhart gefrorenem Waldboden. Auja! Da waren Knie und die Schulter blau und schmerzten. Perfekt zum Laufen. Weil dann bin ich von der Wade abgelenkt.
Außerdem lief ich immer nur höchstens 2,5 km am Stück, dann eine Gehpause. Einfach um meinen Kopf zu entspannen. Der versuchte nämlich mit aller Gewalt in die Wade “hinein” zu horchen.
Was soll ich sagen? Es hat geklappt. Mein erster Laufversuch endete mit völlig schmerzfreien gelaufenen 6,5 km. Schmerzfrei ist hier natürlich relativ. Ich unterschlage dabei die ganzen Schmerzen von den anderen Plessuren :lol:

Die neue Woche war dann ein einziger Kampf. Ein Kampf gegen die Zeit. Arbeitsmäßig drohte das schiere Chaos über mir hereinzubrechen. Termindruck und Stress ohne Ende. Selten bei mir, kommt aber eben auch mal vor.
Montag gab es dann wieder Kampf-Rumpfstabi. Jedes Mal wenn man denkt, man hat seine Muskeln so weit, alles zu verkraften, hat der Trainer wieder neue Übungen parat. Trainer sind Sadisten.
Dienstag kam zu allem Stress auch noch ein Besuch bei Karina in der Zahnarztpraxis dazu. Ersatz für den verlorenen Zahn muss her. Das Beschleifen der Nachbarzähne stand auf dem Plan. Da solche Behandlungen bei mir ja ohne Betäubung gemacht werden (ich hasse Spritzen), ist es immer total witzig, wie die Zahnarztbelegschaft reagiert. Man erwartet doch zumindest manchmal ein Zucken von mir oder wenigstens ein Gesicht, das einen Anflug von Schmerz verrät. Ich finde das aber alles gar nicht schlimm. Ich glaube Karina und die nette Helferin fanden es schlimmer :lol:
Anschließend beim Schwimmtraining war Karina entweder noch gestresst von meiner Behandlung, oder aber sie hatte etwas Mitleid mit mir. Man muss nämlich wissen, das Karina uns beim Schwimmen gerade ganz schön platt macht. Sie schwebt wie eine Meerjungfrau durchs Wasser und zwar in einer Geschwindigkeit, das einem schwindelig wird :grin:
Auf unserer Bahn gibt es eh nur noch ganz wenige die ihr folgen können. Und ich kann ihr zwar folgen, aber eben nur im Wasserschatten. Wahnsinn. Aber am Dienstag war sie ganz gnädig. Es war zwar kein Kindergeburtstag, aber zumindest musste ich mir nicht die Lunge aus dem Leibe schwimmen um dran zu bleiben :lol:
Mittwoch und Donnerstag gabs dann wieder Arbeitskampf vom feinsten. Ich hatte gerade mal Zeit für einen 40 Minuten Lauf (wieder mit Gehpausen). Ansonsten fühlte ich mich schon dem Nervenzusammenbruch nahe (ich bin wohl nix gewöhnt :???: )
Aber Freitag Mittag 11 Uhr war es getan! Das Projekt war fertig gestellt, und das zwei Tage vor der Deadline. Yippie yah yei Schweinebacke :mrgreen:
Draußen war die Sonne und da lies ich alles stehen und liegen und machte das, was ich am besten kann: mit dem MTB raus in den Wald und das Leben genießen.

Der Samstag war dann ebenso schön. Erst waren wir beim Schwimmtraining und dann waren wir noch shoppen. Andi brauchte eine neue Brille. Und außerdem lag da so eine Sportbrille rum, die einen neuen Besitzer suchte. In Orange! Die kann man doch nicht liegen lassen!

ohne Worte

ohne Worte

Mittags dann bin ich völlig befreit 7 Km gelaufen. Nur eine kurze Gehpause den steilen Berg hoch, den wollte ich meiner Wade noch nicht antun. Aber das Laufen war wunderbar und so langsam vergisst auch mein Schmerzgedächtnis :-)
Und gestern gab es dann die erste offizielle Streckenbegehung für den X-Duathlon im Trierer Weisshauswald. Strahlender Sonnenschein und jede Menge sportbegeisterte Leute. Was ein Spaß. Und für danach hatten wir wie immer Kaffee und Kuchen organisiert. Jetzt hoffen wir natürlich, das am 8. März auch solche Wetterbedingungen herrschen.

Das Fazit der vergangenen Woche: … hm, wartet mal, was war da noch gleich? :???: So ein Mist, ich habs vergessen.
;-)