Das war Roth 2014

Die Worte in dieser Farbe sind von Karina.
Die Worte in dieser Farbe sind von Helge.

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Vor dem Rennen

OH man war ich im Arsc….. Völlig durch den Wind! Wie gegen die Tür gerannt! Samstag war mir einfach nur nach Heulen. Mit jeder vergehenden Stunde wurde klarer: ES WIRD HEIß WERDEN. Das es ein langer Tag werden würde, stand ja schon länger fest. Aber bei den Temperaturen erschien mir eine Langdistanz völlig unmöglich. Ich verlor mit jeder Stunde den Glauben an das Happy End. Beim Rad Checkin ging ich mit Karina und Frank noch kurz die Wege ab. Schwimmausstieg -> Wechselbeutel -> Wechselzelt -> Rad …. Einfach Wege abgehen und einprägen. Weil da liegen 4000 Wechselbeutel und da stehen 4000 Räder. Wahnsinn. Ich kam mir so klein und unscheinbar vor in der Menge. Und wollte schon wieder heulen.
Ich bekam gefühlte 1 Million Emails, SMS, WhatsApp Nachrichten und andere Benachrichtigungen. Es gab so vielen Leute, die an uns dachten. Die Daumen drückten. Glück wünschten. Der Druck wurde mit jedem Wunsch gefühlt schlimmer.
Die Nacht zum Sonntag fiel aus. Schlaf, wo bist du nur gewesen?  Meine Gedanken rasten durchs Triathlonuniversum. Jeder Versuch, an was anderes zu denken, scheiterte nach 2 Sekunden. Um 3 Uhr klingelt zum Glück der Wecker. Frühstück und ab mit Karina und Frank in die Wechselzone. Die Stimmung, die über der aufwachenden Wechselzone neben dem Kanal liegt, macht alles noch schlimmer. Es ist so unglaublich großartig, das mir einfach die Tränen kommen. Beim Abschied von Andi musst ich schon wieder heulen. Ich will einfach nur schreiend weglaufen. Ich will weg von diesem Ort wo ich so gerne sein will. Versteht das jemand?
Wir sitzen im Rasen und lassen Gedanken und Blicke schweifen. Alles wie im Traum, nur weniger real. Und wir warten zusammen mit Gabi, Peter und anderen darauf, das es los geht. Es ist kaum auszuhalten. Wie eine Zerreißprobe.
Peter, der vor uns startet wird herzlich verabschiedet, dann verabschieden wir uns von Frank, der nach uns startet.
Und auf geht es zum Start. Gleich geht es los. Zurück geht nicht mehr. Jetzt soll es also geschehen.

Kurzfristig hatten wir beschlossen, doch schon Freitag Früh loszufahren. Wir trafen auf einem Parkplatz dann noch unsere Supporter Kessie, Gerd, Hans-Jörg, Inge, Markus, Edith und Carmen, die auch startete.  Mit 4 Autos machten wir uns dann auf den Weg und kamen relativ zügig voran, so dass wir noch ganz entspannt unsere Startunterlagen abholen konnten. Die Nudelparty nahmen wir dann auch noch mit. Es waren unglaublich viele Menschen dort. Aber alles funktionierte reibungslos. Am Samstag Morgen durfte man im Kanal Testschwimmen. Das wollte ich nutzen, um die Orientierung, Sicht usw. zu testen.  So sind Helges GöGa Andi, Kessie, Hans-Jörg, Gerd und ich noch vor dem eigentlichen Frühstück los. Ja, auch die Supporter wollten sich etwas sportlich betätigen. Es sollte der heisseste Tag der Woche werden und das haben wir um 6:30 Uhr morgens schon gemerkt. Trotzdem zwängten wir uns in die Neoprenanzüge und schwammen so 40min. Das Wasser war ziemlich warm und leider auch voller Gras, da die Böschung am Ufer für die Zuschauer abgemäht wurde und natürlich alles im Wasser landete. Das machte das Schwimmen ziemlich unangehm, wenn man ständig irgendwelche Grashalme zwischen den Zähnen entfernen musste :-) . Aber da nach dem Testschwimmen die Schleusen wieder geöffnet wurden und der Schiffsverkehr wieder lief, sollte das Wasser am Sonntag dann wieder vom Heu befreit und hoffentlich etwas kühler sein. Danach ging es wieder zurück ins Hotel, wo es dann erstmal richtiges Frühstück gab. Danach fuhren wir alle nach Roth zum Zielbereich, um etwas über die Messe zu schlendern, den ein oder anderen Einkauf zu tätigen, viele Bekannte zu treffen und weitere riesige Berge von Kohlenhydraten zu verdrücken. Wieder zurück im Hotel bereitete ich mein Rad und den Laufbeutel vor, denn die mussten ja noch heute eingecheckt werden. Nach einem kurzen Schläfchen fuhren wir mit den Rädern die 18km zum Schwimmstart. Ein letzter Materialtest ergab, dass sich meine Schaltung irgendwie komisch anhörte. Sie funktionierte, aber irgendwas klapperte. Nach ein paar Kilometern war es wieder weg. Das sich die Beine etwas schwer anfühlten, ist glaube ich am Tag vor dem Wettkampf normal. Das ist bestimmt nur Kopfsache. Die Radabgabe ging Ruckzuck. Die Wechselzone war riesig. Unsere Männer holten uns dann ab und dann ging es (natürlich nach einer weiteren Dusche – es war echt unertäglich heiss ) auf in eine Pizzeria. Dort trafen wir dann auch auf Luis, Nicole und Volker, die uns auch unbedingt unterstützen wollten und das obwohl Nicole erst vor kurzem eine Fuss-OP hatte und noch nicht so gut gehen kann. Es gab dann noch für jeden ein orangenes Shirt. So konnten wir unsere Unterstützer schon von weitem am Strassenrand erkennen. Es hervorragend funktioniert. Nach dem Packen des Radbeutels und des AfterRace Beutels versuchte ich irgendwie zu schlafen. Naja, hat nicht wirklich funktioniert.  Aber das hatte uns Marc ja schon prophezeit. Dazu kam noch die Hitze. Nach vielleicht 2 Stunden Schlaf klingelte der Wecker um 3 Uhr. Ich war sofort hellwach. Aufregung? Nein. Anspannung? Ja. Dass das Frühstück nicht sehr ausgiebig war, kann sich jeder vorstellen. Aber wir hatten vorsorglich noch was zu Essen eingepackt, was wir dann vor dem Schwimmen noch zu uns nehmen wollten. Gegen 4 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Schwimmstart. Es war noch ziemlich wenig los. Aber wir konnten ja eh nicht gut schlafen, also können wir auch zeitig am Start sein. Ein anderer Grund war aber auch, dass die Männer sonst mit dem Auto nicht mehr weggkommen wären. Sie fuhren wieder das Auto nach Roth und machten sich von dort mit den Rädern auf den Weg an die Strecke. Wir legten letzte Hand an unsere Räder, platzierten den Radwechselbeutel und setzten uns dann ins Gras, um dem ganzen Treiben zuzuschauen und die ganzen Eindrücke aufzunehmen. Nachdem wir unsere Neo´s anhatten, nahm uns die weltbeste Physiotherapeutin  Gabi quasi an die Hand und ging mit uns zum Schwimmstart. Angeblich hatte das Wasser 21,9 Grad – gefühlt waren es 25 Grad. Gabi “zwang” uns ganz nach vorne in die erste Startreihe. Das habe ich beim Schwimmen noch nie gemacht, weil ich immer Angst habe überschwommen oder verprügelt zu werden. Ich hatte aber gar keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, denn plötzlich hieß es nur noch 1 min bis zum Start.

Schwimmen

Startschuss! Endlich. Wir sind ziemlich weit vorne. Gabi ist schräg vor mir. Karina direkt neben mir. Das ist wie im Training. Jetzt kann nix mehr schief gehen. Ich fühle mich endlich wieder gut. Weil jetzt kann ich endlich vorwärts. Karina neben mir ist immer gut zu erkennen, da wir die gleiche, ziemlich auffällige Schwimmbrille haben.
Nach dem der anfängliche Stress vom Start sich gelegt hat, suche ich mir Füße zum Folgen. Ich brauche für die innere Ruhe und die Konzentration etwas, dem ich mit den Augen folgen kann. Ich habe meine Füße also gefunden und folge der sehr angenehm schwimmenden Schwimmerin.
Irgendwann ist Karina plötzlich weg. Ob sie nach vorn oder hinten verschwunden ist, weiß ich nicht. Aber ich weiß, ich werde sie irgendwann wieder sehen :-)
Das Schwimmen klappt sehr gut. Ich empfinde es als kurzweilig und problemlos. Den Füßen kann ich bis ca. 500 m vor dem Austieg folgen, dann gibt die Besitzerin der Füße richtig Gas. Ich entschließe, einfach locker weiter zu schwimmen. Es gibt keinen Grund zur Eile. Der Weg ist noch lang.
Plötzlich bin ich auch schon da und werde aus dem Wasser gezogen. Na gut, das das Schwimmen nicht schwer wird, war zu erwarten, aber es ist ein gutes Gefühl, Teil 1 erledigt zu haben :-)
In der Wechselzone lasse ich mir Zeit. Brötchen essen, Radklamotten anziehen, zur Toilette gehen … ich verstehe gar nicht, warum die alle so rumhetzten dort :lol:
So treffe ich auch Karina wieder. Sie ist zwar etwas langsamer geschwommen, aber beim Wechsel kann sie alles etwas schneller als ich.
Damit können wir quasi fast gleichzeitig auf die Radstrecke.

Und dann ging es auch schon los. Keine Zeit mehr, noch über irgendwas nachzudenken oder Aufregung aufkommen zu lassen. Da in unserer Startgruppe nur Frauen waren, gab es nicht ganz soviel Prügelei, wie bei gemischten Startgruppen. Ich kam ganz gut weg und versuchte, die erste paar hundert Meter neben Helge zu bleiben. Es gibt einem ein gutes sicheres Gefühl, ein bekannstes Gesicht neben sich zu wissen. Im Training hatten wir das ja schon ausprobiert. Uns war klar, dass das nicht die ganzen 3,8km funtionieren würde, aber um ins Rennen zu kommen, war es perfekt. Irgendwann liess ich Helge dann ziehen und versuchte meinen eigenen Rhythmus zu finden. Das Feld zog sich auseinander und e sgab mehr Platz. Ich konnte dann tatsächlich in die 3er Atmung übergehen und bemühte mich ruhig und gleichmäßig zu schwimmen und mich nicht schon völlig zu verausgaben. Auf die 2-3 Minuten kommt es auch nicht an, denn der Tag sollte noch lang werden. Also hiess es, Kräfte sparen. Die Orientierung war einfach, einfach nur geradeaus schwimmen, um die Boje, wieder geradeaus zurück, um eine weitere Boje, geradeaus weiter bis zum Ausstieg. Und dann war das Schwimmen plötzlich vorbei. Wechselbeutel geschnappt und ab ins Wechselzelt zum umziehen und vor allen um reichlich Sonnencreme aufzutragen. Ich fühlte mich super, lange nicht so erschöpft, wie nach dem Schwimmen im Kraichgau. Am Bike noch die Riegel und das Rosinenbrötchen :-)  ins Trikot verfrachtet und weiter ging es. Die Schwimmzeit war ziemlich genau so, wie ich es mir vorher ausgrechnet hatte: 1:16:16h.

Radfahren

Erst mal orientieren und warm fahren. Das warm fahren ist bei mir ganz wichtig. Heißt, die ersten 5 km mal ohne Auflieger locker treten. Nur keine Hektik. Heute ist nicht der richtige Tag für Experimente.
Der Plan ist, alle 10 Km mit kleinen Happen Essen versorgen. Hohe Trittfrequenz und ruhiges Tempo. So wie Isabell. Isabell fährt ein angenehmes Tempo und so fahre ich immer hinter Isabell (natürlich mit dem entspechendem Abstand). Es ist so wie bei den ganzen Trainingseinheiten mit Karina. Sie immer vorne und ich mit Abstand dahinter. Wie im Training. Alles ist gut. Meine Augen folgen also der Ersatz-Karina und ich folge meinen Augen. Ganz einfach. Ich habe keine Uhr und kein Tacho, ich weiß überhaupt nichts über Zeiten oder Geschwindigkeiten. Und das ist gut so. Ich genieße die Fahrt.
Die Strecke ist irgendwie sehr flach. Zu flach für mein Empfinden. Aber die Stimmung ist der Hammer. Und die Hitze ist es ebenfalls. Einfach Hammer wie heiß einem werden kann. Ich habe zum Glück mein Langarm-Shirt an. Die Arme kann man immer wieder schön nass machen und dann hat man lange Kühlung. Bei jeder Verpflegungsstation (aller 20 Km) also Wasser auffüllen, 1 mal Dusche über Kopf und Arme und ordentlich trinken. Das passt.
Beim 1. und einzigen “Berg” sehe ich Nicole, Volker und Luis. Was eine Freude :-)
Das tut so gut zu sehen, das man nicht alleine ist.
Dann kommt irgendwann der Solarer Berg. Und mir bleibt ehrlich die Luft weg. Wenn man es nicht erlebt hat, dann kann man es nicht verstehen. Man fährt in eine unglaublich laute Menschenmenge hinein. Man kann nicht schnell fahren, wir fahren ca. 20 Athleten hintereinander aufgereiht wie an einer Kette durch die Massen. Und ich, ich muss schon wieder mit den Tränen kämpfen. Plötzlich berührt mich eine mir unbekannte Frau von der Seite und ruft mir zu: Helge, ganz liebe Grüße von der Natalie. Oh man, Engel Natalie hat tatsächlich einen Weg gefunden, mich hautnah anzufeuern. Das macht den Kampf gegen die Tränen ziemlich aussichtlos.
Nicht weit hinter dem Solarer Berg komme ich an Gerd, Markus, Inge, Kessie und Hans-Jörg vorbei. Sie sind so großartig. Das kann man nicht beschreiben. Und wenig später stehen Andi und Torsten da. Und geben alles. Alle sind da. Ich habe alle gesehen. Und schon gehts auf die zweite Runde.
Meine Beine sind immer noch locker und gut und bisher verlief alles nach Plan. Weiter auf dem Plan steht bei KM 90 eine Pinkelpause. Nur ganz kurz im Wald.
Und ab KM 100 so rum verlasse ich für den Rest der Strecke fast komplett den Auflieger. Ganz einfach aus Sicherheitsgründen. Aufliegerfahren verusacht bei mir Krämpfe beim Laufen. Und das will und kann ich mir nicht leisten heute. Außerdem fahre ich ja eh am liebsten einfach Rennrad :-)
Durch meine Pause habe ich Ersatz-Karina verloren. Zum Glück ist die Radstrecke voll mit Radfahrern. Ich suche und finde wieder eine Ersatz-Karina. Es geht jetzt etwas langsamer voran. Auf diesen langen flachen Strecken ist das aufrechte Fahren eher etwas ungünstig. Aber wichtig ist einfach, das die Beine gut und locker bleiben. Da steht ja noch ein Lauf an. Der längste meines Lebens.
So fahre ich immer weiter und versuche den Gedanken an den Marathon zu verdrängen. Das klingt nach … zu viel. Also nehme ich mir erstmal vor, einen HM zu laufen. Weil das kann ich ja.
Dann komme ich zur vorletzten Verpflegungsstation. Und da ist Pumpe. Das Wasser ist leer. Die rufen uns das schon von weitem zu. Wasser ist leer, Nachschub kommt gleich. Gut, ich könnte jetzt fluchend weiter fahren wie einige andere, oder aber einfach mal eine Pause machen. Wie ebenfalls einige andere. Der Tag ist lang und die Sonne brennt heiß, was spricht da gegen einen Platz im Schatten zum Ausruhen?
Nix. Und außerdem, meine 3 Flaschen sind komplett leer. Ohne Wasser weiter fahren, wäre sportlicher Selbstmord. Das geht nicht bei diesen Temperaturen. Also setze ich mich zu den anderen Fahrern in den Schatten und lerne viele lustige Leute kennen. Z.B. Ingo. Ingo macht das schon zum 5. mal, aber so langsam war er noch nie. Er sagt, er hat das Gefühl zu verdampfen. Ich finde es cool wie entspannt die meisten das ganze sehen. Der eine versichert den sich ständig entschuldigenden Helfern, das das nicht schlimm ist mit dem Wasser. Man hatte nicht bedacht, das es so heiß würde, das sich alle erstmal das Wasser literweise über den Körper zur Kühlung kippen.
Irgendwann sehen wir einen Traktor mit großem Wasserfass über die Felder anfahren. Ok, das heißt, die Pause ist vorbei. Sobald der Traktor ran ist, fangen wir mit “duschen” und Flaschen auffüllen an. Irgendwie hat es keiner eilig. Aber irgendwann verabschieden wir uns und gehen dann doch auf die letzten 40 KM der Radstrecke.
Leider ist Ersatz-Karina weg. Aber die paar KM schaffe ich auch alleine :-)
Beim Ankommen in der Wechselzone sind meine Beine zwar müde, aber keinesfalls erledigt. Ich habe also Teil 2 geschafft und innerlich wappne ich mich für das, was jetzt kommt. Ein Halbmarathon :-)
Also Radklamotten aus und Sonnencreme überall hin und nochmal was trinken und los gehts.

Sobald ich auf dem Rad sass, schnappte ich mir das Rosinenbrötchen. Ich hätte gerne gewusst, was die Leute dachten als ich da so Brötchen futternd an ihnen vorbei gefahren bin :-) . Der Radpart machte mir im Vorfeld ein klitzekleines bisschen Sorgen, da es im Kraichgau überhaupt nicht lief. Deshalb hatte ich beim Tacho die Tempoangabe abgeklebt. Nur die Kilometeranzeige lies ich stehen, da ich ca. alle 15km was essen wollte und am Starssenrand nur volle 10km angezeigt wurden. So bin ich also ganz nach Gefühl gefahren. Die ersten 30km sind relativ flach und gut zum einrollen, bevor bei km 40 der Kalvarienberg in Greding kam. Dort standen dann auch Luis, Nicole und Volker. Dank der Shirts sah ich sie, bevor sie mich sahen :-) . Es tat total gut. Als nächstes wartete dann der Solarer Berg. Ich bog um die Ecke und sah: Keine Strasse mehr da – nur Menschenmassen. Wahnsinn! Es war tatsächlich so, dass die Leute erst kurz vor einem die Gasse frei machen. Ein bisschen taten mir die Fahrer hinter mir leid, weil sie nicht überholen konnten und ich ja nun wirklich nicht sehr schnell am “Berg” bin. Aber da musste sie halt durch. Oben angekommen brauchte ich ein bisschen, um wieder Luft zu bekommen. Denn man wird schon ganz schön gepusht und überpaced ein bisschen. Aber das war es wert. An der nächsten kleineren Steigung im Bereich des Schwimmstartes standen dann unsere anderen Supporter. Kessie hatte sogar ein Plakat für uns gebastelt! Neu motiviert ging es dann in die zweite Radrunde. Im nöchsten Ort standen dann Andi und Torsten, um uns anzufeuern. Es hat unglaublich geholfen unsere Leute an der Strecke zu sehen. Wieder beim Kalvarienberg angekommen, erwischte ich Luis, Nicole und Volker gerade bei der Mittagssiesta, hihi. Sie hatten noch gar nicht mit mir gerechnet. So war es diesmal umgekehrt, indem ich sie angefeuert habe, nicht schlapp zu machen :-) . Die Anderen standen diesmal oben am Solarer Berg. Diesmal warn nicht mehr ganz soviele Zuschauer und es war mehr Platz zum Überholen. Und so konnte ich etwas langsamer hoch fahren, immer im Hinterkopf, dass ja noch ein Marathon folgen sollte. Zum Wetter bleibt zu sagen, es war fast unerträglich. Ich habe viele gesehen, die am Strassenrand im Schatten sassen und aufgegeben hatten. Ame Ende hiess es, jeder 5. Teilnehmer wäre ausgestiegen. Ich nahm an jeder Verpflegungsstation eine neue Isoflasche und versuchte mir soviel Wasser wie möglich über zu schütten. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was das für eine Hitze das unter so einem Aerohelm sein muss. Ich habe ja schon gedacht. mein Schädel explodiert gleich und mein Körper verglüht. Ab Km 130 konnte ich nur noch trinken, feste Nahrung habe ich nicht mehr herunter bekommen und auch die Gels konnte ich nicht mehr schlucken. Salztabletten habe ich auch reichlich eingenommen. An der letzten Verpflegungsstation vor dem Wechsel zu Laufen rief uns ein Helfer zu, dass das Wasser alle ist. Echt jetzt. Ein bisschen Wasser hatte ich noch in meiner Aeroflasche. Ich brauchte aber dringend welches zum Kopf kühlen. Also nochmal eine neue Isoflsche gegriffen und gedacht, sind ja nur noch 20km. Das bekomme ich noch irgendwie hin. Als ich an der letzten Station der Verpflegungsstelle ankam, war wohl gerade die Wasserlieferung eingetroffen. Ich also schnell eine Flasche gegriffen und versucht den Körper zu kühlen. Die letzten Kilometer konnte man nochmal gut rollen und die Beine lockern für den anschliessenden Marathon. In der Wechselzone angekommen, konnte ich es nicht galuben, tatsächlich 180km gefahren zu sein. Wie schnell ich war, erfuhr ich erst am Abend nach dem Zieleinlauf. Es lief anscheinend besser als im Vorfeld gedacht und im Verlauf des Radfahrens gefühlt. Ich hatte mir vorher so ca. 7 Stunden ausgerechnet. Das ich aber schon nach 6:17:28h zum Wechsel kam, hätte ich nie für möglich gehalten. Die letzten Kilometer bin ich nicht mehr Auflieger gefahren sondern aufrecht, da ich festgestellt hatte, dass der Rücken dann beim Laufstart nicht so Probleme macht. Nach mehreren Stunden Auflieger fahren mag das mein Rücken in meinem Alter nicht ganz so. Im Wechselzelt zog ich mich dann um. Weisses Shirt und weisse Armlinge sollten mir Helfen beim Laufen den Körper zu kühlen. Die Hüfte hielt auch. Der letzte Abschnitt konnte in Angriff genommen werden.

Laufen

Ich fühle mich erstaunlich gut. Aber Vorsicht! Der Weg ist weit. Also sage ich immer wieder vor mich hin: kleine Schritte, langsam, ganz langsam. Es geht gut. Einen HM sollte ich schaffen. Um alles danach, mache ich mir später Gedanken.
Mein Bauch fühlt sich nicht richtig gut an. Es rumpelt und pumpelt dadrin wie verrückt. Aber Ignoranz soll helfen.
Ich laufe an Luis, Nicole und Volker vorbei. Und später an den anderen. Andi reicht mir Salzstangen. Aller 2 KM gibt es Verpflegung. Immer Kopf und Arme kühlen. Ich nehme auch reichlich Wasser und Cola zum trinken. Gels nur noch die eigenen. Die von Aktiv3 haben wirklich die Konsistenz von Wasser. Man kann die wirklich gut runter schlucken.
Bei Km 7 oder 8 spricht mich plötzlich Karina an. Ich habe sie überholt, ohne es zu bemerken :shock: . Zu meiner Entschuldigung sei gesagt, das Karina in schwarz starten wollte, nun aber in weiß gekleidet war :lol:
Karina ist ganz erstaunt, mich zu sehen. Sie denkt, ich bin vor ihr. Wahrscheinlich ist  sie aber an mir vorbei gefahren, als ich auf Wasser gewartet habe. Ein paar KM später sehe ich Gabi. Ich sehe auch Pjotr, Peter und Marco und Frank natürlich. Keinem ist kalt, soviel ist mal sicher. Beim Überqueren der Zeitmessmatte am 1. Wendepunkt muss ich an die Leute denken, die zu Hause am Computer unser Rennen verfolgen. Immer wenn ich eine solche Matte überquere wissen sie, das es weiter geht. Das ist wichtig.
Ich lerne wiedermal viele Leute kennen. Ich kanns nicht lassen. Ich muss halt quatschen. Da auf meinem Anzug hinten ganz groß mein Name steht, kann mich jeder auch sofort mit Namen ansprechen. Und viele meinen, das der Name nicht zur Figur passt :lol:
Irgendwann stelle ich fest, das meine Brille weg ist. Sie saß oben auf der Kappe, weil sie inzwischen so verklebt und schmutzig war, das ich sie nicht mehr aufsetzen konnte. Ich hatte sie wohl bei der letzten Verpflegungsstation runtergerissen, als ich mit Schwämmen meinen Kopf kühlen wollte. Ok, also zurück zur Verpflegungstation. “Brille, wer hat eine orangefarbene Brille gefunden? “. “Hier, hier ist sie!”. Der Helfer kommt mir entgegen gesprintet. Ich bedanke mich sehr höflich für soviel Fleiß und drehe wieder um. Ich laufe wieder auf die Lände zu, da wo alle anderen stehen, und ich freue mich über die Zurufe und den lauten Jubel. Und der HM war geschafft. Zeit für neue Ziele. Ganz einfach. Ich laufe jetzt immer 2 Km von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation und das Ganze 10 mal. Gesagt, getan.
Bei Km 26 ist Schluss! Die Stimmung hat sich verändert. Nein, nicht meine oder die der Zuschauer. Die Wetter-Stimmung. Dicke Wolken bedecken den Himmel. Und irgendetwas drückt mit aller Macht gegen meinen Schädel. Und gegen meinen Bauch. Ich kann keinen Tropfen Wasser zu mir nehmen. Nix. Mir wird sowas von übel. Ich beginne zu frieren und zu zittern. Ich muss gehen! Sonst lande ich auf dem Boden wie einige andere. Das wäre das Aus. Das geht gar nicht. Das darf und kann ich nicht riskieren. Nach 2 Km Gehen muss ich sehr schnell an den Wegrand und dann lasse ich mir die Cola und die Gels der letzten Stunden nochmal ordentlich durch den Kopf gehen.
Und dann wird weiter maschiert.
Ich entschuldige mich innerlich bei meinem Körper, das ich ihm grad das bisschen wieder weggenommen habe, was er so dringend braucht. Und verspreche ihm reichlich Essen und Schonung nach dem Ziel.
Und siehe da, es wird besser. An der Verpflegungsstation kurz vor Km 30 geht wieder Wasser. Puh. Ein Glück. Und Cola. Und ein paar Meter später laufe ich wieder los. Meinem Magen geht es besser und der Regen hat eingesetzt und der Druck aus dem Kopf ist weg. Na also.
Ich laufe wieder!
“Solange der Geist willig ist, wird sich der Körper fügen.”
Es geht zurück zur Lände. Wo die anderen warten. Ich laufe nicht mehr ganz so locker, aber es geht gut. Ich nehme immer nur kleine Schlucke Wasser und Cola. Ja nix riskieren. Ich fühle mich langsam richtig leer, was wahrscheinlich auch der Tatsache entspricht, aber Gel oder anderes geht jetzt nicht. Weil das einzige Gel das ich jetzt vertragen würde, hab ich nicht mehr. Also muss ich warten bis zur Lände. Und dieser Weg wird immer länger. Meine Kraft hat mich scheinbar nun ganz verlassen. Aus irgendeinem Grund setze ich aber einen Fuß vor den anderen. Und irgendwann komme ich bei den anderen an und es ist wie das Erreichen einer Oase. Sie feuern mich an und Andi gibt mir ein Gel und Gerd läuft ein Stück mit mir.
“Ein einziger Freund, der an dich glaubt, kann der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg sein.”
KM 36 und es bleiben nur noch 6. Ich weiß nicht, ob es das Gel ist, oder der Gedanke an nur noch 6 Km oder die Freunde, die an mich glauben, jedenfalls es läuft wieder ein bisschen lockerer. Km 37 verpasse ich irgendwie, und an KM 38 kommt die einzige wirkliche mentale Krise. Komisch, aber einer ruft mir zu: Nur noch 4 Km und ich sacke förmlich innerlich zusammen. 4Km? Sooo weit? Wie soll das denn gehen? Km 38 – 39 ist der einzig schlimme KM im ganzen Rennen. So kurz vor dem Ziel und mein Mut verläßt mich. Interessanterweise habe ich nie, also wirklich nie im ganzen Rennen an Aufgeben gedacht. Dieser Gedanke war mir sowas was fern. Und auch jetzt geht es nur um die innere Disskussion Laufen oder Gehen. Ich bleibe am Laufen, wobei es “sich vorwärts schleppen” wohl eher trifft.
“Wenn unsere Gedanken uns gefangenhalten, dann ist es doch nur naheliegend, das sie uns auch befreien können”
Dieser Spruch hängt über meinem Schreibtisch. Und er kommt mir plötzlich in den Kopf. NUR noch 3 KM. 3 von 226. Das ist ein Katzensprung. So müde kann man gar nicht sein um jetzt noch mit dem Laufen aufzuhören.
Und so laufe ich wieder befreit weiter und genieße das jetzt kommende große Fest. Ein amerikanischer Mitstreiter tanzt zur Musik über den Rother Marktplatz und seiner Aufforderung: let’s dance together! folge ich. Unsere Tanzbewegungen sind eher nur Armbewegungen. Aber die Leute feiern mit uns und mein Mittänzer erzählt mir, das es sein großer Traum war, einmal ein Ironman zu sein und das er es gar nicht glauben kann, das er es geschafft hat. Alles was jetzt kommt ist nur noch Genuss. Wieso ich eben noch so leer und platt war weiß ich nicht mehr. Ich fühle mich gut und laufe wie im Traum durch die immer enger werdenden Zuschauerspaliere. Die Leute feiern uns wie Helden. Ich laufe ins Stadion ein und kann das alles nicht realisieren. Ich höre meinen Namen: Helge Orlt finished ihre erste Langdistanz. Welcome to the finish line. Ich laufe ins Ziel und bin fassungslos. Ich bekomme meine Finishermedaille und auf der Brücke über den kleinen Teich, hin zur Zielverpflegung, stehe ich am Geländer und heule und schluchze ohne Ende. Mit einem breiten Lachen im Gesicht.

Für den Marathon hatte ich mir Gels in Flaschen abgefüllt. Ich hatte noch kurz überlegt, den Laufgürtel im Beutel zu lassen, da ich ja auf der Radstrecke schon Probleme mit der Gelaufnahme hatte. Und auch beim Laufen, habe ich sie nicht angerührt und den Gürtel bei km 20 dann Torsten in die Hand gedrückt. Ich habe direkt von Anfang an zu Cola gegriffen. Nach ca. 3km kam ich gut ins Laufen. Diesmal hatte ich meine Uhr dabei, damit ich das Tempo kontrollieren kann. Denn die Gefahr zu schnell loszulaufen ist sehr groß. Man lässt sich dann einfach zu sehr mitreißen. Ich habe nicht ständig auf die Uhr geschaut, sondern nur ab und zu, wenn ich das Gefühl hatte, dass es zu gut lief. Meist war ich dann zu schnell und ich habe bewusst langamer gemacht. An jedem Verpflegungstand hiess es wieder, soviel Wasser überschütten wie es nur ging. Die Schwämme habe ich auch überall am Körper verteilt. Getrunken habe ich die 42km lang tatsächlich nur Cola. Iso habe ich nicht mehr runtergeschluckt, sondern einfach eine Zeitlang im Mund behalten und dann wieder ausgespuckt. In der Hoffnung über die Mundschleimhaut auch noch was aufzunehmen. Weiterhin habe ich regelmäßg Salztabletten genommen. Es gab zwar auch Hühnerbrühe, salziges Wasser, Salzgurken, Tuc-Cracker und und und. Aber ich wollte meinem Magen keine weiteren Experimente zumuten, da ich auf den ersten 15km jedes Dixie aufsuchen musste, was irgendwo stand. Wahrscheinlich durch das ganze Iso auf der Radsrtecke. Danch war aber nichts mehr und ich konnte gut durchlaufen. An den wenigen kleinen Anstiegen bin ich gegangen, um Kräfte zu sparen und Krämpfe zu vermeiden. An den Verpflegungspunkten bin ich logischerweise auch gegangen. Aber dazwischen bin ich tatsächlich gelaufen. Ohne Probleme. Kein Hüftzwicken. Nichts. Mental wurde es etwas schwierig auf den langen geraden am Kanal lang. Man kann die Läuferschlange kilometerweit sehen. Bei km 22 fing es dann an zu regnen. Ich habe mich noch nie so sehr über Regen beim Laufen gefreut, wie in diesem Moment. Er kühlte nicht wirklich. Aber wenigstens war die Sonner verschwunden. Die einzige Sorge war, dass ich mir in den nassen Schuhen Blasen laufe. Zumal ein Großteil der Wege unbefestigt war und ich schon das ein oder andere Steinchen im Schuh spürte. Ich wollte sie aber nicht aussziehen, weil ich Angst hatte  beim Bücken einen Krampf zu bekommen. Also lief ich einfach weiter. Wieder an der Lände angekommen standen nochmal unsere Männer und Freunde. Jetzt waren es nur noch 7km bis zum Ziel. Jetzt konnte nichts mehr passieren. Tatsächlich waren die letzten Kilometer die Schnellsten. Es gab noch eine letzte Schleife durch Roth und dann fing plötzlich auch schon der rote Teppich an. Ab da machte ich nochmal schön langsam, um das Ganze richtig zu geniessen. So wie ich es wollte konnte ich lächelnd und bei klarem Verstand, hihi, durch das Ziel laufen und meine Medaille aus den Händen von Profi Pete Jacobs in Empfang nehmen. Auch die Marathonzeit war etwas schneller als ich mir erhofft hatte. Somit kann ich für mich von einem perfektem Rennen sprechen. Im Ziel hatte ich nur noch Gänsehaut und natürlich ich auch ein paar Tränchen verdrückt.

Nach dem Rennen

In Mitten der vielen Athleten im Versorgungszelt finde ich einen Platz zum Sitzen. Erst mal setzen. Ich treffe auf Uwe, der ebenfalls seine 1. Langdistanz gefinished hat. Er fragt nach meiner Zeit und ich stelle fest, das ich daran noch gar keinen Gedanken verschwendet habe. Ich weiß meine Zeit nicht. Gefühlt waren es 100 Stunden. Die Realität, so vermute ich, wird etwas weniger sein :-)
Irgendwann erfahre ich dann auch meine Zeit: 12:46 und es haut mich um. Ich war mir sicher mindestens 14 Stunden unterwegs gewesen zu sein.
Karina kommt und dann auch Frank. Wir feiern uns und unsere 1. Langdistanz. Wir sind total platt und total glücklich. Das Lächeln im Gesicht scheint sich festzubrennen.
In der Wechselzone beim Rad- Checkout versagt dann langsam aber sicher mein Kreislauf. Ich habe seit dem Zieleinlauf nichts getrunken, geschweige denn gegessen. Es geht einfach nicht. Und nun sagt mein Körper: Mädel, es geht einfach nicht :lol:
Ich muss mich setzen und dann lege ich mich auf eine Bank. Frank checkt mein Rad aus und will Andi holen. Ein Helfer kommt und bringt mir eine Cola. Ich trinke ganz langsam Schluck für Schluck und dann geht es wieder. Als Andi kommt kann ich sogar schon wieder sitzen und gleich auch wieder gehen, So können wir also den Heimweg antreten. Ich kann nicht schlafen, mein Körper brennt, Er ist wohl noch immer unterwegs. Aber diesmal stört es nicht.
Ich kann es immer noch nicht fassen. Nur ganz langsam verstehe ich, was wir da heute erreicht haben.
Schlaflos glücklich starre ich an die Decke und grinse so vor mich hin :-)

Als ich im Zelt der Zielverpflegung ankam, sah ich schon direkt Helge sitzen und sie sah gut aus. Wir lagen uns in den Armen und konnten es kaum glauben. Wir hatten es tatsächlich geschafft. Wir konnten noch aufrecht gehen und hatten auch keinerlei Krämpfe, wie so viele andere Teilnehmer. Da wir total durchnässt waren, machten wir und zuerst mal auf den Weg zu den Kleidungsbeuteln, um uns umzuziehen. Das dauerte ein bisschen, denn so ganz gelenking waren wir nicht mehr. Die nassen Kompressionsstrümpfe auszubekommen war schon eine etwas schwierige Angelegenheit :-) . Irgendwann hatten wir es aber geschafft uns in die trockene Kleidung zu bekommen.Dann konnten wir dann noch Gabi und Peter in die Arme schliessen. Peter wurde sogar Deutscher Vizemeister in seiner Altersklasse. Jetzt beginnt für ihn die Vorbereitung auf Hawaii. Wahnsinn. Kurz danach traf auch Frank ein und wir waren wieder vollzählig. Auch er war noch ganz eingenommen von den Eindrücken und der Erschöpfung. Ihm ging es aber auch gut. Gerne hätte ich etwas von der tollen Zielverpflegung gegessen. Aber ich konnte einfach nicht. Schon allein der Geruch machte meinem Magen Probleme. Und dabei gab es so leckere Sachen. Ich merkte so langsam, wie mein Körper anfing zu zittern. Schnell griff ich mir ein paar Becher Cola und suchte mir einen Platz, um mich zu setzen. Nach einer Weile ging es mir dann besser. Aber Essen konnte ich immer noch nicht. Frank und Helge auch nicht. Länger warten wollten wir dann auch nicht und so sind wir dann raus zum vereinbarten Treffpunkt. Wir holten uns unsere verdienten Glückwünsche ab, machten schnell noch ein paar Fotos für die Daheimgebliebenen und liefen Richtung zweite Wechselzone, um die Räder abzuholen. Im Vorfeld war eine weitere Sorge meinerseits: Bin ich danach noch in der Lage bis zur Wechselzone, die ca. 500m vom Ziel entfernt ist, zu gehen? Und schaffe ich es bis 23 Uhr mein Rad auszuchecken? Ich machte mir keine Sorgen die Langdistanz zu schaffen, sondern eher Sorgen um den Zustand danach. Aber alles unbegründet :-) Das Gehen dorthin tat meinem Kreislauf ganz gut und es ging mit zusehens besser. Übrigens immer noch mit ner Cola in der Hand. Soviel wie an diesem Tag hatte ich im ganzen letzten Jahr nicht davon getrunken. Das Rad und die anderen Wechselbeutel waren schnell gefunden. Und dann wartete ich auf Frank und Helge. Und wartete. Warum es so lange dauerte schreibt Helge lieber selbst ;-) . Das Feuerwerk und die grandiose Stimmung im Zielstadion hatten wir im letzten Jahr als Zuschauer erlebt. Deshalb verzichteten wir darauf, nochmal zurück zu gehen und machten uns direkt auf den Weg ins Hotel. Ich schaffte es gerade noch so unter die Dusche und dann fiel ich ins Bett. Und dann? War ich wach. Aber sowas von wach. Adrenalin, Cola und gefühlt immer noch mindestens 25 Grad in der Nacht waren wohl zuviel. Ausserdem hatte ich das Gefühl, ich verglühe gleich. Letztendlich habe ich nur 2 Stunden geschlafen. Das Frühstück war dann die erste feste Nahrung, die ich wieder zu mir nehmen konnte. Es war aber eher Vernunftessen als Hunger. Das Kauen tat sogar richtig weh. Wir verabschiedeten uns zeitig von den Anderen, da wir noch unsere Tochter bei Schwager und Schwägerin abholen “mussten”. Sie hatte die 3 Tage dort verbracht. Für sie wäre das zuviel und zu anstrengend gewesen. Denn unsere Männer hatten mit uns genug zu tun :-). So konnte sie 3 Tage mit ihrer kleinen Cousine verbringen.  Ein klitzekleines bisschen Belohnungsshopping im Outlet dort musste auch noch sein. Den Lindt-Laden habe ich quasi leer gekauft, hihi. Der obligatorische Stopp in einem Fastfoodrestaurant durfte auch nicht fehlen. Hatte ich doch die letzten Monate darauf genauso verzichtet wie auf Cola.  Den Rest der Autofahrt verbrachte ich mit dem Kopf vor der Kühlung und mit abnormalem Essverhalten. Gummibärchen wechselten sich mit Würstchen, Schokolade und Tuc-Keksen ab. Inzwischen hat sich das aber Gott sei Dank wieder normalisiert :-) . Das Schlafen klappt auch wieder. Auch sonst gibt es keine größeren Nachwehen. Klar, ein bisschen Muskelkater. Aber ich konnte und kann die Treppen normal vorwärts runter gehen. Ich habe keine Blasen an den Füssen und keine Zehennägel ,die sich eventuell verabschieden könnten. Meine Mitarbeiterinnen hatten schon anbgeboten, mich auf einem Stuhl durch die Praxis zu rollen :-) . Das war sehr zu ihrme Leidwesen nicht nötig :-) . Also, habe ich wohl alles richtig gemacht. Und nun? Mache ich erstmal gar nichts. Sportliche Ziele gibt es dieses Jahr keine mehr. Klar werde ich weiterhin trainieren. Vielleicht lasse ich mich auch mal wieder auf dem Bogensportplatz blicken. Ich werde es einfach auf mich zukommen lassen. Worauf ich mich jetzt freue? Am Wochenende ausschlafen zu können und dann in Ruhe mit der Familie zu frühstücken.

Danke

Wenn in einer Beziehung einer so viel Zeit für Training benötigt, dann bleiben zwangsläufig mehr Aufgaben an dem anderen hängen. Andi hat gekocht und hat mich durch die Gegend gefahren. Gerade am Montag nach dem Rennen, als auch er total müde war, ist er die ganze Strecke alleine gefahren. Ohne seine Unterstützung hätte ich das nicht machen können. Vielen vielen Dank dafür mein Schatz. Ohne dich kann ich nicht sein was ich bin.
Dank an Karina und Frank, weil sie die Trainingseinheiten bereichert haben. Alleine wäre es sicher weniger schön gewesen.
Die mitgereisten Supporter (Nicole, Luis, Volker, Hans-Jörg, Gerd, Kessie, Inge, Markus, Torsten und Andi) haben einen ebenso anstrengenden Tag in der Hitze hinter sich wie wir. Ich weiß das, weil ich war letztes Jahr auch dabei. Vielen Dank für eure Unterstützung. Besonderen Dank an Luis. Ich glaube, er ist 10 Jahre alt (bin mir nicht sicher) und hat den ganzen Tag mit durchgehalten und uns lauthals angefeuert. Außerdem war es Luis, der mir 4 Tage vorher versicherte: Du schaffst das locker! Luis, du bist mein Held :-)

Danke natürlich auch an all die Blogger und Freunde, die geschrieben und unterstützt haben, die Daumen gedrückt und online verfolgt haben. Auch an meine beiden Töchter Kassandra und Paula, die mitgefiebert haben und meine Familie.
Danke an alle, die an mich gedacht haben.
Danke natürlich an Trainer Marc. “Train smart not hard” war sein Motto für uns. Und hat gepasst wie die Faust aufs Auge :-) . Was man mit einem sinnvollen Trainingsplan alles erreichen kann ist wirklich unglaublich.
Vielen Dank an Tanja, die uns so charmant und witzig über die Berge von Gran Canaria begleitet hat. Das war ein sehr wichtiger Teil unserer Vorbereitung.
Und noch einen ganz dicken Dank an Natalie. Fürs Trösten, Mut zusprechen, Anfeuern und vieles mehr. Du bist und bleibst ganz einfach ein Engel.

An aller-aller-erster Stelle Danke ich meinem Schatz Torsten, der sich die letzten Monate wie alleinerziehend gefühlt haben muss. Danke für die bedingungslose Unterstützung. Dafür, dass wenn wir von den Trainingseinheiten kamen, das Essen fertig war, für das Hin und Her fahren, für das Aushalten meiner Launen und der des Kindes ;-) und und und… 

Danke an Julia, die öfters mal alleine bleiben “musste”, weil Mama stundenlang Rad fahren war und Papa noch arbeitete. Obwohl, ein bisschen hat sie diese Freiheit auch genossen ;-) .

Danke an meine Eltern. Obwohl meine Mama gesagt hat, als ich ihr von meinen Plänen erzählt habe: “Kind, dass verbiete ich  dir!” :-) . Danke an meinen Bruder ( der inzwischen auch laufenderweise wettkampfmäßig unterwegs ist ) samt Family. 

Danke an Helge und Frank, dass wir nach so vielen Stunden, die wir aufeinander gehockt haben immer noch befreundet sind :-) . Sind wir doch noch, oder?

Danke an Marc für die perfekte Vorbereitung auf ein für mich perfekt gelaufenes Rennen.

Danke an alle Freunde, Trainingskollegen und Blogger. Ich kann die vielen Namen nicht alle aufzählen, denn der Speicherplatz des Blogs ist begrenzt und ich habe Angst,  irgend jemanden in der Aufzählung zu vergessen. Danke an alle, die an uns geglaubt haben, die mit uns zusammen bei Wind und Wetter trainiert haben, vor Ort waren, virtuell an uns dachten und mitfieberten.

Und jetzt für die Statisiker unter den Lesern. Seit dem Trainingsstart am 1.11.2013 bin ich 175km geschwommen, 4358km Rad gefahren, 499km gelaufen und habe 25km im Wasser mit Aquajogging hinter mich gebracht.

 

 

…to cross the finish line

Meine Kollegen in Amerika haben gefragt, was ich mir vorgenommen habe. Für Roth. Für die erste Langdistanz.
Meine Anwort: I just want to cross the finish line.

Das Ziel ist die Ziellinie.
Nun sagt sich das so einfach. Es sind nur schlappe 3,8 Km im Wasser, 180 Km auf dem Rad und dann grad mal noch ein Marathon. Das müsste doch zu schaffen sein, oder?

Iron(wo)man! Das ist das Ziel. Zeiten spielen keine Rolle. Deshalb gehe ich auch ohne Uhr und ohne Tacho an den Start. Ich möchte mich nicht nach einer Zeitvorgabe richten. So frei nach dem Motto: Wir haben den vollen Preis bezahlt, da können wir auch den ganzen Tag nutzen :-) .
So sagt die weltbeste Physiotherapeutin. Sie wid sicherlich nicht den ganzen Tag brauchen. Sie wird lang im Ziel sein wenn wir eintrudeln. Aber Hauptsache ist ja, das wir dort ankommen. Aufgeben ist keine Option. DJ Gerd sagt immer: Aufgeben kannste bei der Post :lol:
Es war ein langer Weg bis hierher. Die Idee, die Anmeldung, der Start ins Training. Seit 01.11. trainieren wir jetzt speziell für diesen einen Tag unter Anleitung von Marc. Wahnsinn! Fast 4000 KM mit dem Rennrad, über 1000 KM mit dem MTB, 850 gelaufene KM, 235 geschwommene KM und und 67 Stunden Rumpfstabi. Sind wir nicht schon ein kleines bisschen Iron(wo)man weil wir bis hierher durchgehalten haben? Naja, andere würden bekloppt dazu sagen und einen Arzt empfehlen.

Wir haben uns monatelang durch den Schlamm mit dem MTB die Berge hoch geschraubt (was ein Spaß). Haben bei unzähligen Rumpfstabi-Stunden unsere Fettpölsterchen in Muskeln umgewandelt (naja, nicht alle :-) ), sind stundenland unsere Bahnen geschwommen, haben 2 Wochen auf Grand Canaria unsere Grenzen neu definiert, sind die Berge rauf und runter gelaufen, bei jedem Wetter, egal ob Lust oder nicht, haben es einfach durch gezogen.
Ich habe in den letzten Monaten Tonnen von Gemüse und Obst gegessen. Überhaupt habe ich Tonnen von allem gegessen. Das vorwiegende Gefühl in den letzten Wochen war Hunger. Hunger auf alles, selbst auf Dinge, die ich vorher nicht gegessen habe. Einmal rannte ich mit der Pfanne sogar der Katze hinterher … :-D
Zweifel? Hatte ich bisher keine. Trainiert habe ich ja genug, oder? Seien wir mal ganz ehrlich, das ich in Roth nicht einen neuen Weltrekord aufstelle, liegt nicht am fehlenden Training, sondern am fehlenden Talent. :roll:
Trainer Marc hat uns gut vorbereitet, soviel ist mal sicher. Und vorgestern gab es noch letzte Instruktionen von ihm. Und beruhigende Worte. Und Tips. Er hat, so scheint es, mehr Vertrauen in uns, als wir selbst. Hat auf jeden Fall sehr gut getan. Der “Segen” vom Trainer :-) .

Für mich wars bis hierher ja ziemlich leicht. Mir blieb bisher alle Krankheit erspart. Ich war nicht verletzt, hatte keine großen Ausfälle, noch nicht mal nen Schnupfen.
Und doch habe ich Muffesaußen! Puls im Ruhezustand: 140
Panik! So, das ich sogar einen Traum hatte.
Ich träume sonst nie. Ehrlich, ich bin der Typ Mensch, der sich hinlegt, einschläft und einfach nach 8 Stunden wieder aufwacht. Ohne wach zu werden, ohne Träume. Aber letzte Woche war das anders.
Ich träumte ich laufe einen 40 Km Lauf. Es ist Sonntag, eine Woche vor Roth und ich laufe diesen Lauf und überlege, ob es denn ratsam ist, eine Woche vor Roth so weit zu laufen. Ob der Trainer das gut findet? Das überlege ich während dessen ich laufe und ich ringe mit mir, ob ich nun weiterlaufen soll, oder nicht. Ich bin bei Km 16. Da wache ich auf. Und ein unaufhörlicher Strom von sinnlosen Gedanken überfällt mich. :shock:
Wie um Himmels Willen, komme ich auf den Gedanken, einen Ironman finishen zu können?
Was hatte ich nur geraucht, als ich mich dazu entschlossen habe?
Diese Geschichte ist einfach eine Nummer zu groß für meinen jugendlichen Leichtsinn. Man kann mit Spaß und Leichtigkeit ja fast alles meistern, aber einen Ironman?
Dann musste ich an Karina denken. Daran, das sie es weit schwerer hatte als ich. Sie wusste lange nicht, ob sie das wirklich durch ziehen kann. Sie konnte Wochenlang nur im Wasser trainieren. Und hat doch einfach weiter gemacht. Das ist auf jeden Fall schon mal sehr Iron(wo)man-verdächtig :-)

Nun denn: aus der Nummer komme ich jetzt eh nicht mehr raus. Es ist fast soweit und dann wird sich zeigen, was wir gelernt haben. Ich muss das nun hinter mich bringen. Zum Glück gehe ich nicht alleine an den Start. Es werden jede Menge wahnsinnige Sportler aus der Region an den Start gehen. Da ist zum Beipiel die weltbeste Physiotherapeutin Gabi. Ja, sie kann nicht nur mit Wunderhänden alles wieder gerade biegen, sie kann auch Ironman :-D und das ganz schön schnell. Mit dabei ist auch Carmen. Carmen kann laufen wie der Wind. Wahnsinn. Und Peter, der sich schon auf Lanzerote sein Ticket für Haweii sichern konnte und dieses Jahr noch den Ironman aller Ironman macht. Das wird dann also der 3. Ironman in diesem Jahr (und mich halten einige für verrückt, unglaublich :roll: ). Und dann sind dann noch Erich und Pjotr und Marco, alles schnelle Granaten. Die sind alle längst geduscht und ausgeschlafen, wenn wir ins Ziel kommen. :grin:
Und natürlich Frank. Genau wie Karina und ich ein Rookie auf dieser Distanz.
Wir drei haben so toll zusammen trainiert. Das hat so manche lange Einheit sehr kurzweilig gemacht. Aber jetzt müssen wir alleine ins Rennen gehen. Jeder für sich die Schlacht mit der Hitze und den vielen Km und sich selbst schlagen.
Aber irgendwie weiß man ja, das die anderen auch da sind. Das ist schon mal gut.
Und viele Freunde werden an der Strecke stehen. Es ist irre, wer alles mitfährt. Das tut so gut zu wissen, das man unterstützt wird. Das ist wirklich Klasse. Und wieviele Leute uns mental unterstützen. Zeiten online verfolgen oder einfach nur gedanklich bei uns sein wollen. Das haut mich echt um!
Alleine deswegen müssen wir das durchhalten.

Torsten hat es gestern ungefähr so ausgedrückt: Ihr schwimmt zu eurem Rad, fahrt zu euren Laufschuhen und lauft dann ins Ziel.
Ganz einfach. :lol:

Ich wünsche uns allen gute Beine und gutes Krisenmanagement (Krisen werden kommen) und keine technischen Pannen. Und natürlich richtig viel Spaß.
Und dann:
Welcome to the finish line

Hallo zusammen: Helge spricht mir aus der Seele und ich habe dem nichts mehr hinzuzufügen :-) Viele Grüße Karina

Einmal schnell bitte

Ich werde paranoid. Die vorletzte Trainingswoche vor Roth und ich sehe rot.
Irgendwie tun mir die Beine weh. Und der Zahn und ich bin müde. Und kraftlos und überhaupt.
Es steht nicht viel auf dem Plan. Die Laufeinheit am Mittwoch verlagerte ich vorsichtshalber zu Karina ins Wasser. Aquajogging ist auch mal wieder schön. Anschließend ging es direkt noch zur weltbesten Physiotherapeutin. Mein hinterer Oberschenkel Muskel vom linken Bein hatte vorletzte Woche versagt, aber es ist schon alles wieder gut. Aber besser nochmal ordentlich massieren lassen.
Dann wäre da noch der Zahn. Hatte ich bis Donnerstag noch an Phantomschmerzen geglaubt, wird mir beim Mittagessen klar, das selbst ICH nicht über solch eine Einbildungskraft verfüge. Ich leide beim Essen. Und das geht gar nicht.
Zum Glück kenne ich da ein gute Zahnärztin :-)
Also erzähle ich Karina mein ganzen Leid und bekomme noch schnell einen Termin für Freitag morgen.
Schnell ist dann auch ein freiliegender Nerv unter irgendeiner Füllung ausgemacht. Und der muss weg, Oder wie auch immer, jedenfalls heißt das Zauberwort: Wurzelbehandlung :shock:
Das an sich hört sich ja schon schrecklich an, als Karina dann aber von Betäubungsspritzen redet, rollen sich mir die Fußnägel hoch. Panik ist im Anflug.
Ich bitte darum, dieses Wurzelgedönsdingsbumsda ohne Betäubung zu machen, worauf mich Karina nebst Helferin geschockt anschauen.
Ohne Betäubung? Das geht nicht, das tut weh,
Besser weh tun, als sterben, und Spritzen sind definitv ein Grund für mich zu sterben :lol:
So gibt es also die Wurzelbehandlung ohne Betäubung und ich hatte zwischendurch das Gefühl, das Zahnärztin und Helferin mehr leiden als ich. Ich übte mich einfach eine Stunde lang in Schmerz-Ignoranz und Karina bestätigte mir dann auch, das Roth auch nicht mehr weh tun könnte als das. Hoffen wir mal, das sie Recht hat.
Der Zahn jedenfalls sagt nix mehr. Alles perfekt. Problem gelöst.

Die Müdigkeit scheint auch verflogen zu sein. Wobei ich heute ja auch keinen Sport mache. Ruhetag :-) .
Ein ganzer Sonntag ohne Sport, was ein Wahnsinn. Karina musste heute morgen nochmal ran. Sie hatte das Radeln und Laufen gestern ausfallen lassen und hat die Einheit heute morgen dann nachgeholt. Ich hatte das gestern schon mit Frank gemacht. Ich glaube Frank war auch müde. Unser Schnitt für die 60 Km Rad war jedenfalls unterirdisch. Laufen ging dann etwas besser. Aber vom Gefühl ist es eher so, als wäre eine Langdistanz nicht zu schaffen.
Und am Abend sind wir dann nach Morbach gefahren. Nicht ins Kino, oder zum Essen, oder Konzert oder was man halt alles so machen kann, nein, wir sind zum Wettkampf gefahren. :lol:
Verrückt. Kassandra wollte einen Wettkampf mit mir machen. Karina war gern mit dabei. Beim Swim & Run in Morbach gingen Kassandra, Karina und ich beim Einzel an den Start. 300 m Schwimmen und 3000 m Laufen. Und wenns geht, schnell bitte. Also nicht das es irgendeine Rolle spielte, aber ich hatte ja schon 4 Stunden Training hinter mir. Und Andi, der anschließend noch mit Karina eine Staffel machte, ebenfalls.
Naja, 300 m Schwimmen sind schnell vorbei. Karina, schnell wie der Wind, war als 1. Frau aus dem Wasser. Ich als 3. Kassandra als Brustschwimmerin brauchte etwas länger.
Es sind ja nur 3 Km. Aber warum muss man die so schnell laufen? Andi und Torsten standen an der Strecke und bemängelten meine fehlende Geschwindigkeit. :roll:
Die können gut lachen, stehen da rum … Na gut, dann lauf ich halt schneller. Hinter mir kamen auch Leute, die sahen nach schnell laufen aus. In Runde 2 überholte ich Karina. Sie sagte nur: Ich bin zu alt für diese kurzen schnellen Dinger.  Ja, genau das dachte ich auch.
Zum Glück sind die kurzen Dinger ja schnell vorbei. Als 2. Frau kam ich ins Ziel und gewann sogar einen Gutschein. Kassandra beendete auch sehr erfolgreich ihren ersten Multisport Wettkampf und hatte sichtlich Spaß gehabt.
Bei der Staffel mussten wir zum Glück nur Schwimmen. 3 x 100 m. Dazwischen musste der Läufer immer 1000 m Laufen. Da mein Staffelpartner abgesagt hatte, wollte ich erst nicht starten, aber es fand sich ein Staffelläufer, dessen Schwimmer fehlte, So ging ich dann doch nochmal ins Wasser.
War ein echt lustiger Wettkampf. Außer, wenn ich 100 m Schwimmen musste :lol: Das war die Hölle. Man man, ich war völlig kraftlos.
Andi lief trotz seiner 4 Stunden Einheit am Morgen total schnell und Karina schwamm sowieso schnell. So konnten die beiden sich den 2. Platz sichern. Mein schneller Läufer und ich toter Fisch kamen immerhin noch auf Platz 3 :-)

Im Anschluss kochten Karina, Torsten, Andi und ich bei uns zu Hause noch was leckeres und der Kamin wurde auch aktiviert (es war einfach total kalt gestern) und so hatten wir noch einen schönen Abend :-)
Und jetzt ist es noch 1 Woche.

2 lange Einheiten an einem Wochenende

Nachdem dem üblichen Training unter der Woche ( Schwimmen, ein bisschen Laufen und eine kurze intensive Rad + Laufeinheit ) stand am Samstag wieder eine lange Einheit auf dem Plan. Eigentlich kann man schon sagen eine weitere Mitteldistanz :-) . Wir trafen uns also mit Frank 9 Uhr morgens in Riol am See und stürzten uns für 2km Schwimmen in die Fluten. Aufgrund des Windes gab es sogar Wellen und Strömung. Bloss gut, dass wir in 2 Wochen das Freiwasserschwimmen beenden, denn die Algen im See werden immer größer. Sie tun ja nichts, aber irgendwie finde ich den Anblick in dem trüben Wasser gruselig. Helge geht es genauso ;-) . Danach ging es aufs Rad. 120km sah der Plan vor. Einen Teil der nassen Sachen vom Schwimmen tauschten wir gegen Trockene, denn der Wind war doch recht frisch. Naja, eigentlich hätten wir uns das sparen können. Denn kaum sassen wir auf dem Rad fing es auch schon an zu nieseln. Kurze Zeit später ging der Niesel dann in richtigen Dauerregen über. Diesmal hatte ich meine Regenjacke rechtzeitig an, aber ab einer gewissen Regendauer ist die dann auch durch. Und immer wenn wir dachten, jetzt wird es weniger oder hört auf, fing es nochmal richtig an zu schütten. Da wir keine Lust hatten wieder flach an der Mosel entlang zu brettern ;-) ging es diesmal über den Feller Berg nach Waldrach und dann über den Ruwerradweg nach Hermeskeil. Als wir bei Kilometer 60 am Wendepunkt ankamen hatten wir tatsächlich schon 750 Höhenmeter . Der Radweg hat bis Hermeskeil eine stetige Steigung von vielleicht 1-2%, aber man hat die ganze Zeit das Gefühl irgendwer hält das Rad hinten fest :-) . Zurück konnten wir es dann allerdings so richtig schön rollen lassen. Und noch viel schöner war, dass wir überall freie Fahrt hatten. Wer geht schon bei dem Wetter vor die Tür? Wieder am See angekommen wartete auch schon Andi, der Frank beim abschliessenden Lauf begleiten wollte. Kaum hatten wir die Räder im Auto verstaut, hörte der Regen auch auf :-) . Helge und Frank sollten 22km und ich maximal 15km laufen. So langsam wurde es auch wärmer. Das merkten wir vor allem auf der ersten Hälfte, wo wir Rückenwind hatten. Vom Gefühl her stand die Luft. Auf dem Rückweg dann versuchte ich immer ganz links an den Weinbergen oder Mauern zu laufen, in der Hoffnung, dass dort der Wind nicht ganz so stark ist. Am Startpunkt angekommen wartete ich noch auf die Anderen, die ein paar Minuten nach mir eintrafen. Andi hatten lecker Nudelsalat und Würstchen mitgebracht, die wir dankbar vertilgten. Nach über 7 Stunden freute ich mich nur noch auf ein heisses Bad und die Couch. Naja die Couch musste dann noch kurz warten, denn erst wollte noch eine Waschmaschinenladung nasser dreckiger Sportsachen bearbeitet werden. Und auch beim Rad wollte ich nicht warten, bis der ganze Matsch + Schleim von tausenden Nacktschnecken  angetrocknet war. Also den Kärcher nochmal rausgeholt, wie zu schönsten MTB Zeiten. Aber dann, nach einer weiteren Kohlenhydrataufnahme, konnte ich endlich die Füsse hochlegen.

Für Sonntag hatte der Coach einen Ruhetag eingeplant. Also eigentlich hatte er gesagt, wir sollten uns den Tag mit dem besseren Wetter für die lange Einheit aussuchen. Ich hoffe Jens, du weisst es zu würdigen, dass wir am Samstag stundenlang im Regen trainiert haben, um dich am Sonntag beim Ironman in Frankfurt anzufeuern ;-) . Das hiess, wieder früh aufstehen, einigermaßen gemütlich frühstücken, Kind zu einer Freundin bringen und dann die ganze Bagage einsammeln und ab nach Frankfurt. Pünktlich als die ersten Profis auf die Laufstrecke gingen, kamen wir an. Perfektes Timing. Wir fanden auch ein nettes schattiges Plätzchen mit einem Cafe gegenüber und machten es uns gemütlich. Naja eigentlich haben wir stundenlang gestanden, durchgeklatscht und angefeuert.

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Ein bisschen nachdenklich wurden wir dann, als die Athleten kamen, denen man angesehen hat, wie sehr sie leiden. Da habe ich mir geschworen, in Roth auf der Laufstrecke immer zu lächeln. Egal, wie schlecht es mir geht. Vielleicht sollte ich mir das auf den Arm oder den Handrücken schreiben. Nachdem wir unseren letzten Vereinsathleten auf seine finalen 2km geschickt hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Die 2. lange Wochenendeinheit haben wir somit auch erfolgreich beendet.  Wir wurden gestern öfters gefragt, ob wir uns das wirklich antun wollen. Und JA, DAS wollen wir.

Win-Win Situation und 2 Tage Dusche

Noch 3 Wochen. Dann ist Schluss mit lustig! :lol:
Aber noch gibt es jede Menge Fun. Training bis zum Abwinken und mit allen Schikanen, die es halt so gibt beim Training im Freien.
Donnerstag haben Karina und ich die Zeit, in der ganz Deutschland vor dem Bildschirm saß und zuschaute, wie 22 Leute sich um einen Ball gestritten haben (warum gibt man denn nicht jedem Spieler einen Ball, so teuer können die Dinger doch gar nicht sein :???: ), genutzt, um 1 Stunde laufen und anschließend 1 Stunde schwimmen zu gehen. Ja, Karina läuft wieder und es klappt sehr gut. Sie hat auch überhaupt keinen Bock mehr auf Aquajoggen. Was man ihr definitiv nicht verdenken kann.
Gestern hatten wir dann 3000 m Schwimmen und 100 Km Rad auf dem Plan stehen.
Zuerst waren wir im Nordbad zum Schwimmtraining. 200m Einschwimmen, 5 X 200 schnell, 500 locker, 5 x 200 schnell und dann nochmal 300 locker. Karina hat mich völlig fertig gemacht. Also sie ist wie ein junger Gott geschwommen oder ich wie ein toter Fisch :lol:
Jedenfalls konnte ich nur 6 x 200 dran bleiben. Dann lies ich sie ziehen :roll:
Nach dem Schwimmen gab es bei Karina ein kurzes Frühstück. Und dann ging es ab auf’s Rad und los Richtung Luxemburg. Pünktlich mit uns startete auch der Regen. Erst leicht und gut zu ertragen, dann mal wieder etwas stärker. Richtig schlimm wurde es erst, als wir bemerkten, das es eigentlich gar nicht so schlimm ist und der Fahrtwind alles schnell wieder trocknet :lol:
Da kam dann der richtig böse und dauerhafte Regenguss. Und Karina fiel auch irgendwann auf (nach ca. 2 1/2 Stunden im Regen), das sie ihre mitgeführte Regenjacke noch gar nicht an hatte :-P
Naja, da wir wissen, das Regen auch in Roth passieren kann, ertrugen wir es mit Fassung. Und es war auch nicht wirklich kalt. Und die Tour war trotzdem toll und lustig.
Aber froh unter der heißen Dusche zu stehen waren wir dann doch.
Torsten bereitet uns ein perfektes Sportler Essen zu (was würden wir nur ohne unsere GöGa’s machen !?).

Spaß trotz Dauerregen

Spaß trotz Dauerregen

Und Abends kam dann noch Andi und wir gingen zusammen zur Geburtstagsparty. Der Mann der weltbesten Physiotherapeutin hatte zum runden Geburtstag geladen.
Ein toller Tag und eine tolle Party.
Heute hatte ich 30 Km auf dem Plan stehen. So weit bin ich noch ….. Na, ihr wisst schon.
Gleichzeitig war auch Trierer Stadtlauf. Warum also nicht diesen nutzen? Ok, ich fand sogar ein “Opfer” :grin:
Lennart hatte bei seinem ersten und bisher letzten HM vor ein paar Wochen einen wirklich schlechten Tag erwischt. Er hatte in Freiburg ziemlich gelitten und wagte sich nicht so recht an einen zweiten HM. Aber mit dem Wissen, das wir einen schönen lockeren Lauf machen, entschloss er sich also, mit mir zusammen den HM anzugehen.
Andi wollte meine HM Zeit von St Wendel angehen, um die familieninterne HM-Laufkrone wieder zu erlangen :-)
So fuhren wir heute morgen nach Trier. 9 Km vor Trier stieg ich aus und lief los. Es sollten ja 30 km werden. Am Start traf ich dann auch Lennart. Wir einigten uns auf ein Anfangstempo so um die 6:20. Dann liefen wir los. Wir liefen und redeten über den Sport, Wettkämpfe, was uns so antreibt und das Leben, das Universum …. :lol:
Jedenfalls bin ich selten so kurzweilig 21 Km gelaufen. Natürlich durfte das Ganze nicht trocken stattfinden. Und so gabs nach der gestrigen Dusche auf dem Rad noch eine ordentliche Dusche beim Lauf heute. Aber beim Laufen ist das Wasser von oben zumindest mal nicht wirklich gefährlich und unserem Lauf hat es kein bisschen geschadet :-)
Auf der 2. Runde zogen wir dann das Tempo an und zum Schluss konnten wir nochmal richtig Gas geben. Lennart merkte, das ein HM richtig Spaß machen kann. Er konnte seine Bestzeit wirklich wirklich locker um 5 Minuten verbessern (da geht noch ganz viel mehr) und ich lief ohne es wirklich zu merken tatsächlich 30 Km. Das war ein Gewinn für uns beide.
Und es hat richtig Spaß gemacht :-)
Danke Lennart für deine Begleitung.

Sieht nach Spaß aus, oder?

Sieht nach Spaß aus, oder?

Andi verpasste die familieninterne Laufkrone um 10 Sekunden :-| . Aber der nächste HM kommt bestimmt und seine bisherige Bestzeit hat er mal locker um 7 Minuten verbessert.
Karina verzichtete auf 2 1/2 Stunden Aquajogging und ging stattdessen 18,5 Km Laufen. Und das wohl auch ohne größere Probleme. Also auch da scheint alles auf dem richtigen Weg zu sein.
Noch 3 Wochen. Dann ist Schluss mit lustig :wink:

 

Vom Winde verweht (Teil 1) und schon soooo lange

Es war so viel los in der letzten Woche, das ich es tatsächlich nicht geschafft habe, den Bericht vom Wettkampf im Kraichgau fertig zu schreiben.
Der Grund für den ganzen “Stress” war ein sehr erfreulicher Anlass, aber dazu später. In Kurzform erstmal Teil 1 von “Vom Winde verweht”:

Sonntag Morgen:  Natalie, Karina und ich waren in einer Startgruppe. Die Männer folgten dann eine halbe Stunde später.
Es ist ja nur ne Mitteldistanz versuchte ich mir immer wieder einzureden. Weil, war ich die ganze Zeit doch ziemlich gelassen geblieben, so bekam ich jetzt so kurz vor dem Start doch ganz schön Muffesaußen. Ich hatte ja noch eine Rechnung offen aus dem letzten Jahr, als ich zwei Platten hatte auf der Radstrecke und anschließend aufgegeben hatte.
- Schwimmen.
Das lief gefühlt richtig gut. Da ich ohne Uhr ins Rennen ging, wußte ich nicht, wie schnell ich war, aber im nachhinein waren es mehr als 90 Sekunden schneller als letztes Jahr.
Der Wechsel klappte super und ab aufs
- Rad
und los. Wir hatten perfektes Wetter. Wenn da nicht dieser Wind gewesen wäre :roll:
Wenn der Wind von der Seite kam, gabs auch schon mal hier und da den einen oder anderen Fahrer mit Scheibenrad, der einen kleinen Hopser zur Seite machte. Aber zum Glück für alle kam der Wind ja meistens von vorne :grin:
Da ich auch keinen Tacho am Rad hatte (immer dieses Gehetze nach Zeit mißfällt mir, ich fahr einfach so, wie ich fahre :-) ), wusste ich auch hier nicht, wie schnell ich unterwegs war.
- Laufen
Ich fühlte mich gut und frisch und lief auch dementsprechend los. Allerdings nicht lang. Mein Gefühl änderte sich nicht, aber mein linker Oberschenkelmuskel änderte seine Meinung und beschloss zu streiken :evil:
Ein dicker Krampf zwang mich zur Pause auf der Parkbank und zu anständigen Dehnübungen. Zum Glück gings irgendwann weiter. Ich habe keinen Schimmer was faul war, aber auf jeder der 3 Runden gabs eine Dehnpause. Der Rest meiner Beine war echt locker und gut, aber dieser eine Muskel … Eventuell war dieser Muskel trotzig weil ich für alle Muskelgruppen Urlaubssperre bis 20. Juli verhängt hatte :???:
Wie auch immer, abgesehen von den Dehnpausen lief das Laufen total gut.
So kam ich nach 6:06 ins Ziel (erfuhr ich erst später, da ich ja keine Uhr hatte :lol: )
Und ich habe jetzt auch schon mal Wind und Krampf für Roth geübt. In der Hoffnung, das beides weg bleibt.

So und nun zu “schon sooooo lange”:  Zeit, um den Rennbericht zu schreiben hatte ich nicht, weil … es gab Hochzeit. Und zwar zum 25. Mal :-)
Also Silberhochzeit. Das klingt für mich immer noch ziemlich komisch, aber der Andi und ich sind tatsächlich schon 25 Jahre verheiratet und das haben wir letzten Samstag ausgiebig gefeiert.
Am Samstag morgen um 6:00 Uhr bin ich aber erst mal 28 KM gelaufen. So weit wie noch nie zuvor :shock:
Pause gab es danach nicht. Nur kurz duschen und rein ins Getümmel. Die ganze Verwandtschaft von weit her war da. Wir hatten einen wunderschönen Tag.
Abends wurde dann im Nells Park Hotel in Trier gefeiertl. Es war einfach toll mit Freunden und Familie zu feiern. Unsere Töchter hatten eine tolle Präsentation vorbereitet mit vielen lustigen und peinlichen Bildern :grin:
Andi hat einen Orden bekommen. Den hat er sich auch verdient nach 25 Jahren.
Mein Kleid war übrigens ganz in orange. (Bilder gibt es, sobald ich welche habe)
Und es gab viele liebe Überraschungen von unseren Familien und Freunden.
Bis halb 3 Uhr morgens haben wir durch gehalten. Dann bin ich wie tot ins Bett gefallen. Und weil in 28 Tagen ja Roth auf dem Plan steht, stand dann Sonntag nach einer mega kurzen Nacht 2 Km Schwimmen, 5 Stunden Rad und 10 Km laufen auf dem Plan :shock:
Also schnell noch die Verwandtschaft verabschiedet und schnell an den Triolago, wo schon Frank und Karina warteten (die hatten natürlich auch mit gefeiert und auch nicht ganz so viel geschlafen wie sonst).
War das Schwimmen noch ganz ok, so wurde das Radfahren zum Horror für mich. Kein Scherz jetzt, mir fielen die Augen zu als ich da so auf dem Auflieger lag. Es war die reinste Qual. Adrenalin = 0. Ich hielt 2 Stunden durch. Dann schickte ich Karina und Frank alleine weiter und wollte mich dann auf dem Rückweg wieder anschließen.
Ich setzte mich in ein Kaffee und trank zwei Kaffee, einen O-Saft und aß ein Brötchen.
Nachdem der Kellner mich fragte, ob alles ok mit mir wäre (ich schlief am Tisch ein), setzte ich mich draußen an eine Mauer unter einen Baum, weil da konnten mich Frank und Karina sehen, wenn sie zurück kamen.
Und schlief ein. Zweimal schreckte ich hoch weil mein Kopf weg kippte und einmal, weil mich jemand ansprach.
Ich muss ein Bild des Elends abgegeben haben :lol:
Ich hätte meine Oma, meine Mutter und den Rest der Menschheit verkauft für ein Bett. Aber statt Bett kamen Karina und Frank zurück und ich fuhr dann die 2 letzten Stunden mit ihnen zurück.
Anschließend bin ich sogar noch gelaufen. Wobei das besser geht, die Gefahr des Einschlafens ist nicht so groß beim Laufen. Außerdem legte Karina ein ganz schönes Tempo vor. So konnte ich wenigstens mal für eine halbe Stunde das Einschlafen vergessen.
Ich bin mir irgendwie sicher, das Roth nicht viel schlimmer werden kann. Und fühle mich nach gestern und der letzten langen und schlafreichen Nacht tatsächlich richtig gut vorbereitet :grin:
Also auf nach Roth und auf in die nächsten 25 Jahre Ehe :cool:

Vom Winde verweht (Teil 2)

Hier das Challenge Kraichgau Wochenende aus meiner Sicht.

Helges Teil 1 kommt auch noch :-) . Irgendwann. Im nächsten Leben hat sie mir gerade geschrieben :-) . Sie hat gerade etwas Stress. Allerdings positiven Stress. Was ich schon mal sagen kann: Sie hat alle in Grund und Boden geschwommen, gefahren und gelaufen!!!

Da ich mir von vornherein geschworen habe, das ganze langsam anzugehen und nichts zu riskieren, sah ich meinem ersten Triathlonwettkampf in diesem Jahr entspannter entgegen als in den letzten beiden Jahren. Am Samstag Morgen sind wir zum See gefahren, da ich dort einen neuen Neoprenanzug testen wollte. Meiner löst sich nämlich solangsam auf und ich bin mir nicht sicher, ob er noch bis Roth hält. Zugleich konnten wir schon mal das Wasser testen.

IMGP1870Zu diesem Zeitpunkt und auch bis zur abendlichen Athletenbesprechung war die Wassertemperatur so, dass es auf ein Neoprenverbot hinauslaufen würde. Dies wäre für Helge und mich nicht so schlimm, da wir mit Neo nicht wirklich schneller schwimmen. Wir gehören glaube ich zu den wenigen Triathleten, die sich über ein Neoprenverbot freuen. Die Entscheidung sollte am nächsten Morgen direkt vor dem Wettkampf fallen.

Dann versuchten wir ein schönes Foto für den Blog zu machen. Das Ergebnis seht ihr hier:

 

Die Vorgabe des Trainers für den Tag vor dem Wettkampf war: 20min Schwimmen – haben wir erledigt. Desweiteren sollten wir Rad fahren, aber nicht mehr als 50km – haben wir auch erledigt, und wie…

Definitiv weniger als 50km

Definitiv weniger als 50km

 

Das Einchecken der Räder dauert immer etwas. Beinahe hätte ich die Becher in der Wechselzone vergessen :-)

Das Einchecken der Räder dauert immer etwas. Beinahe hätte ich die Becher in der Wechselzone vergessen :-)

Diesmal habe ich in der Nacht sogar gut geschlafen. Ich mag gar nicht daran denken, dass in Roth der Wecker um 3 Uhr morgens klingeln wird. Nach einem ausgiebiegen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Schwimmstart. Die Wassertemperatur lag knapp unter 23 Grad, also durften alle mit Neo schwimmen. Auf dem Weg zum Schwimmen mussten wir wieder über diesen Holztreppenübergang, wo ich letztes Jahr runtergestürzt bin. Helge und Nathalie wollten mich diesmal rechts und links festhalten :-) . Aber da die Stufen dieses mal trocken waren, bestand keine Gefahr und ich gelangte sicher auf die andere Seite :-) . Jetzt dauerte es nur noch wenige Minuten und es ging los. Ich hatte mich etwas weiter hinten eingereiht, um diversen Prügeleien nach dem Startschuss zu entgehen. Hat nichts genutzt. Plötzlich war ich mitten drin. Eingekeilt von allen Seiten. Nach einem Tritt gegen den Brustkorb und einer fast vom Kopf gerissenen Schwimmbrille, schnappte ich erstmal Luft und versuchte so schnell wie möglich nach links rauszuschwimmen. Das klappte dann auch irgendwann. Nachdem ich dann meinen Rhythmus gefunden hatte schwamm ich immer schön links aussen mit einem Abstand von etwa 10m zum Getümmel. Auch um die Bojen machte ich einen schönen großen Bogen. Irgenwann war das Schwimmen endlich geschafft. Und trotz der Umwege war ich über 2min schneller als im letzten Jahr. Der Wechsel klappte auch schneller, da das Anziehen der warmen Sachen, wie im letzten Jahr, diesmal ja wegfiel. Dann ging es auf die Radstrecke. Tja und schon nach 10km dachte ich das erste Mal daran, umzudrehen und zurück zu fahren. Man blies da ein Wind. In den kommenden 3,5 Stunden habe ich  bestimmt 100mal ans Aufhören gedacht. Dass diese Gegend Land der 1000 Hügel genannt wird, wissen wir ja. Wir kennen die Strecke ja auch. Aber diesmal hatte ich nicht mal mehr die Kraft auf den Geraden Gas zu geben. Ich kann nicht mal sagen, ob die Kraft fehlte oder ob es am Wind lag. Irgendwann hat mich ein Mann überholt und meinte: “Wo verdammt auf diesem Rundkurs ist der Teil mit dem Rückenwind?”. Den gab es irgendwie nicht. Also ich habe davon nichts gemerkt. Manchmal kam ich mir auch wie auf einer RTF Radausfahrt vor. Es besteht ja ein Windschattenfahrverbot. Davon habe ich nicht viel gemerkt. Für die Nicht-Triathleten unter den Lesern: Windschattenverbot heisst, man muss zum Vordermann einen Mindestabstand von 10m einhalten. Beim Überholen muss dieser Vorgang innerhalb von 30 Sekunden abgeschlossen sein und im einem seitlichen Abstand von 3m erfolgen. Aber die Kampfrichter haben so gut es ging eingegriffen. Jedenfalls sah ich in jeder Strafbox an der Strecke Triathleten, die ihre 4-Minuten-Stafe absaßen. Mal abgesehen davon, dass es auf der Radstrecke für mich überhaupt nicht lief, übte ich die Nahrungsaufnahme. Daheim hatte ich vor unserer Abfahrt schon mal die Pellkartoffeln gekocht und gut gesalzen. Ich nahm also alle 15km eine Kartoffel, obwohl ich überhaupt keinen Hunger verspürte. Zwischendurch zwang ich mir noch einen Riegel runter. Gels habe ich 3 Stück genommen. Vor 2 Jahren bei meiner ersten Mitteldistanz hatte ich noch auf der Radstrecke 10 Gels verdrückt… Aber so ganz zufrieden bin ich mit der Ernährung während des Wettkampfes noch nicht. dem Coach habe ich schon gmailt, das wir uns da auf jeden Fall nochmal zusammensetzen müssen, denn Roth wird ja nochmal eine ganz andere Nummer. Aber da wir noch viele lange Einheiten vor uns haben, wird weiter getestet. Irgendwann kam endlich die Wechselzone. Die Radzeit war 6min langsamer als im letzten Jahr, aber ich habe auch nicht Vollgas gegeben.

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Jetzt “nur” noch Laufen. In der Wechselzone zog ich dann meine neue Assos-Radhose, die ich noch über die Triathlonhose gezogen hatte, aus. Für 180km gönne ich mir doch eine gut gepolsterte Hose. Leider hat irgendein Helfer meine Hose wohl in einen falschen Wechselbeutel gepackt. Jedenfall ist die neue Hose weg. Ich habe den Veranstalter mal angeschrieben, falls sich jemand meldet. Was ich allerdings bezweifle. Naja, die Neue ist bestellt und ich hoffe, dass sie bis Samstag da ist. Denn mit einer anderen Hose will ich gar nicht mehr fahren. So, nun ging es auf die Laufstrecke. Und dann ging es los. Das Teufelchen auf der rechten Schulter sagte die ganze Zeit: “Lauf locker 1-2km und steige dann aus. Riskiere nichts.”. Das Teufelchen auf der linken Schulter sagte dann: “Quatsch, jogge langsam durch und hol dir die verdammte Medaille und das Finishershirt.”. So ging das die ganze Zeit. Die ganzen 21km. Ich bin wirklich ganz langsam gelaufen. Die Füsse haben den Boden kaum verlassen ;-) . An den Verpflegungstellen bin ich gegangen und habe von Anfang an Cola getrunken. Irgendwann entdeckte ich dann Claudi und den Zeugwart, bzw. sie sahen mich zuerst und riefen mir zu. Sie standen an einem kleinen Anstieg und so konnte ich dies nutzen, um Anzuhalten, ein paar Worte zu wechseln und mich kurz zu erholen ;-) . Ganz unauffällig. GöGa, Maria und Marcus standen an einer anderen Stelle und die nutzte ich natürlich auch, um einen kleinen Stopp einzulegen ;-) .

IMG_4001Es waren 3 Runden zu laufen. In der dritten Runde merkte ich die “Hüfte” schon etwas. Aber nicht so, dass es schmerzhaft war oder mich behinderte. Wenn es in Roth so ist, dann habe ich keine Sorge, dass Ganze durchzustehen. Und obwohl ich nur gejoggt bin, war ich nur 3min langsamer auf der Laufstrecke als im Jahr zuvor. Diesmal hatte ich auch keine Krämpfe in den Beinen. Vielleicht lag es ja an den Salzkartoffeln :-). Und dann war das Ziel in Sichtweite. Und schwupps war ich hindurch. Alles ist gut gegangen. Helge und Nathalie warteten schon im Ziel. Gerd und Hans-Jörg waren auch schon da. Andi kam dann auch bald. Die Männer waren 30min nach uns gestartet. Ich holte mir noch schnell mein Finishershirt und machte mich dann direkt auf den Weg, um die Wechselbeutel und mein Rad zu holen. Nicole und Volker hatten sich bereit erklärt, sich am Sonntag um unsere Tochter zu kümmern. Und da wir noch gut 2 Stunden Rückfahrt hatten, machten wir uns direkt auf den Rückweg. Einen kurzen Stopp zum Duschen gab es noch im Hotel. Der Hotelier war so nett und hat uns ein Zimmer frei gehalten. Die Rückfahrt verlief diesmal ohne Stau. Kind abgeholt. Nochmals vielen lieben Dank an Nicole und Volker. Und was passierte mir dann? Kaum zu Hause merke ich, wie mir kalt wird. Ich bekomme Schüttelfrost und Fieber. Mit Sicherheit ein Sonnenstich. Schnell was gegessen und dann bin ich nur noch ins Bett gefallen und habe bis früh durchgeschlafen. Sogar die normalerweise auftretenden nächtlichen Hungerattacken nach so einem Wettkampf blieben aus. Am Morgen war alles wieder gut. Auch die “Hüfte” habe ich nicht mehr gemerkt als sonst. In dieser Woche nun: keine weiteren Auswirkungen. Am Dienstag stand “Baden” auf den Plan. Ich bin also 2km locker geschwommen. Gestern habe ich die 2h Aquajogging vorgezogen, da ich am Samstag mit Julia zum IronKids Wettkampf nach Luxemburg fahre und wir am Abend noch zu einer großen Festlichkeit eingeladen sind. Heute bin ich erst 90km durch Luxemburg gefahren und habe anschliessend einen 5km Koppellauf gemacht. Bis jetzt? Alles gut. Keine Beschwerden. Nun bin ich gespannt, wie wir nach der Party am Sonntag 2km Schwimmen-150km Rad-10km Laufen durchstehen sollen. Vielleicht machen wir das einfach mental.

Bei dieser Hitze…

…geht man (Frau) am Besten zum Schwimmen. So geschehen heute. Und jetzt weiss ich auch so ungefähr, wie es wohl an Mallorcas Stränden zur Hauptsaison aussieht :-) . Aber fangen wir mal mit der letzte Woche an. Es war mal wieder eine Ruhewoche und es gibt daher auch nichts Spektakuläres zu berichten. Am gestrigen Sonntag waren wir mit Michael, den wir im Trainingscamp auf Gran Canaria kennengelernt hatten, zum Radfahren verabredet. Der Coach hatte 3h locker aufgeschrieben. Und da passte es perfekt, mal die Ironman 70.3 Strecke in Luxemburg abzufahren. Dort wird Michael nämlich am 21.6. starten. Nathalie machte für uns den Guide. Die Radstrecke ist sehr schön zu fahren und ich denke, im nächsten Jahr werden wir wohl dort starten. Im letzten Jahr fand dieser Triathlon noch im September statt. Dann wurde er in den Juni verlegt. Da wir aber schon alles im Kraichgau gebucht hatten, starten wir am Sonntag nochmal dort. Obwohl es wirklich sehr heiss war, sind wir gut durchgekommen und in Andenken an die Gran Canaria Cappuccino Gruppe gab es natürlich am Ende der Strecke noch eine kleine Stärkung.

IMG_3946In Gedanken waren wir bei Roth-Mitstreiter Frank und bei Tanja ( unseren Gran Canaria Guide ), die bei der Mitteldistanz in Maxdorf starteten und ziemlich unter der Hitze zu leiden hatten. Trotzdem kamen für beide noch Superzeiten heraus. Heute fand das von unserem Schwimmcoach veranstaltete Langstreckenschwimmen im Stausee von Losheim statt. Helge und ich waren beim Blick in die Starterliste sehr froh, dass wir über die 5km gemeldet hatten. Denn über die 2,5km Strecke ging der halbe Triathlonnationalkader an den Start, u.a. Anne Haug, Steffen Justus und und und. Helge und ich wollten heute einfach mal testen, wie es sich so anfühlt, stundenlang im Neo zu schwimmen. Und das bei 37 Grad Aussentemperatur. Normalerweise würden wir ja bei so einer Hitze ohne Neo schwimmen, aber was muss, dass muss. Ein bisschen Sorge hatten wir, zu überhitzen. Aber es gab Bereiche im See, wo das Wasser recht kühl war und es war gar kein Problem im Neo zu schwimmen. Wir mussten 4 Runden a 1250m schwimmen. Bernd war so nett und machte von einem Bootssteg aus den Getränkeversorger. Man mag es kaum glauben, aber nach der zweiten Runde hatte ich echt einen total ausgetrockneten Hals und war froh was trinken zu können. Achja, als wir auf unsere zweite Runde “gingen” wurde das 2,5km Rennen mit den ganzen Cracks gestartet. Irgendwann sah ich beim Atmen nach rechts nur noch Arme, Arme, Arme. Man hörte ein wahnsinniges Rauschen und schwupps waren sie an uns vorbei. Da wir uns weiter links aufhielten wurden wir auch nicht einfach überschwommen, wie es der Gruppe hinter uns passierte. Ich hoffte nur, dass sie an der Wendeboje schon weit weg sind und wir da nicht in irgendein Getümmel geraten. Das hat gut geklappt. Helge und ich sind immer schön einträchtig nebeneinander geschwommen. Zwischendurch hatten wir es mal mit Wasserschattenschwimmen probiert. Ja, das gibt es beim Schwimmen und man kann enorm Kräfte sparen. Aber wir haben festgestellt, dass wir besser nebeneinander schwimmen. Wenn man immer mal wieder den Anderen neben sich sieht, gibt einen das ein gewisses Sicherheitsgefühl. Wenn es in Roth klappt, werden wir das dort auch versuchen, denn zumindestens im Schwimmen sind wir gleich schnell. In der letzten Runde haben wir dann das Tempo nochmal ein bisschen angezogen, um zu sehen, was noch so geht. Die Anderen sagten uns dann, dass wir immer schön synchron geschwommen sind und sie so immer genau wussten, wo wir sind. Deshalb haben wir dann das  Zielbanner nach 1:42:24h gleichzeitig berührt. Das stellte die Zeitnehmer wohl vor Probleme, wer denn jetzt vorne war…Ich hoffe mal nicht, dass das der Grund war, warum wir geschlagene 2 1/2h auf die Siegerehrung warten mussten. Na jedenfalls waren wir 2. und 3. Frau. Nathalie, Andi und Michael schwammen die 2,5km und Natahlie konnte sich für den Sieg in ihrer Altersklasse auch eine Medaille abholen.

IMG_3968Nach schier endlosem Warten bekamen wir  dann unsere Medaillen auch und machten uns dann endlich auf den Heimweg.

IMG_3971Dort hatte GöGa Torsten schon Eierplinse/Pfannkuchen (je nachdem aus welcher Ecke Deutschlands man kommt) und später den Grill vorbereitet. Jetzte hoffe ich, dass es nächsten Sonntag im Kraichgau nicht ganz so heiss wird. Ob ich tatsächlich dort nach dem Radfahren auf die Laufstrecke gehen werde, entscheide ich vor Ort aus dem Bauch heraus. Mit Sicht auf Roth werde ich aber sicher nichts riskieren. Aber Schwimmen und Radfahren werde ich auf jeden Fall.

Ach und was Mallorca angeht: Das Schwimmen fand ja in einem öffentlichen “Strandbad” statt. Ok, morgens um 8:30 Uhr war da ausser uns Teilnehmern und Helfern kein Mensch. Aber später kamen sie, in Scharen mit Kind und Kegel. Handtuch an Handtuch, schön anzusehene Körper neben weniger schönen Exemplaren. Im Wasser am Rand standen sie Haut an Haut, kaum ein paar Zentimeter Platz. Nein, das ist absolut nichts für mich. Und jetzt freuen wir uns auf die WM und schöne freie Strassen zum Radfahren, hihi. Muss nur noch Beleuchtung fürs Rad besorgen…

Dicke Beine und kein Foto

Man könnte meinen, ich berichte hier von irgendwelchen Modelwettbewerben. Wegen zu dicker Beine gab es leider kein Foto für mich …. :lol: Nein, so ist das nicht. Statt bei Modelwettbewerben war ich in den letzten 4 Tagen im Schwarzwald um nochmal etwas für die Beinmuskulatur zu tun. Zusammen mit Andi, Scherzkeks Helmut, der charmanten Tanja (unser Guide von Gran Canaria), DJ Gerd, Bergziege Frank und vielen anderen lieben Menschen gabs wieder 4 Tage radeln und laufen bis zum Abwinken. Deshalb habe ich jetzt wieder dicke Beine und weil ich auf den Touren kein Handy mit hatte, gibt es kein Foto!
Aber es gab wieder ordentlich KM und HM.
Donnerstag haben wir alle zusammen eine schöne 90 KM Runde mit nur 600 HM gedreht. Frank, Gerd und ich haben dann noch ein paar KM dran gehängt um den Trainingsplan zu erfüllen. Anschließend sind wir dann auch noch 9 KM zusammen gelaufen. Frank, der sich beim Laufen in einem ganz anderem Universum befindet, ist vor gedüst und Gerd hat mich sehr nett unterhalten auf der Laufstrecke. Danke Gerd, das war ein toller Lauf.
Auf Grund einiger Beschwerden in Bezug auf das zu hohe Tempo wurde am Freitag die Gruppe geteilt. Ich machte mit Matze, Bernd, Frank, Mareike und Tanja eine schöne Tour über 3 Berge. Ziemlich schnell. Am Anfang kamen wir auf dem Berg in den Nebel und es wurde richtig nass und kalt. Da hilft nur schneller fahren :lol:
Insgesamt hatten wir 110 KM und ca. 2100 HM. Und weil wir alle zusammen so einen Spaß hatten, beschlossen wir auch gleich noch zusammen zu laufen. Naja, nur laufen ja Frank, Matze und Mareike in einer anderen Liga. Und trotz aller Gegenmaßnahmen wurde es dann doch ein 7,5 KM GA2 Lauf. Frank und Matze flogen davon, aber Mareike leistete mir Gesellschaft :-) . Toll war es. Und ich total kaputt wie ein Tomate nach dem Sturz vom Eiffelturm.
Samstag fuhr ich dann wieder mit der Cappucino Gruppe. Es sollte eine 130 KM Tour werden und ich befürchtete, das ich das Tempo vom Vortag nicht noch mal durchstehe. Tanja empfand das ähnlich und schloss sich auch der Cappucino Gruppe an. 2 Berge machte ich das orangefarbene Schlußlicht. Ich begleitete Hajo, der an diesem Tag auch alle seine Recorde brach was Länge der Strecke und überwundene HM angeht und gut daran tat, das ganze etwas langsamer anzugehen. Und da ich ja mit dem Reden nicht so wirklich viele Probleme habe, plapperte ich also Hajo die Berge hoch. :grin:
Beim letzten Berg allerdings wollte ich meine rote Laterne abgeben und so fuhr ich mit Scherzkeks Helmut und irgendwie wurden wir immer schneller …
Naja, wir hatten einen ganz schönen Tritt drauf und irgendwie wollte auch keiner nachgeben und irgendwann konnte ich auch nicht mehr wirklich viel reden :shock: und so packten wir den 10 Km Anstieg Seite an Seite in einem doch ordentlichen Tempo. Aber das war nicht mehr locker! Man war das anstrengend.
Aber schön :-)
Dann fuhren wir nochmal runter um gemeinsam mit dem Letzten der Gruppe nochmal hoch zu fahren.
Und dann kam nur noch die Abfahrt. Es geht 17 Km einfach nur runter. Wahnsinn. Und dank der charmanten Tanja, die mir auf Gran Canaria so viel Technik beigebracht hat, macht mir sowas einfach noch mehr Spaß als vorher. Das war einfach nur der Hammer.
Nach 135 Km und 2200 HM waren wir gerade noch rechtzeitig zum Essen zurück. Und der geplante Lauf fiel aus. Man muss Prioritäten setzen. Essen hat immer Prio 1.
Am Sonntag gabs dann die entspannte 90 min Runde für Frank, Bernd und mich und eine Stunde Lauf für Tanja, Helmut und Andi.
Die 4 Tage waren viel zu schnell rum. Wir hatten richtig viel Spaß. Es waren einfach die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort :-)
Nur sind die Beine jetzt wieder dick :roll:
Also muss ich meine Modelkarriere dann doch wohl auf “nach Roth” verschieben. Haben die anderen Bewerberinnen ja noch mal Glück gehabt :grin: