Roth 2015

Das letzte Wochenende stand ganz im Zeichen der Erinnerungen.
Es ist tatsächlich schon wieder 1 Jahr her, das wir die Ziellinie in Roth überquert haben.
Ein ganzes Jahr 😯
Verrückt!
Dieses Jahr wollten wir das Spektakel wieder von der anderen Seite aus miterleben. Als Zuschauer und Supporter. Weil DJ Gerd, der letztes Jahr alles gegeben hatte, um uns zu motivieren und anzufeuern, war dieses Jahr an der Reihe mit dem „selber machen“.

Nachdem Andi mich am Samstag Morgen wie ein Irrer die Berge rauf und runter gescheucht hatte (eigentlich wollten wir nur eine gemütliche Runde drehen, aber Andi und ich haben wohl ein unterschiedlich mentales Modell von einer gemütlichen Runde 😕 ), ging es also los in Richtung Roth. Zusammen mit Hans-Jörg, Maria, Frank und Kessie.
Karina vergnügte sich mit Tochter Julia auf einem Sunrise Avenue Konzert und kam Sonntag erst nach.
Ich: „Wie war das Konzert?“.
Karina: „Heiß und Laut!“.
Soviel zum Thema Vergnügen 😀

Das Wetter in Roth war dieses Jahr eigentlich ganz gut. Es war warm, aber nicht brütend heiß. Sonnig mit ein paar Wölkchen und als wir an der Lauftstrecke standen, wehte sogar so etwas wie ein erfrischender Wind.
Für die, die da noch auf der Radstrecke waren war das allerdings dann nicht ganz so berauschend. Radfahren mit Gegenwind ist ja bekanntlich jetzt nicht so der Bringer. Aber, es ist halt immer so wie es ist. Alles was kommt, hat man mitgebucht. Und außerdem: Schlimmer geht immer. 😆

Der Schwimmstart war wieder mal Gänsehaut pur. Diese Menschenmassen am Kanal und die Musik, die Stimmung. Da bleibt selbst mir die Sprache weg. Interessanterweise habe ich das letztes Jahr alles gar nicht mitbekommen. Ich muss fast bewußtlos vor Aufregung gewesen sein, wenn das alles an mir unbemerkt vorbeigerauscht ist :roll:
Nachdem Gerd und Markus gestartet waren, begaben wir uns zum Km 3 auf der Radstrecke. Dort konnten wir alle unsere Starter sehen und wussten somit auch, das niemand ertrunken war 😉 .

Inmitten der grünen Badekappen schwimmen Gerd und Markus.

Inmitten der grünen Badekappen schwimmen Gerd und Markus.

Als der letzte unserer Starter vorbei war und wir ihm alle gute Wünsche mit auf die 180 km gegeben hatten, gings erst mal zum Frühstück. Auch als Supporter muss man essen.
Zurück an der Radstrecke bei Km 85 konnten wir uns davon überzeugen, das immer noch alle dabei waren.

Frank und ich an der Radstrecke. Gerd auf dem Rad

Frank und ich an der Radstrecke. Gerd auf dem Rad

Da wir ziemlich viele Supporter waren und die Jungs und Mädels auf der Strecke doch ziemlich große Abstände hatten, teilten wir uns auf. Es war einfach unmöglich an jedem Punkt alle abzuwarten. Andi und ich fuhren mit dem Auto nach Roth und dann mit dem Fahrrad an die Laufstrecke zu Km 4,5 (was auch gleich Km 22 war).
Ich konnte per Handy online verfolgen, wer wann in die 2. Wechselzone kam und sich auf die Laufstrecke begab. Zuerst kam der ganz schnelle Markus. Er sah echt locker aus. Er hat schon einige Langdistanzen gemacht, aber irgendwie freut er sich immer so schön, da könnte man denken, es wäre die erste. Er brauchte nur 10:10 bis ins Ziel und das war noch nicht mal sein schnellster Ironman 😯
Da bleibt einem doch die Spucke weg.
Als nächstes kam Heike. Auf dem Weg zum 1. Langdistanzfinish sah sie wirklich locker aus. Auch wenn sich das gegen Ende der Laufstrecke nochmal etwas ändern sollte, man sah ihr bereits an, das sie das schaffen würde. Hammer!
DJ Gerd war auch sehr guter Dinge und ihm schwante so langsam, das auch er das Ding erfolgreich nach Hause bringen würde. Dieses langsame Begreifen, das man auf dem Wege war, ein Ironman zu werden, konnte ich ihm nur zu gut nach empfinden.
Wir wechelten irgendwann dann zum nächsten „Point of Support“ und ich radelte dann noch zu Km 27/29 und 33. Ein kurzes Stück lief ich mit Gerd mit. Frank und Volker liefen ebenfalls ein Stück mit Gerd mit. Er war jetzt langsam bei den wirklich schweren Km angelangt. Als er bei Km 35 vorbei war, machten wir uns auf den Weg zum Ziel.

Als wir im Zielstadion standen und auf Gerd warteten, kam wieder diese Gänsehaut. Es ist einfach unglaublich die Leute zu beobachten, die dort einlaufen. Leute, die es geschafft haben.
Nachdem Gerd SEINEN Moment im Zielkanal hatte (Yippey, Gerd ist Ironman !!! Herzlichen, herzlichen, herzlichen Glückwunsch ) :-) und wir völlig ausgehungert erstmal was gegessen hatten, machten wir uns auf den Weg ins Hotel. Eigentlich wollten wir ja noch Feuerwerk sehen, aber ich war so platt und außerdem mussten wir Montag früh raus, also besser ab ins Bett.
Montag früh dann das:

Eine lange Schlange Bierbänke (damit keiner stehen muss :-) )

Eine lange Schlange Bierbänke (damit keiner stehen muss :-) )

Anstehen. Oder besser Ansitzen 😀
Wofür? Na für einen Startplatz für Roth 2016.
Japp, der Frank und ich fanden das Supporten so anstrengend, das wir beschlossen haben 2016 einfach wieder Starter zu sein.
Karina konnten wir leider NOCH nicht davon überzeugen, aber noch ist ja nicht aller Tage Abend. Ich arbeite dran.
Für schlappe 450 € haben wir 226 km Vollverpflegung, Wetter jeder Art, schmerzende Beine, flauen Magen und endlose Trainingseinheiten gebucht. All inclusive! :roll:
Und selbst das Hotel haben wir gleich gebucht.
Manchmal denke ich wirklich irgendwas stimmt mit uns nicht!
Sind wir vielleicht wirklich bekloppt?

Heute dann, eine Woche nach Roth, musste erstmal wieder trainiert werden. Schließlich steht ja noch der Inferno (als Staffel) dieses Jahr auf dem Plan.
Das heißt das Karina und ich 3,1 km Schwimmen und anschließend 100 km Rennrad fahren (inklusive 2100 HM) und Andi und Frank im Anschluss noch eine Hammer MTB Strecke und einen Berglauf hinlegen wollen.
Andi und Frank haben deshalb gestern die Gegend mit dem MTB unsicher gemacht und anschließend auch noch die Laufschuhe angezogen.

Heute sind Karina und ich dann mit dem Rennrad losgetigert um HM zu sammeln. Und wenn man HM braucht, dann fährt man am besten von gaaaanz untern nach gaaanz oben. 😆
Also von der Mosel zum Erbeskopf. Und auf dem Weg dorthin nimmt man am besten noch alles an Berg mit, was da noch so rum steht.
Und wir hatten Spaß dabei.
Also doch bekloppt 😯

Auf dem Erbeskopf

Auf dem Erbeskopf

Hitzeschlacht

Da wir diese Temperaturen von unserer Langdistanz im letzten Jahr gewohnt waren, machten uns die Temperaturen diese Woche überhaupt gar nichts aus 😉 . Nein, Quatsch. Natürlich waren wir so vernünftig und haben das Training in die Abendstunden verlegt. Das Schwimmen im Freibad brachte leider so gar keine Abkühlung. Und Sonnencreme auftragen konnten wir uns auch sparen. Wir mussten nur ins Wasser springen, dann waren wir geschützt. Es war einfach nur eklig. Da hatten wir ja im See mehr Sicht unter Wasser. Apropo Wasser. Am Sonntag startete ich mal wieder in einer Triathlonstaffel. Kessies Tochter Emma wollte gerne mal in einer Staffel im Freiwasser schwimmen. So haben wir uns kurzerhand in Echternach zum Sprinttriathlon angemeldet. In den letzten Jahren war das Wasser dort so, dass Triathlonanzüge in helleren Farben teilweise nicht mehr sauber wurden. Emma übernahm in einen schwarzen Schwimmanzug gekleidet 😉 den Schwimmpart(750m), ich dann das Radfahren (20km) und Kessie (5km) das Laufen. Helge wurde „verpflichtet“ die gesamte Sprintdistanz zu machen, damit Emma beim Schwimmen jemanden an ihrer Seite hat. Tolle Idee. Emma ist nämlich Profischwimmerin und selbst ich habe nicht mal den Hauch einer Chance an ihr dran zu bleiben. Aber zur Sicherheit musste Helge halt mit 😉 . Und ausserdem hat Helge an den letzten beiden Wochenende auch jeweils eine Sprintdistanz gemacht und war also noch im Modus. Ausruhen kann sie sich dann im Herbst. Ja, eine sehr tolle Idee! Ich schwimme als Aufpasser für Emma mit. Das ist genau so, als würde ein Fiat Punto versuchen auf dem Nürburgring auf einen Porsche aufzupassen 😆 
Da ja aber „nur“ Sprintdistanz viel viel zu kurz ist, beschlossen wir einfach mit den Rädern die 35km nach Echternach zu fahren. Zurück fahren wollten wir dann mit einem kleinen Umweg und Berg. Man beachte das Wort „wollten“. Also motiviert waren wir auf jeden Fall. Sowas von motiviert! Der Hinweg verlief reichlich unspektakulär und wir kamen etwa 1h vor Start dort an. Emma war schon mit Helges Tochter vor Ort und wir richteten die Wechselzone ein. Eigentlich wollte Kassandra auch in Echternach starten. Zusammen mit Mama. Sie ist aber eine sehr vernünftige junge Sportlerin und da sie Wärme nicht wirklich gut verträgt, hat sie auf Grund der Temperaturen entschieden, einfach nur anzufeuern :-) . Bei einer Staffel gestaltet sich der Wechselplatz sehr schön übersichtlich :-) . Dann ging es auch schon los. Emma schien total unaufgeregt zu sein. Beim Startpfiff waren Emma und Helge noch nebeneinander. Dann war Emma glaube ich schon weg. Im nachhinein hatte sie es etwas bereut sich nicht weiter vorne hingestellt zu haben. O-Ton: “ Ich dachte, die wären so schnell, aber die waren ja total langsam.“ :-) :-) :-)
Das Schwimmen war furchtbar. Emma war ca. 10 Sekunden in Sichtweite. Dann war sie weg. Und irgendwie war das Wasser viel zu warm und zu schmutzig und da waren echt viel zu viele Leute, die alle in die gleiche Richtung schwimmen wollten. Irgendwie schaffe ich es in letzter Zeit immer voll im Tumult zu sein. :roll:
Jedesmal, wenn ich an einer gelben Badekappe vorbei schwamm, stellte ich sicher, das es NICHT Emma war. Ich war mir zwar ziemlich sicher, das sie längst über alle Berge war, aber ich wollte schließlich meiner Verantwortung gerecht werden, und im Ernstfall einsammeln.

Ich machte mich dann schnell auf zu meinem Rad und wartete. Emma kam nach gut 13min an 5. Stelle liegend (von allen Staffeln!) in die Wechselzone. Mental war ich noch gar nicht auf sie vorbereitet, hihi. Dann ging es ganz schnell. Chipübergabe und ab auf die Radstrecke, die flach ist. Also hiess es einfach nur 20km Vollgas. Naja zumindestens, so wie ich Vollgas verstehe. Nach der ersten von 5 Runden, dachte ich noch, dieses Tempo kann ich nicht durchhalten. Mitte der dritten Runde überholten mich 2 Mädels und ich dachte nur, jetzt dranbleiben. Windschattenfahren war nämlich erlaubt. Aber es dürfen Frauen nur hinter Frauen und Männer nur hinter Männern fahren. Das Frauenfeld war allerdings sehr übersichtlich und es bieten sich nur sehr wenig Gelegenheiten Windschatten zu fahren. Ich hing mich also den Rest der Strecke hinten rein. Alleine hätte ich dieses Tempo auch nicht fahren können. Im Kopf hatte ich nur 2 Dinge. 1. Helge darf dich nicht überholen 😉 . 2. Ich will auf keinen Fall einen Umweg über einen Berg zurück nach Hause fahren. Ich will einfach flach zurückrollen. Auf direktem Weg. Nach 36min übergab ich an Kessie. Sehr lustig, worüber Karina so alles nachdenkt wenn sie Rad fährt 😆 Also ich kam gut 4 Minuten nach Emma aus dem Wasser (soviel zum Thema aufpassen) und ich hatte beim Radfahren richtig Spaß. Aber um Karina auf 20 km 4 Minuten abzunehmen, hätte es schon einen 10 km langen Anstieg gebraucht 😀
Es waren viele zum Anfeuern da. Die Kassandra rief immer wieder: Super Mama. Und die weltbeste Physiotherapeutin Gabi und DER Ironman schlechthin Peter feuerten uns auch an. Ich musste leider 5 Runden alleine fahren. Also ohne Windschatten. Aber ich war gut drauf. Meine Beine fühlten sich doch recht gut an und irgendwie waren sie das von den Wochenende davor ja gewöhnt 😉

Es war schon brutal heiss auf dem Rad. Der Großteil der Laufstrecke lag in der Sonne. Ohje. Kessie biss sich durch, aber ich glaube es war schon grenzwertig. Wem sagst du das? Beim Laufen hatte ich irgendwie immer ein Wort im Kopf: Backofen. Mach doch bitte mal jemand den Backofen aus! Aber es waren zum Glück nur 5 Km und ausreichend Wasser, so das man es aushalten konnte. Und obwohl meine Beine immer noch gut drauf waren, fiel mir das Laufen schon deutlich schwerer als das Radfahren. Aber immerhin bin ich noch einen guten 5er Schnitt gelaufen, das muss reichen bei tropischen Temperaturen 😆
In Gedanken war ich (ich auch) bei Frank beim IM Frankfurt und wie die Leute dort leiden mussten. Am Ende belegten wir den 3. Platz bei den Frauenstaffeln. Nach ein paar Pommes, Currywurst, die eigentlich aus Gold hätten sein müssen bei den Preisen dort, machten wir uns auf den Rückweg. Helge wollte Gott sei Dank auch nur noch direkt und ohne Umweg heim (ich war so froh das Karina keine Berge mehr fahren wollte 😆 ). Es gab ja noch die Option, die Männer anzurufen, damit sie und abholen. Aber die wollten wir nur im Fall eines Gewitters ziehen. Aber mein Schädel kochte ganz schön. Ich war froh, als wir endlich den letzten Anstieg hinter uns hatten. Ich habs Rad einfach nur irgendwo „hingeworfen“ bin direkt durch ins Bad und habe den Kopf unter Wasser gehalten. (hat sie wirklich! Sah ein bisschen lustig aus) Selbst heute habe ich noch das Gefühl, ich glühe. Aber sonst ist alles gut. Die Männer haben für lecker Gegrilltes gesorgt ( Ihr seid halt die Allerbesten !!!!!). Und ich habe mich nur noch von Dusche zur Couch, zum Tisch, zurück und irgendwann ins Bett bewegt. So, dann mal sehen, wie es wettertechnisch diese Woche weitergeht, denn ein paar Radkilometer brauche ich noch. Aber eine Staffel möchte ich auf jeden Fall nochmal machen.

Meisterlich

Wenn die zwei tridreamteam Mitglieder auf Reisen gehen (die eine nach Norden, die andere nach Süden), dann gibt es auch was zu erzählen. Und weil es so gut an kam beim letzten Mal, gibt es hier wieder einen Bericht in Schwarz (auf Weiß) von mir und Karina’s Bericht im unglaublichen Pink (auf Weiß).

Die letzte Woche von Montag – Freitag:
Montag war Regeneration angesagt. Den Tag davor war ich in Zell an der Mosel beim Sprint Triathlon gestartet (750m-  20km- 5km). Das war der reinste Spaß. Wobei man mir ja immer wieder sagt, das würde gar nix bedeutet, weil für mich sowieso immer alles Spaß ist. Ist es ja auch. Durch die Mosel zu schwimmen, mit dem Rad einen Berg hochzujagen (und wieder runter) und dann noch 5 km laut schnaufend zu Laufen das macht nun mal ganz einfach Spaß. Ich war jedenfalls volle Kanne zufrieden mit dem Wettkampf. Den letzten der 5 km konnte ich sogar in einem 4:45er Schnitt laufen. Das war wohl Rekord für mich.
Den Rest der Woche verbrachte ich (wie sollte es anders sein) mit Schwimmen, Laufen und Radfahren. Wobei ich tatsächlich zum Radfahren mein MTB benutzte, ich hatte das Gefühl, es fühlte sich vernachläßigt. Meine Woche war weniger aufregend. Seit dem letzten Samstag lag ich mit einer Erkältung flach. Den ganzen Winter habe ich es geschafft gesund zu bleiben und jetzt das. Also wurde jede freie Minute, zwischendurch „musste“ ich immer noch ein bisschen arbeiten ( selbst und ständig halt ), rumliegend oder schlafend auf der Couch verbracht. Es hat geholfen. Am folgenden Wochenende war ich tatsächlich wieder fit. Naja, die Nase war noch ein bisschen verstopft, aber ansonsten war alles gut.
Samstag stand wieder Schwimmen auf dem Plan und am Nachmittag kam Bergziege Frank zu uns in den Hunsrück. Er und Andi wollten eine schöne MTB Tour machen. Ich bin nicht mitgefahren. Erstens musste ja einer alles fürs Grillen zubereiten und Zweitens wollte ich ja Sonntag in Worms beim Triathlon für die Damenmannschaft starten. Und da sollte man sich am Samstag nicht noch die Beine richtig müde machen. Und Drittens, die beiden haben es bestimmt genossen, das mal keiner redete 😆
Zum Grillen kam dann noch der Grill-Master himself, Karina’s GöGa Torsten. Wir haben lange und lecker gegessen (natürlich wieder viel zu viel :roll: ) und dann noch die Langzeit-Wettkampfplanung der nächsten Jahre besprochen. @Helge: “ Ihr habt eine Langzeitplanung für die nächsten JAHRE ??? besprochen? Davon weiss ich noch gar nichts. Wie sieht die denn aus?“. „Naja, es ging da um die Langdistanz für’s nächste Jahr und da ist für dich ja eh alles klar :-) . Und dann noch um so das ein oder andere Highlight in den nächsten Jahren, da haben wir dich aber fest mit eingeplant 😆
Für´s Verständnis: Ich weilte Samstag und Sonntag mit Julia und ihrer Schwimmtrainerin Janina in Neuwied zu den Rheinlandmeisterschaften im Schwimmen. Da auch wir Alten, netterweise Masters genannt, starten durften, machten Janina und ich das natürlich auch. Und wir konnten eine ganze Menge Medaillen abräumen
(Karina, wenn sie nicht als Legolas unterwegs ist, ist sie der weibliche Michael Phelps, hat 3 mal Gold, 1 mal Silber und 1 mal Bronze 😯 ) und auch einige Bestzeiten erzielen. Bloss gut, dass es ein Freibad war. Ich glaube im Hallenbad wären wir eingegangen :-) . Was gibt es Besseres als ein gesamtes Wochenende in regelmäßigen Abständen ins Wasser zu springen, um sich abzukühlen :-) .

Dann kam der Sonntag und da hieß es wieder ganz früh aufstehen. Naja, das kennen wir ja schon. Andi brachte mich nach Trier, wo alle Mannschaftsstarter sich trafen und gemeinsam mit 2 Vereinsbussen nach Worms reisten.
Andi fuhr nicht mit. Er trainiert ja immer noch! Irgendwie hat der Luxemburg Marathon einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Andi trainiert zwar nicht so viel, wie ich trainieren würde wenn ich einen Ultra laufen wollte, aber sagen wir es mal so: die Ruhezeiten seiner Laufschuhe haben sich drastisch verkürzt. 😀 Und so wollte er in Trier einen 30er Lauf machen, wobei die letzten 21 km der HM beim Trierer Stadtlauf sein sollte.
Die Fahrt nach Worms war lustig. Die Gefahr das jemand einschläft wenn ich im Bus mitfahre, besteht eh nicht. Und darfst du das nächste Mal wieder mitfahren? In Worms angekommen mussten noch Startunterlagen abgeholt werden und die 2. Wechselzone (Wechsel von Rad auf Laufen) eingerichtet werden. Dann ging es mit dem Rad zur 1. Wechselzone (Schwimmen auf Rad). Dort war auch der Start. Die Startzeiten waren sehr auseinander gezogen. Die Masters (das sind alle, deren Alter > 40 ist) starteten um 11 Uhr. 11:15 Uhr starteten alle Frauen. Perfekt, eine reine Frauenstartgruppe. Da wird nicht geschlagen und getreten. Wir mögen das nicht. Wir reden lieber darüber 😀 Die Länge der Fingernägel wurde aber nicht kontrolliert oder? Das haben die nämlich bei der Deutschen Meisterschaft im Freiwasser gemacht. Finde ich eine sehr gute Idee.
Wir mussten dann auch, obwohl das Wasser nur 20 Grad hatte, ohne Neo starten. Irgendwas wegen Jugend A Startern oder so. Jedenfalls hatten wir Neoverbot. Was mir aber ja gar nix ausmacht. Unsere 1. Männermannschaft startete erst um 13 Uhr. Bis dahin sollten wir schon im Ziel sein. Die zu bewältigende Strecke: 750m Schwimmen, 22Km Rad und 5km Laufen. Auch das kennen wir ja schon.
Das Schwimmen in einem Hafenbecken im Rhein war nicht berauschend. Sauberes Wasser ist anders, aber sobald der Startschuss gefallen ist, nimmt man das eh nicht mehr wahr. Mein Plan war ganz einfach: dem Distanzname entsprechend verhalten. Sprintdistanz beinhaltet glaube ich nicht ganz zufällig das Wort Sprint. Gib Gummi! Hau rein! Da wo keine Bäume stehen, kannste etwas schneller schwimmen/radeln/laufen. Also Vollgas. Ich kam sehr gut aus dem Wasser und da ich ja keinen Neo ausziehen musste, kam ich relativ gut aus der Wechselzone. Auf der Radstrecke machte mein Rad dann Bekanntschaft mit dem großen Kettenblatt. Ahhhh, das kann man tatsächlich benutzen. Die Strecke flach, aber trotzdem schön. Nicht langweilig, weil doch ein paar Ecken und Kanten. Beim Blick auf die Uhr sah ich plötzlich die Anzeige: Puls zu hoch! 😯
Ja vielen Dank liebe Uhr, aber erzähl mir doch mal was, was ich noch nicht weiß. Klar ist mein Puls zu hoch. Ich rase ja auch wie eine wildgewordene Sau durch die Gegend. :roll:
In der Wechselzone Zwei angekommen suche ich verzweifelt meine Schuhe. Das Problem: Ich hatte mir den Weg genau falsch rum eingeprägt. Ich dachte, ich würde von der anderen Seite ankommen. Und seitenverkehrt umdenken, nee, sorry, aber sowas kann ich gar nicht. Lost in transition area :-)
Aber irgendwann konzentriere ich mich auf das Orange der Schnürung und siehe da, da stehen sie doch, die Laufschuhe.
Und dann laufe ich los und ich habe immer noch voll den Spaß. Ich glaube, der Wettkampf, der Helge keinen Spass macht, muss erst noch erfunden werden. Man kreuzt ständig den Platz auf dem das Ziel ist, wo die Männer unserer Mastermannschaft mich anfeuern. Und Teamkollegin Magdalena sehe ich auch ständig und auch sie ist gut drauf. Ich merke schon während des Laufes das es gut „läuft“. Und als ich im Ziel bin, da lese ich doch tatsächlich, das ich den schnellsten 5 km Lauf ever gelaufen bin 😯 Unter 24 Minuten. (23:49)  Das hatte ich noch nie.  Und den Schnitt vom letzten Km letztes Wochenende hatte ich nun über die 5 km gehalten. Das macht mir Angst :-).
Holla die Waldfee war ich schnell. Also zumindest in meinem langsamen Universum 😆
Nach einer Dusche im Springbrunnen (eine richtige ist leider nicht da) und ein paar frischen Klamotten, geht es an die Strecke die richtig schnellen Jungs anfeuern. Unser Teammitglied Andi Theobald, der das Rennen dann gewinnen kann, zeigt uns was wirklich schnell ist. Oh man, es wird einem ganz schwindelig wenn man die jungen Männer Radfahren und Laufen sieht. Das relativiert die eigene Geschwindigkeit 😀 Wieso? DU bist doch nicht mehr jung, also musst du auch nicht mehr SO schnell sein. Obwohl, wie ich ja gehört habe, bekommen jetzt noch Andere Angst, wo das mit dir noch hinführen wird. Oder besser schwimmen, fahren, laufen wird.
Dann ist Siegerehrung und wir applaudieren laut weil unsere Jungs ganz schön abgeräumt haben. Und dann muss ich aufs Treppchen weil ich doch tatsächlich Vize-Rheinland-Pfalz Meisterin in meiner AK geworden bin.

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Vize-Meister

Naja, gegen Michael-Karina Phelps wirkt meine Ausbeute an Medaillen ja eher mickrig, aber ich arbeite dran 😆

Kommenden Sonntag ist schon der nächste Wettkampf und diesmal ist auch Karina mit dabei. Gott sei Dank „muss“ ich „nur“ Radfahren. Es ist ja schön knackig heiß hier bei uns, was bei so einer Sprintdistanz aber noch geht. Aber die armen Teufel, die am Sonntag in Frankfurt beim Ironman starten haben mein vollstes Mitleid. Frank drücke ich natürlich die Daumen, das 1. kein Neoverbot ist (ich denke aber das wird nicht helfen :-( ) und 2. er der Hitze trotzt und seine Beine frisch sind und alles klappt :-) . Trier hatte tatsächlich heute Mittag den deutschlandweiten Hitzerekord. Auf unserer Terasse waren es 41 Grad – im Schatten wohlgemerkt. Bin heute beim Schwimmtraining mal auf die Wassertemperatur gespannt. Immerhin ist das Nordbad in Trier beheizt :-) :-) :-) .  Und vorhin hatte ich im Hitzewahn DIE Geschäftsidee: ich biete meine klimatisierten Behandlungszimmer in der Mittagspause zur Abkühlung an. Was meint ihr kann ich so für 10min Kühlung verlangen?